Konzept der Firma Hettwer Wie "WG gesucht" für junge Pflegebedürftige: Ankumer startet mit neuer Homepage

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Die Firma Hettwer möchte jungen Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen helfen. Symbolfoto: Colourbox.deDie Firma Hettwer möchte jungen Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen helfen. Symbolfoto: Colourbox.de

Ankum. Mit einer neuen Homepage möchte die Ankumer Firma Hettwer jungen Menschen mit körperlichen Behinderungen helfen. Das Konzept erinnert dabei an die Seite "WG gesucht". Was steckt dahinter?

Mit der Homepage "Careunities.de" startet in den kommenden Wochen bereits das zweite Projekt von Andreas Hettwer, mit dem er sich für junge Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen einsetzen möchte. Der Geschäftsführer der Ankumer Architektur- und Ingenieurfirma hatte in diesem Jahr erst die "Carements" vorgestellt - betreute Wohnanlagen, in denen Personen zwischen 20 und 60 Jahren aufgenommen werden, die gepflegt werden müssen. Bei den „Carements“ geht es laut Hettwer darum, den Bewohnern eine Einrichtung zu bieten, die sich an ihren Bedürfnissen orientieren. „Pflegeheime sind meist auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten. Junge Menschen fühlen sich dort oftmals nicht so gut aufgehoben“, so der Geschäftsführer. 

Eine Art "WG gesucht"

Die Seite "Careunities.de" soll junge Personen in Deutschland zusammenführen - Menschen, die eine körperliche Beeinträchtigung haben, und sich vorstellen können, mit anderen Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, zusammenzuwohnen. Im Prinzip ist die Homepage eine Art "WG gesucht" für körperlich Behinderte. "Es ist zum Beispiel für Personen gedacht, die nicht mehr alleine zu Hause wohnen können, aber noch nicht in ein Pflegeheim wollen", sagt Hettwer im Gespräch mit unserer Redaktion. In einem kurzen Clip auf einer eigenen Facebook-Seite skizziert er das Konzept.

Die Vorteile bestünden unter anderem darin, dass die Mitbewohner in einem ähnlichen Alter und einer ähnlichen Lebenssituation seien, zudem könnten sie sich auch einen Pflegedienst teilen, sagt Hettwer. "Vom finanziellen Standpunkt aus gesehen, würde es sich für sie sehr lohnen. Auch durch den Wohngruppenzuschlag, den die Kassen zahlen", betont der Geschäftsführer. 

Es gebe häufig junge Menschen, die sich vorstellen könnten, mit anderen Gleichgesinnten zusammen zu leben. "Das Problem ist dabei nur: Wie finden Sie diese Personen?", sagt Hettwer. Genau dieses Problem möchte er mit der Homepage lösen. 

Zwei verschiedene Varianten

Doch wie genau funktioniert die Seite? Die Nutzer geben dabei bestimmte Informationen an wie Name, Alter und Wohnort. Zudem können sie festlegen, in welchem Umkreis sie einen Mitbewohner suchen. Sollte sich ein anderer Nutzer aus diesem Umkreis anmelden, werden beide darüber informiert. "Sie können dann miteinander schreiben und herausfinden, ob es passt", so Hettwer. Die Nutzer können auf der Seite zwischen einem kostenlosen und kostenpflichtigen Angebot wählen, dessen Preis bei 2,99 Euro pro Monat liegen soll. Bei der gebührenpflichtigen Variante könnten die Nutzer noch genauer suchen, zudem werde der Standort in den sozialen Netzwerk beworben. 

Zwar können sich Interessierte auf der Homepage bereits anmelden, doch noch müssen sie sich in Geduld üben, ehe das Projekt so richtig startet. Eigentlich hatte der Geschäftsführer gehofft, Ende August mit "Careunities" durchstarten zu können. "Das Programmieren dauert aber länger als gedacht", sagt er. Er hofft, dass die Seite mit allen Funktionen in den nächsten Wochen fertig ist. 

Auch mit "Carements" geht es voran

Die bisherige Resonanz auf das Projekt sei sehr positiv, berichtet Andreas Hettwer und ergänzt: "Die Betroffenen und deren Angehörigen, mit denen ich gesprochen habe, finden die Idee gut." 

Auch mit seinem anderen Projekt geht es voran. In den kommenden Wochen sollen fünf Standorte für "Carements" feststehen, die entsprechenden Mietverträge müssten nur noch unterzeichnet werden, berichtet der Ankumer. Dabei hat sich Hettwer von seinem ursprünglichen Plan verabschiedet. Eigentlich hatte er vor, die Einrichtungen neu zu bauen. Mittlerweile habe er sich aber dazu entschieden, bestehende Büroflächen umzubauen.  Zum einen könnten die "Carements" dadurch schneller bezugsfertig werden, zudem sprächen auch finanzielle Gründe gegen Neubauten. Generell seien die Vermieter, mit denen er in Kontakt steht, sehr kooperationsbereit - zum Beispiel, wenn es um Umbauarbeiten geht. Hettwer hofft, die ersten "Carements" im kommenden Frühjahr zu eröffnen.




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