Serie: Azubis im Porträt Dem Kunden in Ankum tief in die Augen geblickt

Von Cristina Schwietert

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Felipe Gilhaus in der Werkstatt von Optik Brüggen in Ankum. Foto: Cristina SchwietertFelipe Gilhaus in der Werkstatt von Optik Brüggen in Ankum. Foto: Cristina Schwietert

Ankum. 18 Jahre alt ist Felipe Gilhaus aus Mettingen im Tecklenburger Land. Bei Optik Brüggen in Ankum absolviert er das zweite Jahr seiner Ausbildung zum Augenoptiker.

Nach einem erweiterten Realschulabschluss stand die Frage im Raum, weiter zur Schule zu gehen oder eine Ausbildung zu machen. „Auf Schule hatte ich überhaupt keine Lust mehr und da mein Vater als selbstständiger Schaufensterdekorateur Optik Brüggen gut kannte, wurde aus dem Gedanken Augenoptiker zu werden schnell Wirklichkeit“, erzählt Gilhaus. „Ich habe ein Praktikum bei Optik Brüggen gemacht und dann einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen.“

Spaß an Mathe und Physik haben

Bald steht für den angehenden Augenoptiker die Zwischenprüfung an: Neben den schriftlichen Arbeiten wird er mit der Hand Brillengläser nach Verordnung einschleifen. „Das ist knifflig, wir müssen dabei sehr ruhig und extrem sorgfältig arbeiten. Im normalen Alltag schleifen wir die Gläser inzwischen natürlich mit dem Schleifautomaten – aber wir lernen ja auch das Handwerk.“ Und das besteht zum größten Teil aus Physik. „Neben Mathe sollte Physik in der Schule schon Lieblingsfach sein,“ so Gilhaus. In der hauseigenen Werkstatt gibt es einige anspruchsvolle optische Geräte, wie einen Scheitelbrechwertmesser zum Ausmessen der Gläser, diverse Zangen, Pinzetten, Schraubendreher in unterschiedlichen Größen und Ausführungen, sowie besagten Schleifautomaten mit angeschlossenem Tracer zum Einarbeiten der Gläser in die Brillenfassung.

„Wir sind auch ein bisschen Stylingexperten“

Des Weiteren eine Ventilette, ein Gerät, mit dem Fassungen oder deren Teile erwärmt werden, um Gläser einzusetzen oder die Brille dem Kunden anzupassen. Felipe Gilhaus misst außerdem die Pupillendistanz und bestimmt mit der Zentrierung den Punkt, durch den der Kunde durch die Brille guckt. Und dann ist da natürlich der große Bereich der Kundenberatung. „Ja, wir sind auch ein bisschen Stylingexperten“, sagt er lachend. „Da bin ich am liebsten“, verrät der Azubi und entschwindet in den Laden – die Kunden warten.

„Ein Praktikum setzen wir voraus“

Ausbilderin Ingrid Brüggen ist Augenoptikermeisterin. Vor 26 Jahren machte sie sich selbstständig. Zwei weitere Meister, darunter Tochter Anika Welp-Brüggen, zwei Gesellen, sowie zwei Azubis bilden das Team von Optik Brüggen an der Ankumer Hauptstraße. „Wer bei uns eine Ausbildung machen möchte“, sagt sie, „der sollte selbstbewusst sein, sehr gute Umgangsformen haben und gerne mit Kunden umgehen.“ Eine gewisse Fingerfertigkeit und Sorgfalt werde vorausgesetzt. „Wir unterstützen unsere Azubis auch schulisch und helfen ihnen. Vom Hauptschüler aufwärts ist uns alles willkommen. Ein Praktikum setzen wir voraus.“ Die Berufsaussichten für Augenoptikergesellen seien derzeit gut.


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