Jutta Stalfort interviewt Zeitzeugen Neue Chronik der Samtgemeinde Bersenbrück vorgestellt

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Jutta Stalfort stellt ihre Chronik der Samtgemeinde Bersenbrück im Ratssaal vor, dessen bunte Wappenfenster heraldisch von der Dreiheit Kreis, Stadt und Samtgemeinde Bersenbrück erzählen. Mit von der Partie: Auftraggeber Samtgemeindebürgermeister Horst Baier und Georg Geers vom Medienpark Ankum
              , der das Buch auflegte
              . Foto: Martin SchmitzJutta Stalfort stellt ihre Chronik der Samtgemeinde Bersenbrück im Ratssaal vor, dessen bunte Wappenfenster heraldisch von der Dreiheit Kreis, Stadt und Samtgemeinde Bersenbrück erzählen. Mit von der Partie: Auftraggeber Samtgemeindebürgermeister Horst Baier und Georg Geers vom Medienpark Ankum , der das Buch auflegte . Foto: Martin Schmitz

Bersenbrück Kann man so ein Buch eine Chronik nennen? Jutta Stalfort nimmt sich als Autorin zurück und lässt Zeitzeugen die Geschichte der Samtgemeinde Bersenbrück erzählen. Die geben manches zu Protokoll, was bislang so noch nicht bekannt war.

In einer Reihe von Vorträgen überall in der Samtgemeinde hat die Bersenbrücker Historikerin mit Doktortitel Kapitel aus ihrem Buch vorgestellt. Im Bersenbrücker Samtgemeinderathaus präsentiert sie zum Verkaufsstart das Buch zusammen mit Samtgemeindebürgermeister Horst Baier, dem Initiator, und Georg Geers vom Medienpark Ankum, der die technische Seite der Produktion übernahm. „Von (Durch)-Drehleitern, Puddingbeschlüssen und wie man Mehrheiten findet. Die Geschichte der Samtgemeinde Bersenbrück“ nennt es sich und schon allein der Titel ist erklärungsbedürftig: er greift einen bizarren Streit um eine Feuerwehrdrehleiter auf und ein Internum der Verwaltung, in dem es darum geht, wie man einem Gremium unangenehme Beschlüsse schmackhaft macht.

Die Idee zum Buch hatte, Samtgemeindebürgermeister Horst Baier. Als die beiden über das Projekt verhandelten, erzählt er, überraschte sie ihn mit dem Satz „Wenn Sie eine konservative Chronik wollen, müssen sie jemand anders suchen.“ Damit rannte sie offene Türen ein, dröge Festeschriften hat auch die Samtgemeinde im Schrank. Baier betrachtet den Kosmos Samtgemeinde mit seinen sieben Mitgliedsgemeinden aus dem Blickwinkel eines Dezernenten und Berufspolitikers, der in Großkommunen Karriere machte.

„Ein cooles Gebilde„

Aber er empfindet dabei viel Sympathie und Faszination, und die teilt er mit Stalfort. Sie nennt die Samtgemeinde „ein cooles Gebilde“, die ihren selbstständigen Mitgliedsgemeinden „Freiräume bietet, in denen sie sich entwickeln können.“ Stalforts Methode gehört zum Neuesten, das die Geschichtswissenschaft zu bieten hat: Oral History, mündlich überlieferte Geschichte, von Zeitzeugen wiedergegeben. Archivarbeit blieb ihr trotzdem nicht erspart, sie wertete Ratsprotokolle und Zeitungsbände aus, um sich vorzubereiten auf sechs Experteninterviews.

Stalfort befragte Günther Marotzke, Verwaltungsmann der ersten Stunde, Manfred Krusche, Oppositioneller und mittlerweile einer der dienstältesten Kommunalpolitiker Deutschlands. Rede und Antwort standen ihr auch ihr Vater Walter Sandbrink, Bersenbrücker Altbürgermeister und in der Samtgemeindepolitik immer im Auge des Orkans.

Michael Lübbersmann sprach mit ihr über die dynamischen Nullerjahre, in denen er als Samtgemeindebürgermeister Dinge zustande brachte wie ein bundesweit vorbildliches einheitliches Kindergartenmanagement. Lübbersmann macht hier zum ersten Mal öffentlich, dass die Fusion von Ankum und Bersenbrück zur Einheitsgemeinde tatsächlich als erster Schritt zur Umwandlung der Samtgemeinde in eine Einheitsgemeinde gedacht war.

Baier hingegen bekennt sich zur Samtgemeinde. Doch bei Themen wie der Bauhofreform trotzen ihm die Gemeinden genauso wie seinem Vorgänger. Das hat schon etwas Mystisches.


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