Deutsche Sprache verbindet KFD Ankum will Nähcafé der Flüchtlingshilfe eingliedern

Von Liesel Hoevermann

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Nähcafé AnkumNähcafé Ankum

Ankum. Alle zwei Wochen treffen sich Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in den Räumen der August-Benninghaus-Schule, um an den dortigen Nähmaschinen zu arbeiten und dabei miteinander ins Gespräch zu kommen. Jetzt überzeugten sich Frauen der KFD vor Ort von dem langfristigen Konzept.

Einige praktische Einkaufstaschen liegen auf den Tischen im Nähraum der Ankumer Oberschule, wahlweise mit klassischen Tragegriffen oder in moderner Rucksackoptik. In ihnen sind ehemalige Hemden und T-Shirts verarbeitet, was jedem Stück einen individuellen Charakter verleiht.

An den mehr als zehn modernen Nähmaschinen sitzen Frauen und arbeiten an weiteren Taschenmodellen. Dabei unterhalten sie sich über die Näharbeiten, aber auch über andere Themen. Manche sind alteingesessene Ankumer, andere haben ihre kulturellen Wurzeln in anderen Nationen, einige sind Flüchtlinge.

„Ursprünglich hatten wir hier noch mehr Flüchtlingsfrauen, aber die Idee des gemeinsamen Tuns und miteinander Sprechens ist grundsätzlich gut für die Integration neuer Mitbürgerinnen“ erklärt Irmgard Wanstrath, die als Integrationslotsin zu den Organisatorinnen des Nähcafés gehört. Ebenso wie ihre Mitstreiterinnen ist sie von dem Projekt überzeugt und auch von dessen Zukunft.

Deutsch verbindet

Dazu gehört neben dem Nähen der Taschen auch die Möglichkeit, etwa eigene Kleidungsstücke zu flicken, zu kürzen oder zu erweitern. Ruth Kriege und Christa Hummert unterstützen dabei als Ehrenamtliche mit fachlichem Rat.

Davon profitieren alle nähbegeisterten Frauen – egal ob einheimisch oder aus anderen Nationen. Und der Austausch darüber, welcher Faden wo in die Maschine eingefädelt werden muss, welche Naht am besten hält oder welche Kordel farblich zu welchem Stoff passt, ist mindestens so wichtig wie die tatsächliche Näharbeit.

Denn darüber kommen die Frauen ins Gespräch. Das ist je nach Deutschkenntnissen nicht immer einfach, aber Deutsch ist schließlich auch die Sprache, die alle Kulturen hier verbindet. Das erhöht die Lernbereitschaft auf der einen und das geduldige Bemühen auf der anderen Seite.

„Grenzen überwinden – gemeinsam lernen“, definiert es Mechthild Wortmann, die sich gleichfalls im Nähcafé engagiert. Und so erklärt sie es auch gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen den Frauen von der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) Ankum, die sich vor Ort ein Bild machen vom Projekt Nähcafé. Immerhin sind diese von den gewonnenen Eindrücken so überzeugt, dass sie einer Angliederung des Nähcafés an die KFD zustimmen.

„Die Idee vom Nähcafé, in dem Frauen aller Nationen voneinander lernen können und darüber in gemeinsame Gespräche kommen, finden wir gut und können uns dies auch als Teil der KFd-Arbeit vorstellen. Das werden wir in unserer nächsten Mitgliederversammlung mit allen Frauen besprechen“, erläutert Marianne Saft den nächsten Schritt.

Der Nähraum in der Oberschule ist mit seiner Grundausrüstung ideal für die Frauen, die sich hier an jedem ersten und dritten Freitag im Monat um 17 Uhr treffen. „Den verdanken wir der guten Zusammenarbeit mit Jonas Olding von der Samtgemeinde Bersenbrück“, fügt Mechthild Wortmann hinzu. Olding ist Sozialarbeiter und arbeitet unter anderem auch im Bereich der Flüchtlingsbetreuung.

Wenn genügend Taschen und andere Näharbeiten fertig sind, sollen diese im Rahmen eines Basars verkauft werden und die Erlöse wiederum einer Einrichtung in Ankum zufließen.

Bis dahin wird aber noch fleißig genäht. Dafür sind weitere Interessenten ebenso willkommen wie gut erhaltene Stoffspenden notwendig. Für beides ist Irmgard Wanstrath Ansprechpartnerin, erreichbar unter der Telefonnummer 05462/1329.


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