Seit 50 Jahren Dirigent von „Cäcilia“ Viel Beifall in Bieste für Jubiläumsmesse von Alfred Figura

Von Hans Schmutte

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Rieste. Die kleine Kirche St.Maria in Bieste war bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Grund war ein nicht alltägliches Jubiläum, das im Rahmen einer Festmesse gefeiert wurde. Seit 50 Jahren ist Alfred Figura als Dirigent des Gesangvereins „Cäcilia“ Bieste tätig. Anlass für ihn, eine Jubiläumsmesse zu komponieren, die sein Chor auf beeindruckende Weise uraufführte.

Im gesamten Leben des 69-jährigen Alfred Figura spielte die Musik immer eine zentrale Rolle. Am Tag seines Jubiläums war das nicht anders. „Missa Maria assumpta“ hatte er für diesen Festtag komponiert und einstudiert, eine große Herausforderung für seinen Chor. „Cäcilia“ Bieste folgte bestens vorbereitet, äußerst konzentriert und sicher dem Dirigat ihres Chorleiters. Rhythmische Besonderheiten wurden präzise ausgeführt, harmonische Reibungen klar und deutlich dargestellt. Tonarten- und Taktwechsel gingen wie selbstverständlich ineinander über, wie auch melodische und harmonische Wendungen. Durch den Pianisten Christian Aumann hatte der Chor einen sicheren Begleiter, der in stimmiger Zusammenarbeit mit dem Dirigenten den etwa 30 Sängerinnen und Sängern eine verlässliche Unterstützung war.

Es war eine überaus gelungene Uraufführung dieser dreistimmigen lateinischen Messe. Alfred Figura und sein Chor wurden von den Gottesdienstbesuchern zu Recht mit reichlich begeistertem Beifall bedacht. Der anschließende abendliche Empfang im Saal Otte im benachbarten Neuenkirchen-Vörden war geprägt von lobenden Worten für den engagierten Musiker Figura und, wie konnte es anders sein, jeder Menge Musik. Dabei wurde „Cäcilia“ Bieste unterstützt von den befreundeten St.-Bonifatius-Sängern aus Neuenkirchen und dem Chor „Bel Canto“ aus der polnischen Partnergemeinde Polska Cerekiew, der mit einer 20-köpfigen Abordnung zum Figura-Jubiläum angereist war. Souverän führte die „Cäcilia“-Vorsitzende Sonja Revermann als Moderatorin durch den Abend, in dessen Verlauf sie einige Anekdoten über ihren Dirigenten zum Besten gab.

Bürgermeister Pjotr Kalzy aus Polska Cerekiew und Chorleiter Jan Groeger betonten in ihren auf Deutsch gehaltenen Grußreden die enge Freundschaft mit den Biestern, insbesondere zu dem hiesigen Chor, durch den die Partnerschaft der Gemeinden erst zustande gekommen sei. Darauf wies auch Bürgermeister Sebastian Hüdepohl aus Rieste hin, der mit einigen Ratsmitgliedern anwesend war und sich im Namen der Gemeinde für die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit Alfred Figuras bedankte. Die Familie Figura kommt gebürtig aus der Gemeinde Polska Cerekiew, dem früheren Groß Neukirch.

Musikalische Höhepunkte des Abends waren die gemeinsamen Auftritte aller drei Chöre, wobei das mit Dirigent Figura gefühlvoll vorgetragene Lied „Die Rose“ die Zuhörer besonders begeisterte und Gänsehautfeeling aufkommen ließ. „Musik ist sein Leben. Er ist verliebt in die Musik, ja musikbesessen“, sagt Anne Krusche, Chormitglied und Schwester von Alfred Figura über ihren Bruder. „Als Kind und Jugendlicher spielte er Klavier, und ich musste als Gesangsbegleitung herhalten“, erinnert sie sich. Mit 13 Jahren habe er schon öffentlich in einer Band gespielt. Als Dirigent sei er konsequent und verlange viel von seinem Chor, ohne ihn dabei zu überfordern. Für Anregungen sei er offen und probiere gerne Neues. Er habe einen speziellen, hintergründigen Humor, könne aber auch über sich selber lachen.

In einem musikalische Haushalt aufgewachsen, viel es seinen Lehrern nicht schwer, die Liebe zur Musik in ihm weiter zu entfachen. Schon während seines Studiums am Konservatorium klapperte er 1968 in Bieste mit dem Fahrrad die Haushalte ab, um den von seinem Vater 1947 ins Leben gerufenen Chor neu zu beleben. Krankheitsbedingt hatte der Vater nicht weiter dirigieren können. So leitete der junge Alfred 19-jährig, mit einer großen Portion Nervosität schon bald die erste Chorprobe von „Cäcilia“ Bieste, dem Chor, dem er bis heute treu geblieben ist.

Ein Faible hat Figura für das Komponieren, wovon auch der Chor profitiert. So passt er das Liedgut an dessen Gegebenheiten und Erfordernissen an. Seine Komposition „Missa Maria assumpta“ ist so gelungen, dass der Kuhnert Verlag sie zügig in sein Programm aufnahm und auch Interesse an Figuras weiteren Werken bekundete.

Im Rahmen des Empfangs wurden weitere Chormitglieder für ihre langjährige Zugehörigkeit geehrt. Anne Krämer singt seit 50 Jahren bei „Cäcilia“, ist also ebenso lange Mitglied im Chor wie ihr Dirigent. Geehrt für 40-jährige Mitgliedschaft wurde Hubert Bollmann, für 50-jährige (in den letzten Jahren allerdings passiv) Hedwig Steinkamp.

Alle drei Chöre werden zum „Finale“ von Alfred Figura dirigiert. Foto: Hans Schmutte

Seinen besonderen Humor stellte Alfred Figura in seinem Schlusswort unter Beweis. Abschließend äußerte er zwei Wünsche für den Fall seines Ablebens: Erstens, einen Platz im himmlischen Symphonieorchester als beamteter Musiker. Zweitens, das erste Konzert mit ihm möge, noch nicht gleich morgen stattfinden.


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