Milchkanne als 5G-Protest im Ratssaal Ankum will „Masterplan 2035“

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Ankum. Was macht eine Milchkanne auf dem Tisch des Bürgermeisters in der Ankumer Gemeinderatssitzung? Sie war als Protestsymbol gedacht.

„5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“, hatte sich Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) dafür ausgesprochen, sich mit dem Ausbau des neuen Datenfunkstandards 5G auf dem Lande Zeit zu lassen. „Dem widersprechen wir hier alle, glaube ich und fordern die Bundesregierung auf, für gleiche Lebensbedingungen für alle Bürger zu sorgen,“ eröffnete Ankums Bürgermeister Detert Brummer-Bange (UWG) die Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Gerade mobiles Internet sei eine große Chance für entferntere Gebiete, sprach er sich für einen flächendeckenden Ausbau aus.

Starkstromleitung: Breiten Raum nahm im Bericht des Bürgermeisters ein Erörterungstermin ein zum Verlauf der Starkstromtrasse im Nordkreis tags zuvor in Essen in Oldenburg. Netzbetreiber Amprion schlägt einen unterirdischen Verlauf der Leitung östlich von Ankum vor, weil in der Nähe der Trasse Wohnhäuser auftauchten, die in den Unterlagen nicht verzeichnet waren. Trassengegner hatten kritisiert, dass die veralteten Pläne reichlich spät aktualisiert worden seien. Die Kritik hätten die Netzbetreiber nicht angenommen. Sie hätten vielmehr erklärt, das zurzeit laufende öffentliche Verfahren sei dafür gedacht, blinde Flecken in der Planung ausfindig zu machen, um die Pläne zu aktualisieren.

Unterirdische Leitungen per Bohrung mit der neuartigen AGS-Technik einzubringen, komme nicht infrage, weil das Land Niedersachsen diese Technik als ungeeignet für 380-kv-Leitungen ablehne.

Behördenvertreter des Landkreises Osnabrück hätten die Argumente der Gemeinde tatkräftig unterstützt. In Druchhorn werde geprüft, ob eine Verlegung der Trasse beim Ahauser Zuschlag sinnvoll sein. Dafür spreche sich auch das Landeforstamt aus.

Baugründstücke: Brummer-Bange wies darauf hin, dass das Baugebiet der Kreissparkasse Bersenbrück an der alten Ziegel so weit gediehen sei, dass der Hausbau dort beginnen könne. Das Baugebiet der Gemeinde in der nördlichen Kunkheide befinde sich in der Auslegungsphase. Der Bürgermeister hofft, dass das Verfahren im Sommer 2019 abgeschlossen werden kann, was bedeuten würde, dass die ersten der 120 dort geplanten Bauplätze vielleicht schon ab dem Herbst baureif sein könnten. Im Baugebiet werde eine Fläche freigehalten für den Fall, dass die Gemeinde eine zusätzliche Kindertagesstätte bauen müsse.

Zentrum: Die Baugebietssatzungen für das Gelände des Hotel Schmidt und des Modehauses Oevermann in der Ortsmitte sollen im Januar verabschiedet werden. Besitzer Georg Dobelmann habe die Absicht, zügig mit dem Bauen zu beginnen, sobald der Weg dafür frei sei.

Masterplan: Im Zusammenhang mit der Überplanung des Gebiets um die Gebäude Schmidt und Oevermann sei der Plan gereift, einen „Masterplan Ankum 2035“ aufzustellen. Der Gemeinderat werde irgendwann in den ersten drei Monaten 2019 in Klausur gehen und den Plan entwerfen. Anschließend solle dieser Plan auch öffentlich vorgestellt werden.


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