ASD hat mit Bau begonnen Mehrgenerationenquartier soll Ankums neuer Treffpunkt werden

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Ankum Die Bagger haben sich tief in den Sand am Vogelberg hineingegraben. Mitten in Ankum baut der Pflegedienst ASD sein Mehrgenerationenquartier. Die Ausmaße sind imposant. Spannender noch dürfte die Idee sein, die hier verwirklicht werden soll: Ein Platz mitten im Ort, an dem die Generationen sich treffen und durchmischen.

Keine Baubrache in der Samtgemeinde Bersenbrück dürfte so öffentlich und transparent überplant worden sein wie das alte Grundschulgelände nördlich der Kirchburg in Ankum. Nach dem Umzug der Grundschule auf den Kattenboll startete der Gemeinderat einen formlosen Ideenwettbewerb. Er wollte ausloten, was die Bürger sich wünschten für das hektargroße Grundstück zwischen Kolpingstraße und Schulstraße, das sich in drei Ebenen den Hang hinauf erstreckt. Einen kleinen Park, stellte sich heraus. Plus Wohnungen und etwas, was Leben ins Ankumer Zentrum bringt, Geschäfte oder Büros vielleicht.

Die Gemeinde brachte die Idee eines dritten Kindergartens für Ankum ein und startete einen Architektenwettbewerb dafür. Der Kindergarten ist mittlerweile verwirklicht in der südöstlichen Ecke, dem höchsten Teil des Geländes. Der Bürgerpark soll in Angriff genommen werden , wenn der ASD seinen Bau abgeschlossen hat.

Für knapp 4000 Quadratmeter Grundstück auf der unteren Etage startete die Gemeinde nämlich ein Bieterverfahren. Nicht das höchste Gebot sollte zum Zuge kommen, sonder die beste Idee. Wer hier bauen wollte, musste eine unabhängige Jury und den Gemeinderat überzeugen. Das gelang dem ASD mit seiner Idee vom Generationenquartier gegen fünf Mitbewerber.

Über fünf Jahre zieht sich schon der Prozess der Entscheidungsfindung und Neugestaltung des Grundstücks. Es gab eine Verzögerung, weil die alte Grundschulturnhalle noch gebraucht wurde. Doch nun ist der ASD am Zug.

Garten der Sinne und Salzgrotte

15 Eigentumswohnungen sollen in einem kleinen Ensemble miteinander verbundener Bauten entstehen, erläutert Kathrin Wojtun-Wernsmann. Die Wohnungen würden so ausgelegt, dass sie sich „für jedes Alter eignen“, sagt die ASD-Geschäftsführerin. „Eine Durchmischung ist gewollt.“

Außerdem will der Pflegedienst drei Wohngemeinschaften einrichten „mit einem erweiterten pflegerischen Konzept“, unter anderem für Demenzkranke. Mit dem Haus Amaryllis in Bersenbrück startete der ASD als einer der ersten in Deutschland eine solche Einrichtung und verfügt über reichlich Erfahrung, die nun auch in Ankum genutzt werden soll.

Zur Ergänzung seiner Tagespflege an der Druchhorner Straße plant das Unternehmen seine zweite im neuen Mehrgenerationenquartier. Die Verwaltung des über 150 Mitarbeiter großen Unternehmens bleibt aber am alten Standort. Die Kolpingstraße ist eine kleine Wohnstraße, die zur Kirchburg hinaufführt. Hier soll nicht mehr Verkehr hineinfließen, wie zum Betrieb des Mehrgenerationenquartiers nötig ist.

Trotzdem soll das ASD-Quartier ein sehr offenes Haus werden mit einer Kulturetage, auf der Gäste willkommen sind, mitsamt einer für jedermann zugänglichen Salzgrotte. Im Freien soll es einen Garten der Sinne geben, der ebenfalls frei zugänglich ist. „Wir wünschen uns, dass das Mehrgenerationenquartier ein öffentlicher Treffpunkt wird,“ sagt Wojtun-Wernsmann.

Die Nähe zum Kindergarten will sie auch nutzen. Denkbar seien gemeinsame Aktionen von Bewohnern und Kindern, über die Generationen hinweg, erläutert die Sozialpädagogin und Betriebswirtin.

Bis dahin braucht es aber noch ein bisschen Zeit. Mit dem Team um Architektin Heike Heilig rechnete sie mit einem bis anderthalb Jahren Bauzeit. Immerhin geht es um fast 20000 Kubikmeter umbauten Raum und eine Nutzfläche von 2400 Quadratmetern.


Kathrin Wojtun-Wernsmann

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