Geschenk von Hubert Bollmann Zwölf Ordner voll mit Riester Sportgeschichte

Von Ilona Ebenthal

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Ein grandioses Geschenk übergab Hubert Bollmann an die Vorstandsmitglieder Richard Steinkamp (links) und Matthias Langenkamp (rechts). Foto: Ilona EbenthalEin grandioses Geschenk übergab Hubert Bollmann an die Vorstandsmitglieder Richard Steinkamp (links) und Matthias Langenkamp (rechts). Foto: Ilona Ebenthal

Rieste. 100 Jahre alt wird der SC Rieste 2020. Ein unschätzbar kostbares Geschenk hat der Verein aber jetzt schon erhalten – und zwar von seinem wohl größten Fan. Hubert Bollmann Senior überreichte dem SC-Vorstand eine mehrbändige Chronik unter anderem mit sämtlichen Zeitungsausschnitten aus der Vereinsgeschichte.

Der 90-Jährige will gar kein großes „Bohei“ um die Sache machen und erzählt viel lieber von seinem Bruder Fritz, der die umfangreiche Sammlung bis zum Tod 1998 im Alter von 72 Jahren zusammengestellt hatte. Im VfL-Museum in Osnabrück befindet sich eine ähnliche Sammlung für diesen Verein, ebenfalls ein Werk seines verstorbenen Bruders.

Seit 20 Jahren hat Hubert Bollmann nun diese ehrenvolle und zeitaufwendige Arbeit übernommen. Die 12 Aktenordner enthalten mittlerweile rund 1100 in Klarsichtfolie gehüllte, beidseitig beschriftete Seiten mit Zeitungsausschnitten, Tabellen, Fotos, Listen von Vorständen, Trainern, Spielern, Spielklassen, Ergebnissen, Nachrufen und jeder noch so kleinen Begebenheit rund um den SC Rieste. Eine spannende Lektüre nicht nur für Fußballfans. 

Goldfischteich statt Dusche

Richard Steinkamp, Vorsitzender des SC Rieste, und Jugendwart Matthias Langenkamp dürfen die wertvollen Bände bei Hubert Bollmann in Bieste in Empfang nehmen und blättern völlig begeistert quasi in der Geschichte des Vereins. Sie entdecken Fotos von SC-Spielern, die sich 1937 mangels Dusche nach einem Spiel im Goldfischteich von Familie Kramer auf Lage waschen. Sie erfahren, dass August Thesing 1908 den ersten Fußball für die „Fußballfreunde Rieste“ als Vorläufer des 1920 gegründeten Sportclubs kaufte. Auch der bekannte Spruch „Siehste, siehste, so schießt Rieste“ findet sich Schwarz auf Weiß in einem Zeitungsausschnitt. 

Hubert Bollmann erinnert sich bis ins Detail an nahezu alle Spiele und Begebenheiten. Er weiß, wer sich für eine glänzende Torwartparade vom Publikum feiern ließ und dabei den heranrollenden zweiten Schuss übersah. Er erzählt von der Taufe des „Hölzernen Jupps“ – des alten Pokals – im „Jordan“, sprich der Hase, und kann alle Spieler auflisten, die beim ersten Spiel nach der Neugründung 1947 aufgestellt waren. Er erzählt, wie nach gewonnener Herbstmeisterschaft auf der Rückfahrt von Emlichheim der Wirt einer Gaststätte „blank gezapft“ wurde. 

„Der SC Rieste war immer mein Verein“, sagt Bollmann, der bei nahezu allen Spielen ein treuer Begleiter war. Als der Biester im September seinen 90. Geburtstag feierte, durfte er sich nicht nur über ein Vogelhäuschen im SC-Rieste-Look freuen, sondern bekam auch eine schicke SC-Rieste-Torte mit dem Lager-Tor und einem Marzipanfußball neben dem Malteserkreuz.  

Nur ein einziges Spiel

In jungen Jahren als Linienrichter tätig, später als Betreuer der zweiten Mannschaft, habe er selber allerdings nur ein einziges Mal Fußball gespielt, bei einer Begegnung zwischen Bieste i. O. gegen Bieste i. H., erzählt Hubert Bollmann. Sein schlimmstes Erlebnis bim Fußball hatte er im Alter von rund neun Jahren. Als Zuschauer beim Spiel gegen den Osnabrücker SV 08 habe ein Spieler des SC Rieste einen heftigen Beinbruch erlitten und vor Schmerzen geschrien.

Bis heute besucht Hubert Bollmann nach Möglichkeit jedes Heimspiel des SC Rieste und rundet den Eintrittspreis dann gerne mal auf. Richard Steinkamp und Matthias Langenkamp, die sich für das tolle Geschenk an den SC Rieste bedanken, versprechen dem treuen Fan von nun an freien Eintritt und Verpflegung bei jedem Spiel auf dem Sportplatz Lage. Die zahlreichen Dokumente werden vor allem der Chronik-Gruppe im Festausschuss einen tollen Fundus bieten. Auf das Jubiläumsfest seines Lieblingsvereins im Juni 2020 freut sich auch Hubert Bollmann schon.


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