Deutsch-niederländisches Projekt Startschuss für Friedensinitiative „Zurück nach Westerbork“

Von Michael Goran

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Sie präsentiertendas Projekt „Zurück nach Westerbork“: die Mitglieder des Stiftungsvorstandes des Erinnerungszentrums – unter ihnen Martin Espenhorst aus Gehrde (Dritter von links). Mit von der Partie war unter anderen auch Jetta Klijnsma, Kommissar des Königs für die Provinz Drenthe (Neunte von links). Foto: Guido HansmannSie präsentiertendas Projekt „Zurück nach Westerbork“: die Mitglieder des Stiftungsvorstandes des Erinnerungszentrums – unter ihnen Martin Espenhorst aus Gehrde (Dritter von links). Mit von der Partie war unter anderen auch Jetta Klijnsma, Kommissar des Königs für die Provinz Drenthe (Neunte von links). Foto: Guido Hansmann

mcg Gehrde/Westerbork. Im Jahr 2020 werden Deutsche und Niederländer 75 Jahre lang in Frieden und Nachbarschaft gelebt haben. Einen Beitrag für das Jubiläum der niederländisch-deutschen Partnerschaft leistet die Stiftung „Terung naar Westerbork“ mit einem gleichnamigen Projekt.

n diesem Monat haben die Verantwortlichen im Erinnerungszentrum Kamp Westerbork in den Niederlanden den offiziellen Startschuss für das internationale Projekt gegeben, das Frieden, Versöhnung und Dialog fördern soll.

Als Mitorganisator ist der Historiker Martin Espenhorst aus Gehrde am Projekt „Zurück nach Westerbork“ beteiligt. Geplant ist unter anderem eine mehrtägige, durchaus sportliche Radtour mit Studenten aus den Niederlanden, Deutschland und Polen, die in Auschwitz beginnt, über Bergen-Belsen und das Emsland führt und im Erinnerungszentrum Kamp Westerbork endet.

Zum Flüchtlingslager Kamp Westerbork: Im Juli 1942 wurde es in ein Durchgangslager verwandelt, in dem die SS Deportationen in die östlichen Vernichtungslager, insbesondere nach Auschwitz-Birkenau, organisierte. Diese Route musste auch Anne Frank nehmen, ebenso wie die Familie van Pels aus Gehrde.

Kombination von Bildung und Sport

Martin Espenhorst ist Mitglied des Stiftungsvorstands und erläuterte das Alleinstellungsmerkmal des Projekts: „Diese Kombination von Bildung und Sport ist einzigartig. Man muss etwas für den Wissensaustausch zwischen den Generationen tun. Versöhnung, Kooperation und Frieden werden durch Erinnerung geschaffen.“ Bestandteil der Tour sind Seminare für Studenten insbesondere aus den Niederlanden, Deutschland und Polen. Die Teilnehmer sollen individuell von ihren Erlebnissen berichten. Folgeprojekte könnten Veröffentlichungen oder Ausstellungen sein. Die Radtour beginnt am 23. April 2020 in der Gedenkstätte Auschwitz und endet am 4. Mai in Westerbork.

Das Projekt konnte namhafte Förderer und zahlreiche Unterstützer gewinnen. „Da Niedersachsen eine große Rolle für unser Projekt spielt, insofern dass es ein geografisches Zentrum ist, war es naheliegend, den niedersächsischen Minister für Kultur und Wissenschaft Björn Thümler anzusprechen“, sagte Martin Espenhorst.

Björn Thümler Schirmherr

Björn Thümler, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hatte, meldete sich per Videobotschaft zu Wort: „Ich finde es ein gutes Signal in einer Friedenszeit, die Verbindung zwischen Polen, Deutschland und den Niederlanden hier noch mal deutlich zu machen.“ Weitere prominente Förderer und Unterstützer sind etwa Kommissar des Königs Jetta Klijnsma, die Anne-Frank-Stiftung, die Provinz Drenthe, aber auch Persönlichkeiten aus dem Sport wie die Radsportlerin Marijn de Vries.

Mit 70 angemeldeten Gästen stieß der Beginn des Projekts auf reges Interesse. Martin Espenhorst stellte fest, wie wichtig der europäische Gedanke für Frieden in der europäischen Geschichte gewesen ist: „Vielfalt, die nicht Konflikt schafft, sondern Lösungen generiert. Begeistert hat mich die Zusammenarbeit mit den holländischen Freunden.“


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