Aktionen gegen häusliche Gewalt Anti-Gewalt-Tag in der Samtgemeinde Bersenbrück

Gewalt gegen Frauen ist ein Thema, dass alle angeht – zeigte die große Resonanz beim Hissen der Flagge Terre des Femmes. Foto: Samtgemeinde BersenbrückGewalt gegen Frauen ist ein Thema, dass alle angeht – zeigte die große Resonanz beim Hissen der Flagge Terre des Femmes. Foto: Samtgemeinde Bersenbrück

pm/nor Bersenbrück „Null cm Toleranz! – Nein zu Häuslicher Gewalt!“ lautet das aktuelle Motto des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November. Rund um den Anti-Gewalt-Tag weisen die Gleichstellungsbeauftragten im Osnabrücker Nordkreis mit verschiedenen Veranstaltungen auf die immer noch vorhandenen Missstände hin. Zum Auftakt der Aktionswoche wurde am Dienstag vor dem Bersenbrücker Rathaus die Fahne der Frauenrechtsorganisation „Terre des femmes“ gehisst.

Zuvor hatten aktive Frauen und Männer auf dem Bersenbrücker Wochenmarkt und vor dem Rathaus symbolisch kleine Maßbänder an Passanten verteilt. Die Maßbänder in Form eines kleinen Häuschens sind nicht nur ein praktischer Alltagsgegenstand, sondern verweisen zudem auf den ernsten Hintergrund des Themas. Mit dieser gemeinsamen Aktion machten die Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt (Biss), das Frauen- und Kinderschutzhaus, die Gleichstellungsbeauftragte und die Polizei auf die Probleme von psychischer und physischer Gewalt im häuslichen Umfeld aufmerksam, unter der vor allem Frauen zu leiden haben. Die Dunkelziffer häuslicher Gewalttaten ist trotz zunehmender öffentlicher Diskussionen sehr hoch.

Groß war denn auch die Resonanz beim Hissen der Flagge der Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ als weithin sichtbares Symbol des Anti-Gewalt-Tages. Der Arbeitskreis „Häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt“ des Präventionsrates der Samtgemeinde hatte die Aktionen ebenfalls mit organisiert, dazu gehörte auch das anschließende Frühstück im Rathaus, bei dem die bundesweite Aktion Hilfetelefon – Beratung und Hilfe für Frauen vorgestellt wurde. An vielen öffentlichen Toiletten verweisen Aufkleber auf das Hilfetelefon, das rund um die Uhr von Fachkräften besetzt ist, an die sich Frauen in Not wenden können.

Workshops und Vortrag

Bis zum Freitag werden in Merzen und Quakenbrück weitere Aktionen zum Anti-Gewalt-Tag stattfinden. Am Dienstagnachmittag leitete die Opferschutz-Expertin Dagmar Freudenberg im Bersenbrücker Rathaus einen Workshop zum Thema „Die Istanbul-Konvention – Bedeutung und Chancen vor Ort“. Mit diesem Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt haben sich die EU-Staaten dazu verpflichtet, alles dafür zu tun, dass Gewalt gegen Frauen bekämpft, Betroffenen Schutz und Unterstützung geboten und Gewalt verhindert wird.

„Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“ heißt die Workshop-Reihe für Mädchen und Jungen, die die Jugendpflege am Dienstag (um 16 Uhr im Jungstreff) und Mittwoch (um 16 Uhr im Mädelstreff) in Merzen anbietet; am Donnerstag, 22. November um 15 Uhr findet im Kidstreff eine Abschlussveranstaltung zum Thema Gewalt statt. Mit dem Anti-Gewalt-Tag beschäftigt sich auch die Abendmesse in der Merzener St.-Lambertus-Kirche am Donnerstag, 29. November um 19 Uhr. Am Freitag, 23. November, wird um 11.30 Uhr die Fahne „Frei leben – Ohne Gewalt“ vor dem Rathaus in Neuenkirchen gehisst.

Ein ökumenischer Gottesdienst unter dem Leitsatz „Es ist nicht alles rosarot“ beginnt am Donnerstag, 22. November, um 19 Uhr in der Dorotheen-Kirche in Nortrup. Am Freitag. 23. November, geht es in Quakenbrück am und im Rathaus weiter. Nach der Straßenaktion unter dem Motto „Null cm Toleranz – Nein zu häuslicher Gewalt“ um 10 Uhr wird auch hier um 11 Uhr die blaue Aktionsflagge gehisst. Im Anschluss um 11.30 Uhr folgt ein Vortrag mit Diskussion zum Thema „Prostitution“. Referentinnen sind Martina Niermann, Leiterin von Solwodi Osnabrück, und Mechthild Auf dem Berge von der Initiative Solwodi-Sisters.


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