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16.09.2018, 09:30 Uhr „STADTWERKE“ FÜR KLEINE GEMEINDEN

Eine Erfolgsgeschichte

Kommentar von Martin Schmitz

Am Windpark in Rieste hält die Hase-Energie Gmbh der Samtgemeinde Bersenbrück eine Beteiligung. Foto: Uwe LewandowskiAm Windpark in Rieste hält die Hase-Energie Gmbh der Samtgemeinde Bersenbrück eine Beteiligung. Foto: Uwe Lewandowski

Bersenbrück. „Stadtwerke“ könne sich auch für kleine Gemeinden lohnen, zeigt das Beispiel der Hase-Energie Gmbh der Samtgemeinde Bersenbrück. Dazu ein Kommentar.

Die Hase-Energie GmbH ist erstaunlich vielseitig. Sie ist eine Art Holding der Samtgemeinde für Beteiligungen an anderen Unternehmen wie etwa Windparks. Sie wickelt die kaufmännische Geschäftsführung ab für Samtgemeinde-Unternehmen wie die Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn und die Hase-Wohnbau. Sie hält eine Satelliten-Alternative bereit für alle, die DSL wollen, aber zu fern der Datenautobahn zu Hause sind. Im Grunde ist die Hase-Energie genau das, was Horst Baier vorschwebte, als er ein Jahr nach Beginn seiner Amtszeit als Samtgemeindebürgermeister in einem strategischen Papier die Gründung von „Gemeindewerken“ vorschlug: Ein flexibles Instrument, dem die Samtgemeinde Aufgaben übertragen kann, die weder in der Verwaltung noch in der Privatwirtschaft gut platziert wären. Wenn der Landkreis Osnabrück darüber nachdenkt, Kreiswerke aus dem Verkaufserlös seiner RWE-Aktion zu finanzieren, schaut er dabei auch auf Bersenbrück.

Wohl auch auf einen Geburtsfehler der Hase-Energie. Um der Neugeborenen einen starken Partner an die Seite zu stellen, ging die Samtgemeinde eine strategische Allianz mit der RWE-Tochter Rhenag AG ein. Das könnte sich rächen, denn die Rhenag gab Verkaufszahlen für den Abschluss von Strom- und Gasverträgen vor, die die Hase-Energie als kleine Regionalgesellschaft kaum erfüllen kann.

Doch der Verkauf des RWE-Nachfolgers Innogy an das Unternehmen Eon bietet die Chance, die Verträge neu zu verhandeln. Die Samtgemeinde sollte diese Chance nutzen.


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