Samtgemeinde stellt Manager ein Klimaschutzoffensive in Bersenbrück

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Letzte Barriere vor der großen Flut: 2008 wurde das Reservebecken des Alfsees geöffnet. Zweimal in 30 Jahren wurde es geflutet, um extremes Hochwasser aufzufangen. Folge der Klimaveränderung? Foto: NLWKNLetzte Barriere vor der großen Flut: 2008 wurde das Reservebecken des Alfsees geöffnet. Zweimal in 30 Jahren wurde es geflutet, um extremes Hochwasser aufzufangen. Folge der Klimaveränderung? Foto: NLWKN

Bersenbrück. Die Samtgemeinde Bersenbrück will einen Klimaschutzmanager einstellen. Er soll nicht nur die Kommune beraten, sondern auch ihre Bürger.

Wie Samtgemeindebürgermeister Horst Baier in der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderates mitteilte, übernimmt das Bundesumweltministerium bis zu 65 Prozent der Kosten. Voraussetzung für diese Förderung sei ein Klimaschutzkonzept. Die Samtgemeinde Bersenbrück habe aber mit der Projektträgergesellschaft Jülich abgestimmt, anstelle es Konzepts eine Einstiegsberatung wahrzunehmen.

An dieser Stelle kommt der Landkreis Osnabrück ins Spiel. Um seine Kommunen zu ermutigen, etwas für den Klimaschutz zu tun, übernimmt er die Kosten dieser Einstiegsberatung. Die Samtgemeinde, so Baier, habe die vier Büros aufgefordert, ein Angebot abzugeben. Der Auftrag sei an das Büro Graw aus Osnabrück vergeben worden, das das günstigste Angebot abgegeben hatte. Die Einstiegsberatung soll bis zum 30. November abgeschlossen werden.

Kontakt mit Ruma schärfte den Blick

Zwischen der Hinwendung zum Klimaschutz und der Partnerschaft der Samtgemeinde Bersenbrück mit der serbischen Gemeinde Ruma gibt es einen Zusammenhang, erklärte Baier kürzlich in einem Pressegespräch über den Abschluss eines gemeinsamen Projekts der Samtgemeinde mit Ruma.

Zum besseren Kennenlernen gingen die beiden Gemeinden zunächst eine „kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaft“ ein, gefördert aus einem Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Das Programm wiederum fußt auf der Agenda 2030 der Vereinten Nationen von 2015, der auch UN-Mitglied Deutschland zugestimmt hat. Die Agenda 2030 definiert 17 Ziele für eine bessere Welt sozusagen, um in der Sprache der Agenda zu bleiben: für eine nachhaltige Entwicklung.

Zwölf deutsche Kommunen kamen mit ausländischen Partnern in das Programm, unter ihnen Leipzig, Saarbrücken und eben auch die Samtgemeinde Bersenbrück. Ruma und Bersenbrück suchten sich das Ziel Klimaschutz als Thema aus.

Agendagemeinden machen weiter

Allein drei deutsch-serbische Partnerschaften seien dabei gewesen, wunderte sich im Abschlussgespräch in Bersenbrück. Harry Kindt. Er vertritt den Partnerschaftsverein „Brücken bauen“ in der Bersenbrücker Arbeitsgruppe. Ewald Beelmann und Norbert Wagner von der Samtgemeindeverwaltung arbeiten mit ihm zusammen.

In Serbien seien die Agenda 2030 und der Klimaschutz wichtige Themen, sagt Landeskenner Željko Dragic, der ebenfalls teilnahm. Die ständige Überflutungsgefahr, die von den großen Flüssen Donau und Save ausgeht, mag die Serben für den Klimaschutz empfänglich machen, vermutet er.

Wie Kindt und Wagner berichten, schließen beiden Seiten gerade ihre Nachhaltigkeitsprojekte ab. Auf dem Dach des TuS-Sportlerheims in Bersenbrück entsteht eine Fotovoltaikanlage. Online soll sich verfolgen lassen, wieviel Strom die Anlage produziert, und wie viel Kohlendioxid sie der Atmosphäre erspart. Außerdem will die Samtgemeinde Referenten in die Schulen schicken, die Kindern Lust aufs Gärtnern machen sollen. Auch Gemüse aus dem eigenen Garten ist ein Beitrag zum Klimaschutz. In Ruma soll eine kleine Schule mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet werden.

Die Agendagemeinden hätten mittlerweile ein Netzwerk gebildet, so Kindt und Wagner. Viele wollten unbedingt weitermachen. Das Ministerium ermutigt sie dazu und stellt Geld in Aussicht.


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