Hedwig Voss: Beförderungsgeschäft gestern und heute Aschenputtels Schuh im Bersenbrücker Taxi?

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Bersenbrück. Ein echter 24-Stunden-Betrieb ist das Taxiunternehmen Voss von Hedwig und Dietmar Voss am Heideweg in Bersenbrück. Taxifahren ist mittlerweile nur noch ein Teil des vielfältigen Geschäfts.

Mit 18 Fahrzeugen sind die Mitarbeiter der Firma Voss unterwegs. Davon sind neun Pkw und Kleinbusse „echte“ Taxis. In diesem Jahr kommt ein Elektrofahrzeug dazu. An dieser Stelle zeigt sich die Handschrift der nachfolgenden Generation, Sohn Dietmar Voss ist seit einigen Jahren mit im Geschäft.

Der Unterschied zu Mietwagen sei bedeutsam, betont Hedwig Voss. Taxis dürfen ihre Fahrgäste überall abholen, an jeden Ort bringen und auf „Taxiständen“ und entsprechend ausgewiesenen Parkflächen auf Kunden warten.

Mietwagen hingegen fahren ohne Taxischild, können eigene Tarife wählen , fahren von ihrer Zentrale los und kehren jedes Mal zu dieser zurück.

Taxi ist Vertrauenssache

Die Fahrten seien fast immer unproblematisch, erzählt Voss. Es sei aber schon vorgekommen, dass Fahrgäste an einer roten Ampel aussteigen würden oder Jugendliche weglaufen würden, ohne zu zahlen. Das sei zum Glück nur selten der Fall.

Bei jungen Partygängern ergebe es sich zur Beruhigung von Eltern oft, dass sich Freundeskreise ein Großraumtaxi zu und von der Party oder der Diskothek vorab buchen. Auch an der Stelle zeige sich, dass das Taxigeschäft Vertrauenssache sei.

Es gebe nicht mehr viele Betriebe in der Region, die ein vollständiges Nachtgeschäft mit abdecken. „Das ist schon aufreibend für die Mitarbeiter“, so Hedwig Voss. Das Fahrerteam sei das große Kapital des Betriebes. „Es sind viele gute Seelen, die für uns hier arbeiten.“

In der Zentrale am Bersenbrücker Heideweg ist rund um die Uhr Betrieb. Der Gemeinschaftsraum mit Teeküche und Kaffeemaschine er-möglicht es den Fahrern, ihre Schichten gut zu organisie-ren und auch ihre Pausen einzulegen. Die familiäre Atmosphäre sei ihr wichtig, betont Hedwig Voss.

Geschäft wandelt sich

Taxifahren sei immer mehr zum Nebengeschäft geworden, so Hedwig Voss, die den Betrieb seit 41 Jahren führt, jetzt mit ihrem Sohn Dietmar zusammen. Krankenfahrten und Fahrten von Menschen im Rollstuhl, die Beförderung Alterer und der Anteil der Schulfahrten hätten sich stark erhöht.

Aber auch Eiltransporte und Gütertransporte sind Standbeine des Unternehmens. Für die Auftraggeber seien Subunternehmer interessant, da die Verantwortung für Personal und Ausfälle durch Krankheit dann bei den beauftragten Unternehmen liege. Wenn jemand ausfalle, seien in ihrem Betrieb immer Kollegen da.

Die Taxitarife sind landkreisweit einheitlich geregelt. Ab dem 1. Februar beträgt die Grundgebühr für die Anfahrt 4,80 Euro. Die ersten 1000 Meter Fahrtstrecke sind enthalten. Ab dann bis 5000 Meter fallen 2,20 Euro an. Danach kostet ein Kilometer 1,90 Euro. Von 21 Uhr bis 6 Uhr und an Sonn- und Feiertagen gelten erhöhte Tarife.

Bei Großraumtaxis gibt es einen Aufschlag von sechs Euro pro Fahrt, wenn mindestens fünf Fahrgäste einsteigen. Würde die Anzahl nicht erreicht, gebe es auch keinen Zuschlag.

Gute Gespräche

Das Fahren und der Kontakt mit Menschen macht ihr Spaß. „Es werden oft viele gute Gespräche geführt“, so Hedwig Voss. Ältere Menschen würden sich freuen, wenn sie sich in Ruhe unterhalten könnten und ihnen jemand einfach mal zuhöre.

Häufig würden Fahrgäste etwas in den Fahrzeugen vergessen, Jacken, Regenschirme und vor allem Handys. Meistens melden sich die Verlierer. Was nicht zum Eigentümer zurückfindet, wird in einer Kiste gesammelt.

Besonders in Erinnerung sei ihr und ihren Mitarbeitern ein nahezu märchenhafter Fund. Eine Frau hatte einen silbernen Damenschuh im Fußraum verloren. „Irgendwie wie Aschenbrödel im Märchen“, so Voss und ihre Kollegen. Auch der Schuh hat schließlich zu seiner Besitzerin zurückgefunden.

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