Whatsapp für Vereine nicht empfehlenswert Datenschutzinformation in Alfhausen

Von Margarete Hartbecke

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Klaus Exner von der ITEBO , hier mit Elisabeth Pohlmann vom Verein der Vereine, gab in Alfhausen Tipps zum Thema Datenschutz. Foto: Margarete HartbeckeKlaus Exner von der ITEBO , hier mit Elisabeth Pohlmann vom Verein der Vereine, gab in Alfhausen Tipps zum Thema Datenschutz. Foto: Margarete Hartbecke

Alfhausen. Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gilt auch für die Webseiten von Vereinen. Was ist zu beachten? Auskunft dazu gab es auf einem Informationsabend in Alfhausen.

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die neue Verordnung, die das Datenschutzrecht innerhalb der EU vereinheitlichen soll. Da sie auch für Vereine gilt, hatte Elisabeth Pohlmann vom Verein der Vereine in Alfhausen einem Informationsabend mit dem Datenschutzbeauftragten Klaus Exner von der Firma ITEBO organisiert.

Für Vereine bedeutet das neue Gesetz, dass sie das Impressum auf der Homepage und auf den Seiten in den sozialen Netzwerken der aktuellen Gesetzeslage anpassen müssen. Persönliche Daten wie die von Mitgliedern dürfen nur zu einem bestimmten Zweck und nach festen Regeln erfasst werden.

Ehrenamtliche müssen sie sich verpflichten, persönliche Daten von Vereinsmitgliedern entsprechend der DSGVO zu verarbeiten. Problematisch seien Vereinsdateien auf dem privaten PC des Kassenwarts oder Schriftführers. Hier habe der haftende Vorsitzende zudem kein Zugangsrecht.

Neue Formulare

Ein Beispiel: Eine Mahnung aufgrund vergessener Beitragszahlung könne sich schnell zu einem Gerücht über Zahlungsschwierigkeiten entwickeln und Forderungen auf Schmerzensgeld und Schadenersatz mit sich bringen. Exner empfahl, zu überprüfen, ob diese Ansprüche durch die Haftpflichtversicherung des Vereins abgedeckt seien. Mitglieder wiederum müssen nach der neuen Gesetzeslage über die Verarbeitung von persönlichen Daten informiert werden. Zwei Jahre nach Vereinsaustritt seien Daten zu löschen.

Besonderen Arbeitsaufwand werde die neue Pflicht zur Auflistung aller anfallenden Tätigkeiten mit sich bringen, wenn persönliche Daten ständig verarbeitet würden, wie das durch die Mitgliederverwaltung schon gegeben sei.

Persönliche Daten können auch für Werbe- und Geschäftszwecke gebraucht und missbraucht werden, zeigte Exner am Beispiel der Whatsapp. Sie sie zwar kostenlos, doch jeder Nutzer schließe automatisch einen Vertrag und erkläre sich damit einverstanden , dass auf alle Kontaktdaten und –adressen des Smartphones zugegriffen und diese in die USA weitergeleitet werden dürfen. Der Nutzer habe dort keinen Einfluss mehr darauf, was mit diesen Daten geschehe. Whatsapp-Gruppen für die Vereinskommunikation seien nicht empfehlenswert.

Mit der DSGVO sind rechtliche Grundlagen mit weitreichenden Folgen eingeführt worden. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese rechtlich ausgeschöpft würden, sei zwar gering, aber dennoch vorhanden. Deshalb empfahl Exner, vorsorglich Formulierungen für Mitgliedschaftsverträge zu entwerfen, mit denen sich Vereinsvorstände absichern.

Das Erstellen dieser Formblätter erfordere Zeit und Arbeit, die die Vereine selbst leisten müssten, Hilfe sei einkaufbar, habe aber ihren Preis. Sinnvoll sei, dass übergeordnete Verbände Musterblätter erstellten. Der Verein müsse sich seinen Dachverband erkunden. Die Alfhauser Vereine wollten sich nicht darauf verlassen. Sie beschlossen, sich regelmäßig zu treffen und Formblätter zu erarbeiten.

Personenfotos dürfen nur mit Einwilligung der Betroffenen veröffentlicht werden. Bei Kindern und Jugendlichen ist die schriftliche Einwilligung der Eltern erforderlich. Auch bei Gruppen- und Einzelfotos aus dem Vereinswesen empfiehlt Exner, sich schriftlich eine Erlaubnis zur Veröffentlichung geben zu lassen.


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