Jeannette Hammel: Spaß am Lesen vermitteln Bersenbrück: Bibliotheken im Internetzeitalter

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Jeannette Hammel.
              
                Foto: Martin SchmitzJeannette Hammel. Foto: Martin Schmitz

Bersenbrück Auch im digitalen Zeitalter haben Büchereien ihre Bedeutung, sagt Jeannette Hammel, Chefin der Bibliothek im Medienforum Bersenbrück. Kindern zum Beispiel könnten sie Lust am Lesen vermitteln, Älteren den Umgang mit dem Internet.

Frau Hammel, würden Sie die Bibliothek kurz vorstellen?

Die Bibliothek im Medienforum besteht seit 2004 und wurde aus der Samtgemeindebücherei Bersenbrück, und den Schulbibliotheken des Gymnasiums und der Berufsbildenden Schulen zusammengeführt, heute fungiert sie als Samtgemeinde- und Schulbibliothek. Seit 2004 wird die Bibliothek von einer Bibliothekarin, also einer Fachkraft, geleitet.

Im Internetzeitalter scheinen alle Informationen jederzeit online verfügbar. Bücher kann man rund um die Uhr herunterladen. Braucht man da noch eine Bibliothek?

Ja, wenn auch nicht mehr ausschließlich so, wie man sie in der Vergangenheit gebraucht hat. Jetzt ist es unsere Aufgabe, Nutzer im Umgang mit dem Internet und Informationen zu schulen, sowie viele verschiedene andere Dinge, wie ich sie im Bildungsausschuss bereits erwähnt habe.

Die Nutzung der Medien Buch und Internet scheint auch eine Frage des Alters zu sein. Junge Leute bevorzugen das Netz, alte das Buch. Was kann eine Bibliothek tun, um die Jungen fürs Lesen und für das Buch zu gewinnen?

In der Fachwelt werden viele Dinge ausprobiert. Der Julius-Club zum Beispiel, den wir jedes Jahr durchführen, ist eine Chance, weil er für jeden etwas bietet. Ansonsten ist es wichtig sich auch an den Lebenswelten der Jugendlichen zu orientieren. Bei vielen sind Computerspiele sehr beliebt, und wir bieten dann nicht nur sogenannte „Guides“ für die Spiele an, sondern auch Romane oder Comics die in der Welt des Videospiels spielen.

Umgekehrt können auch Senioren vom Internet profitieren. Was kann Sie, um Senioren den Zugang zur digitalen Welt zu eröffnen?

Erfahrungsgemäß sind es die Kinder, die den Senioren Smartphones schenken und so einen Beitrag zur Digitalisierung leisten. Bibliotheken bieten dann verschieden Kurse an, „Sprechstunden“ werden die häufig genannt, bei denen Senioren dann beraten werden können. Im Moment haben wir zum Beispiel ein Projekt, mit Gabriele Linster, der Seniorenbeauftragen der Samtgemeinde, bei dem wir eine Mediensprechstunde anbieten. Dabei werden nicht nur Fragen beantwortet, sondern auch Dinge von Interesse geklärt, wie Suchmaschinenalgorythmen, Fake News und das Einbinden des Smartphones in verschiedene Lebenslagen.

Im Bildungsausschuss der Samtgemeinde Bersenbrück sprachen Sie davon Bibliotheken könnten auch einen Beitrag leisten zur Bekämpfung des Analphabetentums und zur Sprachförderung. Wie ist das gemeint?

Bibliotheken sind Unterstützer in der Sprachförderung. Entweder bieten sie selbst Kurse mit Fachpersonal an, wie wir Lol-Lesen mit einer Fachkraft aus der Frühförderung durchführen, oder sie unterstützen die Kitas in Ihrer Arbeit mit Medienkisten, Informationsmaterial und Fachliteratur. Analphabetismus ist ja das Fehlen der Lesefähigkeit. Während die Schulen den Kindern die „Technik“ des Lesens beibringen, ist es an den Bibliotheken den Spaß am Lesen zu vermitteln. Denn nur wer Freude am Lesen hat, wird es auch gerne machen. Hierzu gibt es bei uns verschiedene Angebote, wie die Buchverkostung, die wir mit den 3. Klassen durchgeführt haben. Aber häufig ist es klassische Bestandsarbeit, also interessante passende Bücher für Kinder aussuchen, damit sie ihre Technik einüben und Spaß am Lesen entwickeln können.


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