Noch Investoren gesucht Ankumer Unternehmer plant Gesundheitszentrum in Afrika

Peter Bergmann, Geschäftsführer des Ankumer Unternehmen Flores Medizintechnik (Mitte) zeigt Thomas Serries vom Unternehmensservice der Wigos (links) und Felix Bruns vom Verein „Nachhaltig gegen Hunger“ sein Unternehmen. Foto: Wigos/Kimberly LübbersmannPeter Bergmann, Geschäftsführer des Ankumer Unternehmen Flores Medizintechnik (Mitte) zeigt Thomas Serries vom Unternehmensservice der Wigos (links) und Felix Bruns vom Verein „Nachhaltig gegen Hunger“ sein Unternehmen. Foto: Wigos/Kimberly Lübbersmann

Ankum. Der Ankumer Peter Bergmann will ein Gesundheitszentrum an der Elfenbeinküste aufbauen. Um sein Projekt in Afrika zu realisieren, sucht der Geschäftsführer der Flores Medizintechnik noch Investoren.

Peter Bergmann hat ein Faible für Afrika. Über private Kontakte hat er mehrere Reisen auf den Kontinent unternommen und dabei medizinische Hilfsgüter transportiert oder vermittelt: von Medikamentenlieferungen über medizintechnisches Gerät bis hin zu einem ausgedienten Krankenwagen. Jetzt sieht er die Chance, durch den Aufbau eines Gesundheitszentrums an der Elfenbeinküste karitatives Engagement mit Geschäftsinteressen zu verbinden. „Wenn wir Fluchtursachen bekämpfen wollen, müssen wir Arbeitsplätze vor Ort schaffen“, schilderte er Thomas Serries von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land (Wigos) bei einem Unternehmensbesuch seine Beweggründe.

In Felix Bruns, Agrarökonom und ehemaliger Ministerialrat, hat er für dieses Vorhaben einen Partner gefunden. Der ausgewiesene Afrikakenner, der unter anderem dem Verein „Nachhaltig gegen Hunger“ vorsteht, sieht große wirtschaftliche Potenziale: „Das Gesundheitssystem der Elfenbeinküste ist schlecht bis kaum vorhanden. Aufgrund der seit einiger Zeit wieder relativ stabilen politischen Lage hat sich hier jedoch in den letzten Jahren eine Mittelschicht etabliert, die bereit und in der Lage ist, für Gesundheitsdienstleistungen zu bezahlen“, schildert Bruns. Auch die Regierung wolle mit Unterstützung der Industrieländer die Gesundheitsbranche ausbauen. Ein Indikator dafür, wie interessant das Land wirtschaftlich sei, zeige das Engagement der Chinesen: Sie investierten massiv in den am schnellsten wachsenden Wirtschaftsraum Afrikas.

Doch auch andere Partner sind bereits mit im Boot: der ehemalige Botschaftsattaché der Elfenbeinküste in Berlin, heute stellvertretender Botschafter in den USA ebenso, wie verschiedene Medizinexperten aus Deutschland und Afrika. Bruns, der in den vergangenen 20 Jahren mit seinem gemeinnützigen Verein vor allem im Bereich Schulbildung eine Vielzahl von Projekten an der Elfenbeinküste durchgeführt und unter anderem rund 4000 Schulplätze geschaffen hat, ist zuversichtlich: „Wir haben große Unterstützung.“

Entstehen sollen in einem ersten Schritt eine Dialyse- und eine Rettungsstation in der mit fünf Millionen Einwohnern größten Stadt Abidijan. Unterstützt wird das Vorhaben nach Aussagen von Bergmann und Bruns von Firmen wie Fresenius Medical Care. Außerdem ist eine mobile Augenarztpraxis in Planung.

„Was uns jetzt noch fehlt, sind weitere deutsche Investoren“, erläutert Flores-Geschäftsführer Bergmann. Dafür sieht er gute Chancen, da es ausgesprochen günstige Exportkreditversicherungen gebe: „Es ist möglich, durch Euler-Hermes-Bürgschaften das politische Risiko zu großen Teilen aufzufangen.“ Aktuell bereite er mit Felix Bruns eine Informationsveranstaltung für potenzielle Geldgeber vor.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN