Kein Rekordjahr, aber deutliches Plus Kreissparkasse Bersenbrück stellt Bilanz 2018 vor

Bernd Heinemann und Lars Pfeilsticker (von links) stellten in Bersenbrück die Bilanz 2018 der Kreissparkasse Bersenbrück vor. Foto: Martin SchmitzBernd Heinemann und Lars Pfeilsticker (von links) stellten in Bersenbrück die Bilanz 2018 der Kreissparkasse Bersenbrück vor. Foto: Martin Schmitz

Bersenbrück. Niedrige Zinsen, steigende Kosten, Digitalisierung: Trotz aller Widrigkeiten konnte die Kreissparkasse Bersenbrück auch 2018 ihre Bilanzsumme steigern.

Die Bilanzsumme stieg um 53 Millionen (3,5 Prozent) auf 1, 58 Milliarden Euro, unterm Strich werden voraussichtlich 2,1 Millionen bleiben. Damit kann die Kreissparkasse zwar nicht an das Rekordjahr 2017 anknüpfen (1,53 Milliarden Bilanzsumme, 70 Millionen oder 4,8 Prozent Steigerung, 4,2 Millionen Ergebnis). Das führt Sparkassenvorstand Bernd Heinemann auch auf steigende Rückstellungen zur Abdeckung von Verlusten der Norddeutschen Landesbank zurück, die die Sparkassen anteilig zu tragen haben.

Immerhin lässt sich mit dem Ergebnis die Eigenkapitalquote verbessern, die bei 17 Prozent liegt, deutlich über der gesetzlich geforderten Norm.

In den Kernsektoren des Geschäfts stimmen die Zahlen der Kreissparkasse. So stiegen die Kundeneinlagen um 35 Millionen (2,9 Prozent) auf 1,24 Milliarden Euro. Wachstumsträger waren die Sichteinlagen mit einem Plus von 27 Millionen Euro (5,7 Prozent). Die Spareinlagen stiegen um 21 Millionen auf 663 Millionen Euro (3,3 Prozent). Das Geschäft mit Sparbriefen und Termineinlagen ging zurück.

Nachfrage nach Bauland

Das Kreditvolumen stieg um 56 Millionen (5,1 Prozent) auf 1,16 Milliarden. Damit liegt die Kreissparkasse in dieser Sparte auf Platz acht der niedersächsischen Sparkassen. Das Kreditgeschäft zeige, dass die regionale Wirtschaft sich gut entwickele. „Geht es der Region gut, geht es auch der Kreissparkasse gut“, kommentiert Heinemann.

Und das Geschäft mit der Vermittlung von Immobilien, Lebensversicherungen und Wertpapieren brummt. Das Maklergeschäft erreichte mit 12,2 Millionen Umsatz einen Rekordwert (2018: 10,8 Millionen). Das Geldinstitut vermittelte 1045 Bausparverträge mit einer Summe von 43,1 Millionen Euro und Lebensversicherungen mit einem Volumen von 8,7 Millionen.

Im Niedrigzinsumfeld steigt das Interesse an Wertpapieren. Das Gesamtvolumen von Käufen und Verkäufen sank zwar leicht um 1,9 Millionen auf 55,6 Millionen Euro. Doch kauften die Sparkassenkunden für 18,8 Millionen mehr Wertpapiere, als sie verkauften (2017: 10,2 Millionen).

Wandelkonzert im Wasserschloss

Die niedrigen Zinsen befeuern weiter den Bausektor. Die Kreissparkasse versucht, dem Wunsch nach dem Eigenheim unter anderem mit der Vermarktung von Baugebieten in Fürstenau und Ankum nachzukommen. Sie plant ein eigenes Wohnbauprojekt in Quakenbrück. Doch die Nachfrage bleibt riesig. Insgesamt müssten die Gemeinden aber deutlich mehr tun, um Bauland ausweisen, sind sich Heinemann und sein Vize Lars Pfeilsticker bei der Präsentation der Jahreszahlen in Bersenbrück einig.

Vom wirtschaftlichen Erfolg ihres Geldinstituts profitiert die Region. Mit 600 000 Euro Spende unterstützte die Kreissparkasse mehrere Hundert Projekte, von der Anschaffung neuer Zelte für Zeltlager über Präventionsprojekte an Grundschulen bis zu den Konzerten der Quakenbrücker Musiktage und im Kloster Malgarten. Die Sparkassenstiftung wurde um eine Zustiftung von 50 000 Euro aufgestockt, die in die Ausschüttung fließen sollen.

Kreissparkasse Bersenbrück in Zahlen. Quelle: Kreissparkasse Bersenbrück Foto: Martin Schmitz/Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Gern erinnert sich Heinemann an das Sparkassenforum mit dem schlagfertigen CDU-Politiker Wolfgang Bosbach oder an das Landwirtschaftsforum mit Ministerin Barbara Otte-Kinast. Für ein Wandelkonzert im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage werde in diesem Jahr zum ersten Mal das Wasserschloss Hammerstein-Loxten in Nortrup seine Pforten öffnen, kündigt er an.


Öffungszeiten und Beratung: Dass sich bei der Kreissparkasse Bersenbrück etwas tut, merken viele Kunde an eingeschränkten Öffnungszeiten in den kleinen Geschäftsstellen seit Jahresbeginn. Sie seien Teil eines seit sechs Jahren laufenden Umbaus, mit dem das Geldinstitut sein Beratungsgeschäft stärken wolle, erklärt in der Jahreskonferenz Sparkassenvorstand Bernd Heinemann.

Dieser Umbau trage bereits Früchte, ergänzt Vorstand Lars Pfeilsticker, mit dem gleichen Personalstamm wie zuvor würden mehr Kunden betreut. Um Personalabbau geht es also nicht. „Keine Sparkasse in Niedersachsen investiert so viel in Aus- und Fortbildung wie wir“, so Heinemann.

Die 16 kleinen Filialen werden nur noch einmal am Tag geöffnet, wechselweise vormittags und nachmittags. Für alltägliche Bankgeschäfte können die Kunden zusätzliche SB-Bereiche nutzen, das telefonische Servicecenter oder online gehen. Möglichkeiten, die immer mehr genutzt würden.

Ihre Beratungszeiten hat die Kreissparkasse zugleich bis 19 Uhr ausgedehnt. Für Themen wie Baufinanzierung, mittelständische Kunden und Agrarkunden gibt es Beratungsmöglichkeiten in den fünf Regionalcentern Quakenbrück, Fürstenau, Ankum, Bersenbrück und Bramsche. Für speziellen Bedarf wie überregional tätige Kunden wird gerade in Bersenbrück neben der Zentrale für vier Millionen Euro ein Beratungscenter gebaut.

Auch intern wurden die Strukturen angepasst, zum Beispiel zwei Abteilungen zusammengefasst, die sich mit Marktfolge im Kreditgeschäft beschäftigen. Vom Umbau erhofft sich das Geldinstitut, zu einer „ganzheitlichen Beratung“ zu kommen. Im alten System habe der Filialleiter das gesamte Spektrum abgedeckt. Doch die Materie werde anspruchsvoller, und im hektischen Betrieb einer Kleinfiliale fehle häufig die Ruhe für intensivere Beratungen, Finanzchecks etwa, um Lücken der Altersversorgung zu schließen.ms

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