Unternehmen will neue Produkte fertigen Culimeta-Halle in Bersenbrück ist fertig

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Die Produktionshalle des neuen Culimeta-Firmensitzes in Bersenbrück ist fertig und wird bezogen. Foto: Horst SchwitallaDie Produktionshalle des neuen Culimeta-Firmensitzes in Bersenbrück ist fertig und wird bezogen. Foto: Horst Schwitalla

Bersenbrück. Die Produktionshalle im neuen Culimeta-Firmensitz in Bersenbrück ist fertig. Gerade rechtzeitig, der Textilglas-Spezialist hat neue Produkte marktreif gemacht, für die die Halle gebraucht wird.

„Bersenbrück war mal an der Reihe“, kommentiert Geschäftsführer Vincent Cuylits einen jahrelangen Entscheidungsprozess um einen Neubau am Stammsitz des Unternehmens. Europaweit stellt es an zehn Standorten Produkte aus unbrennbarem Glasfasern her, vom Schutzhandschuh bis zur Dachbespannung. Die Palette erweitert sich rasch, seitdem Culimeta verstärkt selbst entwickelt. Da wäre zum Beispiel die Automotive-Sparte, erläutern Cuylits und Einkaufsleiter Frank Keck. Sie stellt unter anderem Isolierungen für Abgasschalldämpfer und Katalysatoren her, „aus einem Guss“, passgenau und ohne Schnittverluste beim Material. Mit dieser neuen Technik ist Culimeta den Mitbewerbern derzeit einen Schritt voraus. Autobauer sind so angetan von der passgenauen Katalysatorisolierung, das in Bersenbrück vermehrt aufträg eingehen.

In der Sparte Relining geht es um die Sanierung von Kanalrohren mit einem Glasfaserschlauch, mit Harz getränkt, der mit UV-Licht zum Rohr ausgehärtet wird. Diese Technik können auch kleine Handwerksunternehmen sehr flexibel einsetzen. Innobra schließlich soll die Palette der Innovationen noch vergrößern, mit feuerhemmenden Materialien für den Hausbau zum Beispiel. „Einen so katastrophalen Hochhausbrand wie in London wird es mit solchen Produkten nicht mehr geben“, ist Frank Keck überzeugt.

Sicherheitstrakt

An der Max-Planck-Straße, wo das ursprünglich niederländische Unternehmen seit den Sechzigerjahren zu Hause ist, reicht der Platz nicht mehr. Culimeta will auch hier weiter tätig bleiben, hat aber von der Stadt Bersenbrück eine Fläche im Industriegebiet nicht weit davon erworben und die Baugebietsplanung eng mit der Stadt abgestimmt.

Auch mit der Gewerbeaufsicht gab es Abstimmungsbedarf. Für Relining werden styrolhaltige Kunstharze verwendet, die im Handling unproblematisch seien, für die aber trotzdem hohe Sicherheitsbestimmungen gelten, so Cuylits und Keck. Für die Produktion wurde in der 3500 Quadratmeter großen Halle ein explosions- und feuerfester Sicherheitstrakt eingezogen.

Während die Halle mit Vorrang hochgezogen wurde, hat das Unternehmen den Verwaltungstrakt an der Seite der Lohbecker Straße noch einmal umplanen lassen, um ihn zu optimieren. Als zweistöckiges Gebäude mit zwei Flügeln soll er nun einen Innenhof mit dem Polytechnikum umschließen. Die Bauarbeiten laufen noch und werden voraussichtlich im Frühjahr abgeschlossen.

Das Konzept für das „Culimeta-Headquarters“ wurde bewusst so ausgelegt, dass es Luft lässt für Erweiterungen. Hinter dem Gebäudekomplex mit Front zur Werner-von Siemens-Straße erstreckt sich ein freies Grundstück bis zur Bersenbrücker Ortsumgehung. Viel Platz für weitere Hallen, die Stück für Stück nach hinten angesetzt werden sollen.

Es ist absehbar, dass nach Abschluss von „Phase eins“ mit der ersten Halle und dem Forschungs- und Verwaltungstrakt im kommenden Jahr es gleich mit dem Bau einer zweiten Halle weitergehen könnte. „Die Halle ist zu drei Vierteln schon verplant“, sagt Vincent Cuylits. Und das Culimeta-Technologiezentrum hat noch viele Ideen für unbrennbare, reißfeste und extrem biegsame Textilien aus Glasfasern. Komponenten zum Beispiel, die verhindern, das bei einem Unfall Flammen in den Passagierraum eines Autos hineinschlagen und die Insassen gefährden.


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