Bootstouren in der Kritik Riester klagen über „Sauftourismus“ auf der Hase

Von Ilona Ebenthal

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Die Überreste der „Sauftouren“, hier am viel genutzten Bootsanleger Weidehof in Rieste, landen nicht immer nur im Mülleimer. Es ist nicht das einzige Problem, das Anlieger mit den Bootstouren haben. Foto: Ilona EbenthalDie Überreste der „Sauftouren“, hier am viel genutzten Bootsanleger Weidehof in Rieste, landen nicht immer nur im Mülleimer. Es ist nicht das einzige Problem, das Anlieger mit den Bootstouren haben. Foto: Ilona Ebenthal

ieb Rieste. Bootstouren auf der Hase zwischen Bramsche und Bersenbrück erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. Zu großer, finden inzwischen Anlieger des Flusses, die sich über laute Musik, Müll und „Sauftourismus“ beklagen. Das Thema hat jetzt den Umwelt- und Sozialausschuss der Gemeinde Rieste beschäftigt.

Weil die mit den Touren einhergehenden Probleme unerträglich geworden seien, hat die Gemeinde Rieste einen Beschwerdebrief der Anwohner des Plackenweges erhalten. Der Lärmpegel der Bootstouristen, laute Musik, der viele Müll und auch die besonders an den Wochenenden von Pkw völlig zugeparkten Straßenränder, die keinen Rettungsweg freilassen, sind nicht nur den direkten Anwohnern ein Dorn im Auge. „Man kann hier von Sauftourismus sprechen“, bestätigte Andrea Blanke (CDU). Die Situation vor allem am Bootsanleger „Weidehof“ sei „eine Katastrophe“ bescheinigte Ratsherr Ralf Richter (UWG) unter Zustimmung der übrigen Ausschussmitglieder.

Zwei Seiten Auflagen

Axel Torbecke (CDU), selber Anbieter von Bootstouren auf der Hase, erklärte erst einmal Grundsätzliches. Jeder Anbieter benötige die Genehmigung durch den Landkreis Emsland, der für die Wasserwege bis einschließlich Rieste zuständig sei. Das sei mit „zwei Seiten Auflagen“ verbunden, an die sich nur ein einzelner Anbieter nicht halte. Auf großen Booten würden hier Junggesellenabschiede und ähnliche Touren organisiert, die mit dem „Naturtourismus“ nichts mehr zu tun hätten. Torbecke selber bietet aus diesem Grund für Kinder und Jugendliche nur noch innerhalb der Woche Kanutouren an und meint zu diesen „Sauftouren“, das „müsste total verboten werden“. Der von den Anbietern bezahlte „Haseranger“ sammele übrigens freitags bis sonntags auch den hinterlassenen Müll ein, erklärte Torbecke.

Ein schwarzes Schaf

Auch der Bootsanleger Maschortstraße sei von diesen Problemen betroffen, meinte Bürgermeister Sebastian Hüdepohl, der seinerseits „ein schwarzes Schaf“ unter den Anbietern sah und hier bereits mit Samtgemeindebürgermeister Horst Baier geklärt hat, zunächst das Gespräch zu suchen. Bootsfahrer seien grundsätzlich willkommen, „aber wir haben ein Problem mit der Menge“, fand er. Man müsse den „Naturtourismus hervorheben und die Natur schützen“.

Den Vorschlag der völligen Schließung des Bootsanlegers Weidehof sahen einige Ratsmitglieder kritisch. Diskutiert wurde auch der Vorschlag, große Boote nur noch von Heeke bis Bersenbrück zuzulassen. Beschlossen wurde schließlich, einen Brief an den Zweckverband Hasetal zu schreiben, um Möglichkeiten zu suchen, diese Art von Bootstouren zu verhindern. Das soll noch vor dem für November turnusmäßig angesetzten Gespräch mit allen Anbietern erfolgen.


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