Offene Tür im Museum im Kloster In Bersenbrück wird die Nordkreis-Geschichte lebendig

Von Miriam Heidemann

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mihe Bersenbrück. Mit hellen Räumen, modernen Ausstellungseinheiten und verschiedenen Medienstationen hat das neu gestaltete Museum im Kloster viele Besucher am Tag der offenen Tür begeistert. Ob auf den Spuren der Geschichte bei einer Führung durch die Museumsräume oder Kaffee und Kuchen bei abwechslungsreichem Bühnenprogramm im Festzelt – das Museumsfest zur Neueröffnung des Museums im Kloster bot ein ausgiebiges Programm für zahlreiche Interessierte.

Man müsse sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, das Museum in Ruhe anzusehen und zu genießen, sagte Bersenbrücks Bürgermeister Christian Klütsch zur Begrüßung und zeigte sich froh, dass das ehemalige Kreismuseum nicht nur erhalten geblieben sei, sondern auch als barrierefreies und interaktives Museum die Region bereichere. Während im Festzelt Bands wie die Old Button aus Bramsche, Impuls Plus oder der Artländer Shantychor für Unterhaltung sorgten, hatten Gäste und Besucher die Gelegenheit die neuen Ausstellungsräume des Museums im Kloster zu erkunden.

Drei Epochen – drei Persönlichkeiten

Neben neuer Eingangs- und Empfangssituation an der Tordurchfahrt zum Stiftshof überzeugte auch das neue Ausstellungskonzept. Drei historische Persönlichkeiten aus der Geschichte von Kloster und Kreisverwaltung leiten durch die Ausstellung. Äbtissin Dorothea Sophie von Molte als Vorsteherin der Zisterzienser-Frauengemeinschaft in Bersenbrück repräsentiert die Klosterzeit des 17. und 18. Jahrhunderts. Für die Zeit der Amts- und Kreisverwaltung in Bersenbrück steht Amtmann Johann Wilhelm Gerhard Niemeyer. Die Zeit des Landkreises Bersenbrück Anfang des 20. Jahrhunderts verkörpert dagegen der Landrat Hermann Rothert, der mit „Herz für Geschichte“ die Gründung und Einrichtung des Regionalmuseums in Bersenbrück vorantrieb.

Geschichte des Gebäudes

„Mein Credo ist, wenn man ein Museum in einem historischen Gebäude einrichtet, dann muss auch die Geschichte des Gebäudes erzählt werden“, sagt Arnold Beuke bei einer Führung durch die Ausstellungsräume. Der Historiker erarbeitete das inhaltliche Konzept der Dauerausstellung im Museum. Immer wieder begegnen die drei historischen Akteure in den verschiedenen Ausstellungseinheiten, werden mittels Hörstationen sogar zu lebendigen Begleitern. In fiktiven Anekdoten berichten die Stimmen der Drei von historischen Begebenheiten. Die Hörstationen des Landrats Rothert basieren sogar auf seinen erhaltenen Lebenserinnerungen.

Mit moderner Inszenierung und der Einsetzung medialer Elemente wird der Ausstellungsrundgang zu einem Erleben der Geschichte. „Das ist der Grundgedanke unseres Museums, dass wir eine Sammlung haben, die wir zeigen wollen, um damit Geschichte zu erzählen“, so Fabian Schröder vom Kulturbüro des Landkreises Osnabrück. Es handele sich um eine klassische historische Ausstellung, denn der Besucher folgt einer Chronologie. Gleichzeitig werde Wissen mit verschiedenen Medien und teils auf spielerische Art vermittelt. Interaktive Medienstationen animierten insbesondere jüngere Besucher dazu, sich mit der Geschichte ihrer Region zu beschäftigen. So solle auch das museumspädagogische Angebot für Kinder und Schulklassen in Zukunft stärker ausgebaut werden.

Doch auch Kenner des ehemaligen Kreismuseums zeigten sich zufrieden: Die originale Bauerndiele im ersten Obergeschoss ist an Ort und Stelle verblieben. Informationstafeln – in allen Räumen auf Deutsch und Plattdeutsch – und zusätzliche Hörstationen informieren über das Bauernleben von damals. Ein Modell eines Bauernhauses zeigt vor allem der jüngeren Generationen, wie das Leben auf dem Land einst aussah.

Museum am Laufen halten

Franz Buitmann, Vorsitzender des Kreisheimatbundes Bersenbrück, freute sich über die vielen Besucher am Wochenende. Der Verein übernimmt ehrenamtlich die Gewährleistung der Öffnungszeiten und die Betreuung des Museums in Bersenbrück. Außerdem werden auch Sabrina Sommerfeld und Fabian Schröder vom Kulturbüro des Landkreises mindestens einen Tag pro Woche vor Ort sein. „Es ist ein Museum des Altkreises Bersenbrück und seiner Geschichte“, sagt Buitmann.

So sei das Museum nicht nur für Bersenbrücker Bürger ein Anlaufpunkt, sondern für alle aus unserer Region. Auch ehrenamtliche Helfer aus dem gesamten Altkreis seien in der Museumsarbeit miteingebunden. „Es ist ein schönes Museum geworden und unsere Aufgabe ist es jetzt, das auch am Laufen zu halten“, ergänzte Elisabeth Middelschulte, Bersenbrücker Ratsfrau.


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