„Möchten Kindern frühzeitig helfen“ Bersenbrück: Bildungsregion stellt Projekt Bilnos vor

Von Jana Seibel

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Um Lernmotivation von Kindern ging es in einer Veranstaltung der Bildungsregion Nordkreis in Bersenbrück mit Viktoria Franz, Ina Eversmann, Susanne Brundiers und Imke Igelmann (von links). Foto: Jana SeibelUm Lernmotivation von Kindern ging es in einer Veranstaltung der Bildungsregion Nordkreis in Bersenbrück mit Viktoria Franz, Ina Eversmann, Susanne Brundiers und Imke Igelmann (von links). Foto: Jana Seibel

Bersenbrück. Ihr zehnjähriges Bestehen feiert die Bildungsregion Nordkreis mit einer Reihe von Veranstaltungen. Mit einem Vortragsabend im Medienforum Bersenbrück stellte die Bildungsregion das von ihr angestoßene Projekt Bilnos vor.

Rund 50 Lehrer, pädagogische Mitarbeiter und Eltern, nahmen an diesem Abend teil. Die Bildungsregion ist ein Zusammenschluss unterschiedlicher Akteure rund um die Bildung. Bilnos ist eine Bildungs- und Lernberatung zur Bekämpfung von Lese- Rechtschreib- und Rechenschwäche bei Schülern und zur Förderung dieser Kompetenzen, berichtet in Bersenbrück Leiterin Susanne Brundiers. Bilnos berät Eltern, bietet Einzelförderungen an für Kinder und und Weiterbildung für Grundschullehrer. Der Grundgedanke lautet „früh fördern, statt spät sitzen bleiben.“

„Wir möchten Kindern frühzeitig helfen. Meistens kommt eine Lernblockade viel zu spät zum Vorschein,“ betont Brundiers. Die drei Grundsäulen von Bilnos seien Fortbildung, Beratung und außerschulische Individualförderung. Es finden insgesamt vier Fortbildungen pro Jahr für Grundschullehrer und pädagogische Fachkräfte statt. Die Fortbildungen starteten 2015 und hatten bis jetzt 146 Teilnehmer.

Lernblockaden

In der Förderung betreut Bilnos Gruppen von vier Schülern einmal die Woche, ein ganzes Jahr lang. Bislang habeb 229 Kinder diese Förderung für sich nutzen können.

Die Fortbildungen solle es Lehrern und Pädagogen möglich machen, frühzeitig Lernschwächen bei ihren Schülern zu erkennen und frühzeitig mit der Förderung zu beginnen. Eltern werden beraten und bekommen für ihre Kinder kostengünstige Hilfe, die gegen Lernblockaden durchaus wirksam sein kann.

Passend zum Thema sprach Viktoria Franz über „Lernen im Flow - oder wie wir Kinder leistungsstark und glücklich machen.“ Franz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für empirische Lehr-Lern-Forschung und Didaktik der Universität Trier.

„Ursachen für eine Lernblockade- oder Störung sind oft fehlende Motivation und Überforderung“, sagt die Lernforscherin. „Leistungsstärke und Glück muss man vereinen.“

Sie betont, dass es sechs grundlegende Faktoren für das Wohlbefinden von Schülern, sogenannten „Lernern„ gibt. Manche könne man als Lehrer beeinflussen, andere nicht. Beeinflussen könne man eine positive Einstellung, Freude und positive Emotionen und den schulischen Selbstwert.

Andere Faktoren die zum Wohlbefinden beitragen, aber schwer, bis gar nicht beeinflussbar sind, seien die Abwesenheit von körperlichen Beschwerden, die Abwesenheit von Sorgen speziell im schulischen Kontext und die Abwesenheit von sozialen Problemen.

Dabei solle man das Wohlbefinden der Lehrer, nicht außer Acht lassen. Auch sie seien oft überfordert und unmotiviert. Aber gerade sie hätten hohen Einfluss auf die Gefühle und die Motivation der Schüler, die für eine grundlegend gute Lernatmosphäre vorhanden sein müssten.


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