Samtgemeinde soll nachbessern Bersenbrücker Kriterien für Stallbau zu schwammig?

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Bauernhöfe dürfen Ställe oder auch Windräder und Biogasanlagen bis zu einer bestimmten Größe bauen. Immer mehr Höfe stoßen aber an diese Grenze, weshalb die Samtgemeinde Bersenbrück sich nun städtebauliche Regeln für Stallbauten geben will. Bild: Stähle und Windpark in Drehle. Foto: Martin SchmitzBauernhöfe dürfen Ställe oder auch Windräder und Biogasanlagen bis zu einer bestimmten Größe bauen. Immer mehr Höfe stoßen aber an diese Grenze, weshalb die Samtgemeinde Bersenbrück sich nun städtebauliche Regeln für Stallbauten geben will. Bild: Stähle und Windpark in Drehle. Foto: Martin Schmitz

Bersenbrück. An ihren städtebaulichen Kriterien für den Stallbau muss die Samtgemeinde Bersenbrück noch feilen, beschloss der Samtgemeinderat.

Für die Bauvorhaben eines Bauernhofs gelten Sonderregeln. Doch immer mehr Landwirte stoßen mit ihren Betrieben an die Grenzen, die diese Regeln setzen. Dann gelten für ihre Neubauten die gleichen Regeln wie für gewerbliche Bauten, was das Genehmigungsverfahren erheblich aufwendiger und komplizierter macht.

Vor vier Jahren hat die Samtgemeinde Artland eine städtebauliche Richtlinie beschlossen, die das Verfahren vereinfachen soll und vor allem einheitliche Standards setzen soll in allen Mitgliedsgemeinden, die sonst in jedem Einzelfall entscheiden müssten.

Im Frühjahr zog die Samtgemeinde Bersenbrück mit einem Entwurf nach. Der erhielt zunächst einmal viel Lob, im Bauausschuss ging man davon aus, die Kriterien könnten den bäuerlichen Familienbetrieb stärken und Investoren von außerhalb aus dem Geschäft halten.

Einzelverfahren weiter möglich

Diese Ansicht vertraten Anfang September im Bauausschuss auch Vertreter der Landwirtschaftskammer und des niedersächsischen Landvolkverbandes nach einer Prüfung des Entwurfs. Doch Günther Voskamp war irritiert. Neben den konventionellen Vertretern der Landwirtschaft sollten auch „alternative Verbände“ das Regelwerk prüfen, sei vereinbart worden. Der Grüne meldete Zweifel an, ob das Regelwerk tatsächlich dauerhaft dafür sorgen könne, dass Stallbauten beim Familienbetrieb blieben.

Diese Zweifel griff Detert Brummer-Bange (UWG Ankum) in der Sitzung des Samtgemeinderates am Dienstagabend in Bersenbrück auf, wie Voskamp ein Biobauer. Er begrüße die Regelung, sei sich aber nicht sicher, ob sämtliche Formulierungen präzise genug seien, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

Der Samtgemeinderat folgte Brummer-Banges Vorschlag und verwies den Text erneut zur Beratung in die Fraktionen und in den Ausschuss. Nachteile für Bauern, die in nächster Zeit ein Bauprojekt starten wollen sah der Ankumer nicht. Ihnen bliebe immer noch die Möglichkeit offen, ein Einzelverfahren zu starten, erklärte er.


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