Abrissarbeiten schreiten voran Hotel Hengeholt-Heuer in Bersenbrück verschwindet Stück für Stück

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Bersenbrück. Stück für Stück verliert die Stadt Bersenbrück in diesen Tagen ein markantes und geschichtsträchtiges Gebäude. Die Abrissarbeiten am ehemaligen Hotel Hengeholt-Heuer in der Lindenstraße laufen stetig voran, sodass auch bald der vordere Gebäudeteil verschwunden sein wird.

Schon seit Mitte September ist das Kettenkamper Unternehmen Övermöhle Recycling damit beschäftigt, das alte Hotel und den Festsaal abzureißen. An gleicher Stelle will die Hase-Wohnbau als Wohnbaugesellschaft der Samtgemeinde Bersenbrück ein Wohn- und Bürogebäude errichten. Im Erdgeschoss soll ein Familienzentrum als Außenstelle der Samtgemeindeverwaltung einziehen.

Vom hinteren Gebäudeteil hat sich der Abrissbagger langsam vorangearbeitet. Dabei müssen die Recycling-Experten behutsam vorgehen, schließlich soll der Schutt des geschichtsträchtigen Gebäudes sorgsam getrennt und entsorgt werden.

Im Juli 2010 feierten Renate und Hans-Wilhelm Heuer als letzte Inhaber des Traditionshauses noch das 125-jährige Bestehen des Hotels, ehe sie zum Jahresende 2017 den Betrieb einstellten.

Eine Postkarte aus dem Jahr 1912 zeigt die Gaststätte Hengeholt. Rechts der Festsaal, der 1955 vergrößert wurde. Repro: Bernhard Mecklenfeld

Das Haus an der Lindenstraße wurde 1885 als Bäckerei gegründet und war ab 1900 Gastwirtschaft. Bis 1952 hieß es noch Hengeholt, 1952 kam im Namen das „Heuer“ dazu, nachdem Heinz Heuer den Betrieb übernahm und aus dem Gasthaus das Hotel Hengeholt-Heuer machte.

Vom großen Festsaal, der Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet und im Jahr 1955 vergrößert worden ist, steht nur noch die Außenmauer zur Ostseite. Über Jahrzehnte war der Saal der zentrale Veranstaltungsort für Bersenbrück. Hier vergnügten sich die Bersenbrücker bei Theateraufführungen, Bällen, Karnevalssitzungen und den legendären Tanzveranstaltungen zu Weihnachten. Im Festsaal feierte man 1956 die Stadterhebung Bersenbrücks und gestaltete bei Ratssitzungen Lokalpolitik.

Hier sahen sich die Bersenbrücker bis Mitte der 1960er Jahre im dort beheimateten Kino „Central“ die neuesten Spielfilme, hier wurden aber auch während des Zweiten Weltkrieges die jungen Männer der Stadt vor ihrer Einberufung zum Kriegsdienst auf ihre Tauglichkeit untersucht.

Auch als Vereinslokal vieler Vereine und Verbände der Stadt bleibt das Hotel Hengeholt-Heuer vielen Bersenbrückern in nachhaltiger Erinnerung bleiben.


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