Motto „Suche Frieden!“ Hunderte Gläubige bei Krankenwallfahrt in Rieste

Von Hans Schmutte


Rieste. Die Krankenwallfahrt der Diözese Osnabrück auf Lage in Rieste hat wieder hunderte Gläubige angezogen.

Die 78-jährige Marianne Hörnschemeyer aus Wallenhorst nahm zum vierten Mal an der Wallfahrt teil. Sie ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Grund für ihre Teilnahme ist nicht die Hoffnung auf Heilung oder Besserung ihrer Leiden. Auf sie übt der Wallfahrtsort einfach eine gewisse Anziehungskraft aus, die sie nicht näher erklären kann. Und das nicht nur bei Wallfahrten, auch beim Kreuztragen für kranke Nachbarn und Familienangehörige.

Die Anziehungskraft, der Glaube, das Zusammengehörigkeitsgefühl beim gemeinsamen Beten oder einfach das schöne Wetter waren für die vielen hundert Teilnehmer die Gründe, an der 24. Osnabrücker Diözesanwallfahrt mit Kranken und für Kranke zum Lager Kreuz teilzunehmen. Auf dem gut gefüllten Pilgerplatz neben der Kirche wurde unter freiem Himmel ein Festhochamt gefeiert.

Hauptzelebrant war Weihbischof Johannes Wübbe. Das Lager Kreuz wurde zu Beginn des Hochamtes feierlich neben dem Freiluftaltar aufgestellt. Vorher zogen Weihbischof, Priester, Ministranten, Lektoren, Diakone und Mitglieder des Malteserordens aus der Kirche, durch die Menge, zum Altar. Die Wallfahrt stand in diesem Jahr unter dem Motto „Suche Frieden!“. Es zog sich wie ein roter Faden durch Liturgie und Predigt.

Der Kammerchor Bersenbrück, der „New Day Chor“ Bersenbrück und die Bläsergruppe „Complesso di Ottoni“ aus Osnabrück gaben dem Hochamt einen musikalisch würdigen Rahmen. Die musikalische Gesamtleitung lag in den Händen von Regionalkantor Axel Eichhorn.

Nach dem Gottesdienst wurde der persönliche Krankensegen gespendet. Auch bestand die Möglichkeit zu einer persönlichen Begegnung mit dem Weihbischof. Aber nicht nur an das Seelenheil war von den Organisatoren gedacht worden. In der „Alten Küsterei“ war Gelegenheit, auch den Körper mit einem guten Mittagessen zu stärken.

Hunderte Gläubige aus der Diözese Osnabrück waren nach Lage auf Rieste gekommen.

Der Wallfahrtsausschuss der Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer hatte im Vorfeld ganze Arbeit geleistet. So klappten An- und Abfahrt dank der regelnden Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr prima. Auf den umliegenden Wiesen gab es ausreichend Parkplätze. Für Kranke und Behinderte war der kostenlose Transport durch den Malteser-Hilfsdienst organisiert worden. Die Kinder wurden während des Hochamts betreut. Ausreichend gleiche liturgische Gewänder waren aus Osnabrück entliehen worden. Für die Organisatoren um Martin Robke und Beate Röwekamp beginnen die Vorbereitungen für die Jubiläumswallfahrt im nächsten Jahr bereits in den nächsten Tagen, nämlich mit einer Nachbesprechung.


Seit dem Mittelalter kommen Pilger aus der näheren und weiteren Umgebung nach Lage, um das Kreuz zu tragen. Im Gebet und Gesang tragen sie ihre Anliegen vor. Oft beten sie für Schwerkranke aus der Nachbarschaft, Verwandtschaft oder aus dem Freundeskreis.

Über die Entstehung des Kreuzes gibt es folgende Legende: Die Geschichte des Lager Kreuzes ist eng mit dem Orden der Johanniter verknüpft. Der Prior von Lage, Heinrich Wormsberg, verfasste 1490 darüber einen Bericht. Danach hatten zwei Johanniter um 1300 eine Erscheinung. Dabei wurden sie mit der Herstellung eines Kreuzes beauftragt. Diesen Auftrag erfüllten sie. Untersuchungen mit modernen Methoden haben bestätigt, dass das Lager Kreuz über 700 Jahre alt ist.

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