Festakt zur Wiedereröffnung Im Museum im Kloster in Bersenbrück beginnt eine neue Ära

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Bersenbrück. 1,5 Millionen Euro hat der Landkreis Osnabrück in die Sanierung des Museums in Bersenbrück gesteckt. Als Museum im Kloster ist es am Samstag wieder eröffnet worden. Zur dritten Feier dieser Art – nach 1924 und 1970 – kamen ein Landesminister – und sogar drei frühere Hausherren.

Den feierlichen Akt hatte der Kreis als Träger des Museums in ein Festzelt verlegt. Locker und launig führte Moderator Ludger Abeln durch das 90-minütige Programm, das auch dank des Saxofonquartetts der Kreismusikschule Osnabrück alles andere als staubtrocken war.

(Weiterlesen: Umbau im „Museum im Kloster“ in Bersenbrück kurz vor Abschluss.)

„Es ist geschafft“, freute sich Landrat Michael Lübbersmann. Das Museum im Kloster sei nicht nur moderner, heller und attraktiver geworden, sondern auch ein gelungenes Beispiel für die „wichtige Aufgabe einer Gesellschaft, das kulturelle Erbe einer Region zu pflegen und weiterzugeben“. Durch die veränderte Konzeption sei es ein Vorbild für den ländlichen Raum, das Haus erfülle als Bildungseinrichtung nun auch pädagogische Ansprüche. Lübbersmann hoffte, dass die Dauer- und Sonderausstellungen die Menschen anlockten. „Dafür wird engagierte Arbeit nötig sein, und ein bisschen Geduld werden wir auch haben müssen.“

„Das ist der Start in eine neue Ära“, beglückwünschte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler den Kreis. Die Investition in ein altes Museum sei wichtig, „weil das Orte sind, die die Kultur vor Ort entscheidend prägen“. Kultur sei der „Kitt für die Gesellschaft, Kitt für das, was uns Menschen ausmacht und zusammenhält“. Außerdem trügen Museen zur Entschleunigung in einer schnelllebigen Zeit bei. Es sei richtig, im 21. Jahrhundert Museen zu eröffnen, Ausstellungen immer wieder neu zu konzipieren und für die Besucher erlebbarer und erfahrbarer zu machen. „Diese Entwicklung hat aber kein Ende“, sagte der Minister.

Viel Lob für Sanierung und Neuausrichtung

Bersenbrücks Bürgermeister Christian Klütsch ist stolz auf das „wunderschöne Museum“, auf das die Stadt und der Altkreis Bersenbrück stolz sein könnten. Mit Sanierung und Umbau sei „viel Verstaubtes“ entfernt worden, stattdessen trage eine Dauerausstellung für alle Altersgruppen mit einer multimedialen Präsentation den Ansprüchen der Zeit Rechnung. Als „ziemlich verschnarcht und in die Jahre gekommen“ hatte Sabine Schormann, Direktorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, das frühere Museum kennengelernt. Jetzt sei alles „frisch und aufgeräumt“, der Ansatz, Geschichte durch die Geschichte dreier Persönlichkeiten zu erzählen, „sehr spannend“.

Lob kam auch von Hans Lochmann, dem Geschäftsführer des Museumsverbandes Niedersachsen-Bremen: „Ein Museum muss hin und wieder gründlich entstaubt werden.“ Es lebe von Wiederholungsbesuchern, denen ein attraktives Programm geboten werden müsse. Eine Herausforderung sei es für die Macher, bei der Präsentation der Exponate einen Zwischenweg zwischen analogen und digitalem Museum zu finden. Gleichwohl: „Das Original ist immer unschlagbar.“

(Bildergalerie: Museum im Kloster in Bersenbrück eröffnet: Der Festakt im Bild.)

„Jede Zeit erfordert einen neuen Blick“, erläuterte Historiker Arnold Beuke zusammen mit Franz Buitmann, Vorsitzender des Kreisheimatbundes Bersenbrück (KHBB), die Konzeption des Museums. Gescheitert sei der Versuch, es nach 1972 zu einem Museum des Landkreises Osnabrück zu machen, so Beuke. Es sei zwar weitergeführt, aber nicht weiterentwickelt worden. Dem früheren Leiter Gerd Philipp sei es als „Schatzhüter“ dennoch gelungen, es mit bescheidenen Mitteln „über Wasser zu halten“.

Bei der Neuausrichtung sei das Gebäude, in dem sich das Museum seit Gründung im Jahr 1924 befindet, in den Fokus gerückt worden. Einst Kloster, dann Amts- und Kreissitz, später Museum – jede Epoche brachte eine bedeutende Persönlichkeit hervor, die die Besucher als Museumsgefährten begleiten. „Wenn man sich in die Ausstellung hineinversetzt, werden sie lebendig“, so Beuke.

Landrat Rothert trifft auf Landrat Lübbersmann

Kaum hatte er das ausgesprochen, betraten zur Überraschung des Publikums Äbtissin Dorothea Sophia von Moltke (Meike Rump), Amtmann Johann Wilhelm Gerhard Niemeyer (Uwe Berning) und Landrat Hermann Rothert (Stefan Heil) – die Mimen gehören der Theaterwerkstatt Quakenbrück an – nacheinander die Bühne, naturgemäß entsetzt über „die vielen Menschen hier“. Sie berichteten im Gespräch mit Ludger Abeln anschaulich aus ihrer Zeit, und Landrat Rothert ließ sich sogar entlocken, dass er als Kandidat gegen Landrat Michael Lübbersmann anträte, „wenn man da anklopfen würde an meine Tür“. Er habe der Presse entnommen, dass die Sozialdemokraten ja keinen Kandidaten aufbieten würden: „Ich stehe bereit.“


Öffnungszeiten

Das Museum im Kloster in Bersenbrück ist mittwochs von 9 bis 12 Uhr, donnerstags von 14 bis 17 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Am Reformationstag, 31. Oktober, kann es von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr besucht werden.

Kontakt: Museum im Kloster, Stiftshof 4, Bersenbrück, Telefon 05 41/

5 01 90 91, E-Mail: museum@landkreis-osnabrueck, Internet: www.museum-im-kloster.de

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