Langkamp erfüllt Spezialaufträge Malerbetrieb aus Rieste mit Faible für historische Gebäude

Von Ilona Ebenthal

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Das Malerteam mit Bastian Barlag (von links), Eugen Netzel und Malermeister Ingo Langkamp übernimmt häufig Spezialaufträge. Foto: Ilona EbenthalDas Malerteam mit Bastian Barlag (von links), Eugen Netzel und Malermeister Ingo Langkamp übernimmt häufig Spezialaufträge. Foto: Ilona Ebenthal

ieb Rieste. Ein kleiner Handwerksbetrieb, der sich einen guten Namen gemacht hat und häufig für Spezialaufträge angefragt wird – das ist die Malerfirma Langkamp in Rieste. Wir erfahren von Firmenchef Ingo Langkamp, dass er auf Mineralfarbe schwört und historische Gebäude sehr schätzt.

„Wir bringen Farbe ins Spiel“ steht auf dem Firmenwagen, der an diesem Morgen vom Malergesellen Eugen Netzel und Bastian Barlag beladen wird. Malermeister Ingo Langkamp, der 1983 seine Lehre begann, hat den Betrieb 2011 von seinem Vater Bernhard übernommen. Firmengründer war 1931 Großvater Hermann. Bereits in der Lehre fand Ingo Langkamp besondere Freude daran, Balkeninschriften bei Fachwerkgiebeln alter Häuser auszumalen. Das könne auch schon mal bis zu zwei Tage dauern, stellt er fest. In der Berufsschule sei er erstmals „mit Mineralfarbe in Berührung gekommen“, erzählt der Riester. Damals habe das aber „ein Nischendasein“ geführt. In der Meisterschule vertiefte er seine Kenntnisse diesbezüglich. Als er zusammen mit seiner Ehefrau vor 20 Jahren ein Haus baute, sei es „das erste größere Objekt komplett mineralisch“ gewesen. Was ist an Mineralfarbe so anders?

Stock und Schimmel

Diese „bessere Version von Kalkfarbe“ habe zahlreiche positive Effekte, erfahren wir. Mineralfarbe sei atmungsaktiv und antibakteriell im Gegensatz zur Dispersionsfarbe, die für Ihn niemals in ein Bad gehört, ebenso wenig wie deckenhohe Fliesen. Gerade bei Neubauten sei es nicht gut, alles zu versiegeln. Doch inzwischen komme „ein Umdenken“. Immer häufiger muss sein Team alte Latexfarbe von Wänden entfernen, um Mineralfarbe anzubringen, die viel länger sauber bleibe, denn Stock und Schimmel entstünden nicht so schnell. Mineralfarbe sei auch farbtonbeständiger, weiß er. Auf diese Weise hat der 51-Jährige auch die Wände von Ferienhöfen gestrichen und die Ausstellungsräume im Piesberger Museum. Wie unterschiedlich die Aufträge sind, zeigt sich im Wittefelder Ort. Der imposante Fachwerkgiebel des Ferienhofes Möhlenkamp bekam einen kompletten bunten mineralischen Anstrich, während bei der Sanierung des benachbarten Hofes Wittefeld-Richter die Farbe auf den Balken entfernt und der Giebelanstrich eher schlicht gehalten wurde.

Kirchengewölbe gestrichen

Als in den Jahren 2000/2001 die Sanierung der Lager Kirche anstand, bekam Ingo Langkamp den Auftrag, bei der Reinigung der Stuckdecken mitzuhelfen, während sein Vater den normalen Betrieb weiterführte. Mit dem Skalpell mussten die alten Kalkreste entfernt werden. Drei bis vier Wochen seien eingeplant gewesen, berichtet der Malermeister. Daraus seien allerdings sechs Monate geworden, denn auch beim Ausbessern des Stucks und dem Anstrich des Gewölbes unterstützte er die Fachleute. Der 51-Jährige erinnert sich gut, wie der historische Kalk in einer 300-Liter-Regentonne angemischt wurde. Die Restauratoren hatten zuvor „zig verschiedene Kalksorten probiert“, um dem Original möglichst nah zu kommen, erzählt er.

Nachwuchsmangel

Im Gutshaus Sögeln kennt Ingo Langkamp seit seiner Lehre „jedes Zimmer“. Er freut sich, dass die Eigentümer bei der Sanierung „der Sache auf den Grund gehen“. In dem historischen Gebäude finden sich unter anderem alte Lehmuntergründe und es sei „immer was zu tun“. Probleme mit den Restauratoren habe es dort zu keiner Zeit gegeben, betont er. Geselle Eugen Netzel sei übrigens seit der Lehre im Betrieb, berichtet Ingo Langkamp. Mit dem Nachwuchs in der Branche sei es inzwischen aber schwierig. Manche hatten „noch nie einen Akkuschrauber in der Hand“. Der letzte Azubi habe nur ein Jahr durchgehalten. „Das hatte zu viel mit Arbeit zu tun“, schmunzelt der Firmenchef.

Beim Ferienhof Möhlenkamp in Rieste verwendete der Malerbetrieb Langkamp ausschließlich Mineralfarbe. Foto: Ilona Ebenthal

Komplett mineralisch gestrichen wurde auf seine Anregung dann auch die neue Kindertagesstätte Lindenallee. „Bei großen Ausschreibungen können wir nicht mitmachen“, erklärt er, nennt aber auch den Vorteil eines kleinen Betriebes, „relativ flexibel“ zu sein. Viele verschiedene Spezialaufträge gehören zum Repertoire seiner Firma. Das Abbeizen und Streichen von Möbelstücken, die Schablonentupftechnik zum Verzieren von Wänden oder die Reinigung des grün gewordenen Giebels der Johannesschule. Auch das große Logo der 750-Jahrfeier von Rieste hat Ingo Langkamp damals an einem Hausgiebel gemalt. Gerade die Spezialaufträge bekommt er meistens durch „Mund-zu-Mund-Propaganda“.


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