Sommerfest im Garten der Nationen „Samtgemeinde Bersenbrück setzt Konter zu Chemnitz“

Von Miriam Heidemann

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Bersenbrück. Spielaktionen für die Kinder und ein lockeres Miteinander erwartete Besucher des Sommerfestes im Bersenbrücker Garten der Nationen am vergangenen Samstag. Das Fest unter dem Motto „Sprache verbindet“ stand ganz im Zeichen kultureller Vielfalt und brachte geflüchtete Familien mit Einheimischen ins Gespräch.

Gabriele Linster, Ehrenamtskoordinatorin und Seniorenbeauftrage der Samtgemeinde, stellte das Sommerfest gemeinsam mit Sozialpädagoge Jonas Olding auf die Beine. Sie freuten sich nicht nur über die Familien, die gekommen waren, auch die Flüchtlingshelfer hießen sie herzlich willkommen.

Zugleich bot das Fest Anlass, dem Engagement vieler Freiwilliger in der Integrationsarbeit zu danken. „Hätten wir das Ehrenamt nicht, wären wir aufgeschmissen“, so Olding, Fachkraft für Migration und Integration in der Samtgemeinde. Die ehrenamtlichen Betreuer der Flüchtlingsfamilien seien die eigentliche Basis für gelungene Integration.

In der Samtgemeinde gelinge dies insbesondere durch das Projekt Tandem, gestartet von der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS), wie Linster erklärte. Das Projekt bringe gezielt in der Samtgemeinde neu ankommende Geflüchtete mit Senioren mit Lebenserfahrung zusammen. Die Hilfe der Senioren erleichtere den Alltag derjenigen, die hier noch fremd seien, und überwinde Barrieren. „Auch Menschlichkeit verbindet und da setzt die Samtgemeinde einen Konter zu dem, was gerade in Chemnitz passiert“, sagt Linster über die vielfältige Flüchtlingshilfe in der Region.

„Als die Frage kam ‚Wollt ihr helfen?‘, habe ich sofort ‚Ja‘ gesagt“, erzählt Brigitte Müller vom Verein Dialog. Sie ist in der Flüchtlingshilfe aktiv und betreut seit zwei Jahren eine Flüchtlingsfamilie mit fünf Kindern in Rieste. Immer wenn irgendwas anliege oder Sorgen sind, dann helfe sie und sei da für die Familie.

Spielerisch Sprache lernen

„Sprache bedeutet Kommunikation und wenn die Kommunikation nicht funktioniert, entstehen Konflikte“, sagt Olding, Fachkraft für Migration und Integration in der Samtgemeinde, über das Motto des Festes. Sich gegenseitig zu verstehen sei die Basis für den gegenseitigen Austausch im Alltag.

Kein Zufall also, dass das Sommerfest auf den Weltalphabetisierungstag falle, ergänzt Linster. Wie viel Spaß Sprache machen kann, testeten die Kinder am Nachmittag mit dem Spielealphabet. Das Spiel funktioniert wie eine Art Scrabble im Stehen: aus Buchstaben so groß wie Bodenfliesen konnten die Kinder verschieden Wörter legen. In Zukunft stehe das Spiel bei der Samtgemeinde auch zur Ausleihe bereit, teilte Linster mit.

Neben verschiedenen Aktionen für die Kinder wartete auch Gegrilltes und selbstgemachte Speisen aus verschiedenen Nationen auf die Besucher. Ob türkische Linsenbällchen, afghanische Spezialitäten oder einfach Fleisch vom Grill– die Teller leerten sich schnell. Der Abend bot Gelegenheit für ein lockeres Beisammensein mit freundschaftlichen Gesprächen, während die Kinder auf dem landschaftlichen Gelände viel Platz zum Spielen fanden.


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