Vortrag im Heimathaus Berühmte Krippenbauerin Katharina Hörnschemeyer stammt aus Alfhausen

Von Margarete Hartbecke

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Werke von Katharina Hörnschemeyer wie ein Landschaftsbild, das Ölbild ihrer Mutter, einen Keramikteller und eine Madonnenstatue zeigten Gerhard Lohmeier (links) und Ferdinand Flebbe. Foto: Margarete HartbeckeWerke von Katharina Hörnschemeyer wie ein Landschaftsbild, das Ölbild ihrer Mutter, einen Keramikteller und eine Madonnenstatue zeigten Gerhard Lohmeier (links) und Ferdinand Flebbe. Foto: Margarete Hartbecke

Alfhausen. Katharina Hörnschemeyer aus Alfhausen-Thiene zählt zu den bedeutendsten krippenbauenden Künstlern der Region. In einem Vortrag im Alfhauser Heimathaus über die Geschichte der Weihnachtskrippen und ihre Erbauer erinnerten Krippenexperte Gerhard Lohmeier und Ferdinand Flebbe an die 1983 verstorbene Künstlerin.

Die letzten ausgestellten Weihnachtskrippen sind in diesen Tagen wieder abgebaut und eingelagert worden. Zeit für ein Resümee über die Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Krippen von ihren Anfängen bis heute. Erstaunliches entdeckte dabei Franz Huchtkemper, der sich seit Jahren im Krippenbauteam der Alfhausener St.Johanniskirche engagiert, denn: Unter berühmten Krippenbauern wird auch die gebürtige Thienerin Katharina Hörnschemeyer genannt. Dies war der Anstoß, zu einem Vortrag von Gerhard Lohmeier über die Geschichte von Weihnachtskrippen, ihre Erbauer und speziell über Katharina Hörnschemeyer ins Heimathaus einzuladen.

Lohmeier ist Vorsitzender des Vereins der Krippenfreunde Osnabrück-Emsland. Seit der ersten Krippenausstellung des Vereins im Jahr 1980 hegte er den Wunsch, die Krippen der Kirchen und privaten Wohnhäuser in den beiden Landkreisen zu dokumentieren und als Buch zu veröffentlichen. Das ist nun geschehen. Im Advent 2018 erschien „Familienkrippen im Osnabrücker Land“ als Band 23 der Schriftenreihe des Landkreises.

Bildgestützte Verkündigung

Den Ursprung der Weihnachtskrippen legte der 1540 gegründete Jesuitenorden, der im Auftrag von Papst Paul III die Gegenreformation einleiten sollte. Da die evangelischen Kirchen als Wortverkündungskirchen galten, entstand die bildgestützte Verkündigung als Gegenpol. Die Erfolgsgeschichte der szenischen Darstellung der Heiligen Nacht mit Krippe, Stall und verstellbaren Figuren nahm ihren Lauf. 

Es entstanden die bekannten Formen als Nazarenerkrippe und Orientalische Krippe. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Landschaftskrippe beliebt. Die ursprünglich aus Holz geschnitzten Figuren wurden im Laufe der Jahrhunderte aus Keramik, Wachs, Ton, Gips, Papier und Pappe gefertigt. Mittlerweile sind auch Stahl-, Glas- oder Kunststofffiguren und Krippen keine Seltenheit.

Eine der letzten ab 1942 gefertigten Feldkrippen, die im Münsterland nach den Gottesdiensten verteilt und den Soldaten an die Front geschickt wurden. Foto: Margarete Hartbecke


Lohmeier ergänzte seinen Vortrag durch zahlreiche Bilder. Eine winzige Feldkrippe zeigte er jedoch in echt. Sie ist eins der drei übrig gebliebenen von mehr als 10 000 Krippen, die von Katharina Hörnschemeyer und Hans Dinnendahl in Telgte hergestellt und den Soldaten im Zweiten Weltkrieg an die Front geschickt wurden.

Fasziniert von dieser Geschichte ist auch Franz Huchtkemper, der bei seinen Recherchen über krippenbauende Künstler auf Katharina Hörnschemeyer stieß und feststellte, dass sie in Thiene aufgewachsen ist. Ihren Lebensweg schilderte Ferdinand Flebbe den Zuhörern im Heimathaus. Er hatte sie als Cousine seines Vaters Clemens kennengelernt. 

Katharina Hörnschemeyer war die Tochter des Dorfschullehrers Heinrich Hörnschemeyer. 1895 geboren, wuchs sie mit vier Geschwistern in der Lehrerwohnung der Thiener Dorfschule auf. Nach einer Ausbildung zur Handarbeitslehrerin studierte sie von 1915 bis 1917 an der Kunstakademie in Düsseldorf. Sie zog später nach Essen und war als Lehrerin und Kunsterzieherin tätig. Nach ihrer Pensionierung wohnte sie in Osnabrück. Sie starb 1983 und wurde auf dem Alfhausener Friedhof beerdigt.

Ihr künstlerischer Nachlass ist umfangreich. Eine von ihr gefertigte große Madonnen-Skulptur wurde 1932 im Museum Folkwang anlässlich des Katholikentags ausgestellt. Die Statue befindet sich nun im Osnabrücker Diözesanmuseum. Auch Keramiken und Ölbilder sind noch gut erhalten. Ferdinand Flebbe zeigte einen großen Keramikwandteller, Landschaftsbilder und die Abbildung von Katharina Hörnschemeyers Mutter. Weitere Exponate hatten Besucher von zuhause mitgebracht. Auch sie konnten direkte familiäre Beziehungen zur Künstlerin nennen.


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