Geld in Straßenbau umgeleitet Sternstunde kreativer Dorfpolitik in Eggermühlen

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Auch die Schlossalle in Eggermühlen profitiert vom Straßenbauprogramm. Sie bekam einen befestigten Seitenstreifen. Foto: Georg GeersAuch die Schlossalle in Eggermühlen profitiert vom Straßenbauprogramm. Sie bekam einen befestigten Seitenstreifen. Foto: Georg Geers

Eggermühlen. Es waren wohl die Baugrundstücke, die ungewöhnliche viele Zuhörer in die jüngste Eggermühlener Gemeinderatssitzung lockten. Sie bekamen die Informationen, die sie wollten. Und erlebten nebenbei eine Lehrstunde in kreativer Kommunalpolitik.

Rund ums Dorf lief dieses Jahr ein umfangreiches Straßenausbauprogramm. Das Geld dafür stammt aus Grundstücksverkäufen in zwei Flurbereinigungsverfahren. Eigentlich sollte die Verkaufssumme in die Landeskasse abfließen, berichtet Bürgermeister Markus Frerker (CDU). Stattdessen gelang es aber, die Verantwortlichen zu gewinnen, fast eine Million Euro in ein örtliches Straßenbauprogramm zu stecken, wovon die Samtgemeinde Bersenbrück 50000 aufbrachte.

Erneuert wurden Teile des Hehlweges, die Straße „Restrup 33“, die zwar ein Haus in Berge anschließt, aber über Eggermühlener Gebiet verläuft, Turmweg, Ziegeleiweg, Hofdienerweg, Forellenweg, Straßen in Besten und Bockraden. Zur Sprache kam die Angelegenheit im Rat auch nur deshalb, weil auch bislang unbefestigte Feldwege geschottert wurden. Das gilt als Versiegelung, wofür ein Öko-Ausgleich fällig ist.

Kein Problem für Eggermühlen: In der Flurbereinigung sicherte sich die Gemeinde ein Gebiet mit nassen Wiesen in der Restruper Pfände. Für Landwirte sind diese Flächen eher uninteressant. Die Gemeinde aber ließ sie ein wenig bepflanzen und nach ökologischen Gesichtspunkten umgestalten. Dafür gab es ein Guthaben von 120000 Öko-Punkten, genug, um sämtliche Baugebiete der Gemeinde der letzen 25 Jahre auszugleichen, was bislang unterblieben war.

Land in Reserve

Nun verfügt die Gemeinde über ein „Restguthaben von 65000 Öko-Punkten, aus dem es aktuelle Baumaßnahmen wie den Straßenbau oder das neue Wohnbaugebiet am Bramberg mühelos ausgleichen kann. Andere Gemeinde müssen für jede neue Baumaßnahme ein passendes Grundstück finden, kaufen und seine Aufwertung bezahlen. Falls das Punkteguthaben eines Tages verbraucht sein sollte, auch kein Problem: In der Restruper Pfände hat Eggermühlen noch drei Hektar Reserve, die auf Aufwertung wartet.

Die Aufwertung Eggermühlener Datenleitungen mit Glasfaserkabeln kommt Stück für Stück voran. Das Kabel für den Kabelverzweiger am Friesenweg soll bis Ende des Jahres durch das bereitliegende Leerrohr geschossen sein. Dann könnten bis 50 MB Datengeschwindigkeit drin sein für Berg-, Garten-, Blumen- und Wiesenstraße. Der Ausbau in Besten soll ebenfalls bis Jahresende abgeschlossen sein, berichtete Marco Hömer (CDU).

Der Antrag für die Dorferneuerung in der Dorfregion Bippen-Eggermühlen, sei auf dem Weg, fügte Ramona Ebler (CDU) hinzu. Ratskollgin Ruth Gerdes (SPD) will ihre Pensionierung im kommenden Februar nutzen, um den Ehrenamtslotsen Peter Schmitz zu unterstützen. Für den Seniorenmittagstisch am Freitag braucht sie ab November allerdings selbst Unterstützung.


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