Live-Operation am Kunststoffknochen Fachärzte informieren in Ankum über Arthrose

Von Franz Buitmann

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Eine Knieprothesen-Implantation an einem Kunststoffknochen zeigten Hanno Huflage, Mumme Schüller und Jan Rasmus Trümper bei einer Infoveranstaltung im Marienhospital. Foto: Franz BuitmannEine Knieprothesen-Implantation an einem Kunststoffknochen zeigten Hanno Huflage, Mumme Schüller und Jan Rasmus Trümper bei einer Infoveranstaltung im Marienhospital. Foto: Franz Buitmann

Ankum. Wann sollte ich über ein künstliches Gelenk nachdenken? Die Frage stand im Mittelpunkt des Vortrages zum Thema Arthrose von Dr. Jan Rasmus Trümper. Höhepunkt der Infoveranstaltung am Marienhospital Ankum-Bersenbrück war zweifellos eine Live-Operation am Kunststoffknochen mit Implantation einer Knie-Prothese.

Bevor aber Dr. Mumme Schüller, Dr. Jan Rasmus Trümper und Hanno Huflage, alle drei Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) für Orthopädie am Marienhospital Ankum-Bersenbrück, ihre medizinischen Instrumente zückten, sprach Trümper über Schmerzen und Bewegungseinschränkungen durch Arthrose – laut Trümper eine der häufigsten Gelenkerkrankungen weltweit.

Besonders oft seien Hüft-, Knie- oder Schultergelenke betroffen. Fast acht Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gelenkverschleiß. Der verlorene Knorpel könne nicht wiederhergestellt und die Arthrose nur verlangsamt, aber nicht geheilt werden. Wenn konservative Therapieansätze wie Krankengymnastik oder Schmerzmittel nicht mehr weiterhelfen, sollte über ein künstliches Gelenk nachgedacht werden.

Die Gelenke des menschlichen Körpers müssten über viele Jahrzehnte zum Teil höchsten Belastungen standhalten. Komme es zum Gelenkverschleiß, zur Arthrose, treten chronische Schmerzen und Beschwerden auf, die die Lebensqualität erheblich einschränken.

Umso wichtiger sei eine frühzeitige Diagnostik und Behandlung. Die Behandlung erfolge, je nach Ausprägung der Arthrose, nach einem Stufenschema: Ernährungsumstellung, Bewegung und Gewichtsreduktion, Physiotherapie und medikamentöse Therapie, Knorpeltransplantationen, Umstellungsoperationen und Arthroskopien und schließlich die Endoprothetik.

Ein künstliches Gelenk sollte dabei die letzte Alternative sein. Die Wahl der richtigen Prothese werde dabei für jeden Patienten individuell getroffen, so Trümper. Der Arzt empfahl ein künstliches Gelenk, wenn die Schmerzen und die Behinderung im Gelenk zunehmen und konservative Behandlungen ausgeschöpft sind.

Die Mehrzahl der modernen Prothesen bestünden heute aus Titan. Bei den Gleitlagern gebe es Varianten aus Polyethylen, Keramik oder Kobalt-Chrom-Legierungen. Im Normalfall bleibe eine Gelenkprothese viele Jahre funktionstüchtig. Prothesen könnten mehr als 20 Jahre ohne Probleme implantiert bleiben, individuelle Faktoren wie Osteoporose, Unfälle, körperliche Aktivität, Gewicht und Alter des Patienten könnten die Lebensdauer allerdings beeinflussen. Implantate können zementiert, verklemmt oder verschraubt werden, um Halt im Knochen zu finden. Der stationäre Aufenthalt dauere in der Regel etwa sechs bis sieben Tage, darauf folgen meistens entsprechende stationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahmen. Die Operation selbst dauere etwa ein bis zwei Stunden und könne in Vollnarkose oder in Teilnarkose erfolgen.

Schon am ersten Tag nach der Operation wird mit ersten Gangübungen an Gehstützen begonnen, um den Muskelaufbau zu fördern und die Gehfähigkeit wiederherzustellen. Bei Schulter-Endoprothesen werden entsprechende Übungen durchgeführt, unterstützt von der Abteilung Physiotherapie. Wichtig seien regelmäßige Kontrolluntersuchungen, dazu gehören auch Röntgenaufnahmen.

Zu einem Highlight wurde dann die Live-Operation am Kunststoffknochen, bei der die Mediziner eine Knieprothesen-Implantation mit echten Implantaten und Instrumenten zeigten. Dabei wurde deutlich, dass es bei derartigen Operationen neben medizinischem Fachwissen auch handwerkliches Geschick bedarf.


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