Schulleiterin geht in Ruhestand Bersenbrücker Grundschüler verabschieden Ursula Gärtner-Hoffmann

Von Burkhard Dräger

Mit der Pensions-Schultüte im Arm wird Ursula Gärtner-Hoffmann (Zweite von links) von Samtgemeindebürgermeister Horst Baier, Konrektorin Dorothea Kolle, Schuldezernentin Martina Westerkamp und Bersenbrücks stellvertretendem Bürgermeister Franz Buitmann (von links) verabschiedet. Foto: Burkhard DrägerMit der Pensions-Schultüte im Arm wird Ursula Gärtner-Hoffmann (Zweite von links) von Samtgemeindebürgermeister Horst Baier, Konrektorin Dorothea Kolle, Schuldezernentin Martina Westerkamp und Bersenbrücks stellvertretendem Bürgermeister Franz Buitmann (von links) verabschiedet. Foto: Burkhard Dräger

Bersenbrück. Am Mittwochvormittag hatten schon die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Bersenbrück ihre Schulleiterin feierlich verabschiedet und am Ende mit dem Lied "Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen" in den wohlverdienten Ruhestand entlassen. Danach, gegen Mittag, folgte dann die offizielle Verabschiedung von Ursula Gärtner-Hoffmann.

Alle waren sie gekommen, aus der Politik, von den Kirchen, Kolleginnen und Kollegen, Ehemalige, die Familie und Freunde, Elternvertreter und Vertreter der Schulen und Kindertagesstätten, vom Schulvorstand und vom Förderverein. Konrektorin Dorothea Kolle begrüßte alle zu dieser Feier der Verabschiedung von Schulleiterin Ursula Gärtner-Hoffmann. Besonders aber Schuldezernentin Martina Westerkamp von der Landesschulbehörde aus Osnabrück, Samtgemeindebürgermeister Horst Baier als Vertreter des Schulträgers sowie die Vertreter der Bersenbrücker Kirchengemeinden. 

Mit der ersten Strophe aus Hermann Hesses berühmten Gedicht "Stufen", das mit den Zeilen beginnt: "Wie jede Blüte welkt und jede Jugend/Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe/Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend/Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern." Es sollte das Motto sein, das für die scheidende Schulleiterin auch einen Neubeginn bedeutet. 

Fast 40 Jahre im Schuldienst

Die Schuldezernentin Martina Westerkamp ließ dann die fast 40 Jahre der Neu-Pensionärin im Schuldienst Revue passieren, 25 Jahre davon war sie in leitenden Positionen. Ihr Abitur machte sie in Meppen und nahm danach ihr Lehramtsstudium an der Universität Osnabrück auf. Da es in den 1980er Jahren schwer war eine Lehrerstelle zu bekommen, war sie von 1980 bis 1985 als pädagogische Unterstützung an der Schule in der Wüste tätig. 1986 erhielt sie dann ein Stellenangebot in Unterlüß in der Lüneburger Heide. 

Von 1993 bis 1998 war sie schon Konrektorin in Bersenbrück, ehe sie danach als Schulleiterin nach Damme ging. 2008 zog es sie aber wieder zurück nach Bersenbrück, wo sie von da an die Leitung der Grundschule übernahm. Mit ihr hat sich die Schule weiterentwickelt, konstatierte die Martina Westerkamp. Nicht nur äußerlich, auch strukturell und konzeptionell. Es ist bei ihr also wohl nie Langeweile aufgekommen. Mit dem Dank für 40 Jahre zum Wohle der Schüler überreichte sie ihr die Pensionsurkunde des Landes Niedersachsen.


Schuldezernentin Martina Westerkamp (rechts) überreicht Ursula Gärtner-Hoffmann die Pensionsurkunde der Landesschulbehörde. Foto: Burkhard Dräger


Unter der Leitung von Amanda Ledwig gab dann die Klasse 4d der Grundschule unter dem Slogan "Schule war ´ne kuhle Zeit" einen Rap zum Abschied, der so gut ankam, dass die Schüler um eine Zugabe nicht herumkamen. 

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4d mit ihrem Rap für die scheidende Schulleiterin. Foto: Burkhard Dräger


Samtgemeindebürgermeister Horst Baier überbrachte der scheidenden Schulleiterin den Dank der Samtgemeinde, der Verwaltung und der Kommune für die immer gute Zusammenarbeit. Lange Zeit sei die Schule eine Dauerbaustelle und der Unterricht nicht ganz einfach gewesen, doch sie habe immer die Nerven behalten. Nun ist die Grundschule nicht nur wegen ihrer Farbenfreudigkeit zu einem Hingucker geworden und sie ist nun ein Aushängeschild für die Samtgemeinde. Sicher werde die Pensionärin anfangs die Schule vermissen, doch Dackel Ole und ihr Lieblingsverein Hannover 96 werden sie schon in Bewegung halten.

Ulrike Kinzl, Julia Hawighorst und Eva-Maria Berek vom Personalrat ließen ein ganzes Schuljahr mit ihr Monat für Monat in Versform Revue passieren. Sie schlossen ihren Vortrag mit dem Satz: "Genießen Sie das neue Leben, es wird Ihnen sicher viele Impulse geben." Musiklehrer Rüdiger Schwarz schloss sich mit zwei spanischen Musikstücken auf der Gitarre an, eins mit Wehmut und eins mit Freude vorgetragen. 

Musiklehrer Rüdiger Schwarz bei seinem Gitarrenvortrag. Foto: Burkhard Dräger


Pastor Jürgen Kuhlmann sah sich als Sprecher der christlichen Ökumene. Wie Ursula Gärtner-Hoffmann seien die Israeliten 40 Jahre durch die Wüste gezogen, doch sie sei vor 10 Jahren ins gelobte Land gekommen - nach Bersenbrück. Er dankte ihr für die gute Zusammenarbeit, überreichte ihr einen Kalender über starke Frauen und gab ihr mit in den Ruhestand: "Lass Dich nicht untergehen, sei frech und tapfer und wunderbar." Pastor David Hagen von der Baptistengemeinde bezeichnete sie als Schaffnerin der Schule, die nun von Bord geht. Sie solle sich weiter im Schutz des himmlischen Vaters geborgen fühlen, denn der Herr sagt: "Ich bin der Weg."

Pensions-Schultüte mit Reiseutensilien

Maike Geers, Katrin Heil und Diana Piel als Elternvertreter und vom Förderverein stellten fest, dass ja nun ihr letzter Schultag bevorsteht und überreichten ihr eine Pensions-Schultüte. Die wurde dann nach und nach gefüllt mit Reisezielen, Reisepass, Sonnencreme und Reisekulturtasche, damit sie die geplante Reise nach Norwegen auch gut ausgerüstet übersteht. Astrid Gösling und Jan Wojtun vom Schulelternrat wünschten ebenfalls alles Gute für den Ruhestand und hoben besonders hervor, dass sie die vielen Veränderungen an der Schule erlebt und gefördert hat. Dass sie Familie und Beruf immer versucht hat zu vereinen und die Inklusion, die mit viel Aufwand verbunden war, vorangebracht hat.

Für die Leitungen der befreundeten Grundschulen und der weiterführenden Schulen überreichte die Leiterin der Grundschule Eggermühlen, Helga Lübbert zur Lage, der Pensionärin eine "Schatztruhe" mit Büchern, da sie ja nun viel Zeit habe. Oder auch nicht, wenn es gleich im Unruhestand weitergeht.


Das Lehrerinnenkollegium verabschiedet seine Schulleiterin. Foto: Burkhard Dräger


Dann kam der große "Chor" des Lehrerkollegiums auf die Bühne und intonierte mit viel Gefühl die "Vogelhochzeit", natürlich textlich abgewandelt in einen Rückblick auf die Wirkungszeit von Ursula Gärtner-Hoffmann an der Grundschule. Auch sie hatten Geschenke für die Reise nach Norwegen mitgebracht, und als besondere Wertschätzung eine Rose. So ganz am Rande verabschiedete Konrektorin Dorothea Kolle dann auch noch Franz Buitmann mit einem Bund Bananen für seine Gesundheit und bedankte sich dafür, dass er lange in der Ganztags-AG aktiv war und nun aufhören will.

Konrektorin Dorothea Kolle verabschiedet Franz Buitmann, der jahrelang die Ganztags-AG unterstützt hatte, mit Bananen für seine Gesundheit. Foto: Burkhard Dräger


Mit Tränen in den Augen verabschiedete sich zum Abschluss Ursula Gärtner-Hoffmann, bedankte sich bei allen ("Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen") für die vielen, teils sehr persönlichen und wohlüberlegten Worte, für die vielen Geschenke und für diese wunderschöne Abschiedsfeier.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN