Serie „Azubis im Porträt“ Bersenbrück: Metalltechniker arbeiten im Rotationsverfahren

Von Cristina Schwietert

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Bersenbrück. Patryk Ksoll aus Bersenbrück ist 18 Jahre alt. Er ist im zweiten Lehrjahr seiner Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik, Fachrichtung Konstruktionstechnik. Die zweijährige Lehre zur Fachkraft macht er beim Bersenbrücker Unternehmen Wiegmann Umformtechnik GmbH.

Für Patryk Ksoll ist diese Ausbildung erst mal okay: „Ich wusste nach meinem Realschulabschluss nicht so recht, was ich machen sollte und bin durch einen Bekannten und ein Praktikum zu Wiegmann gekommen. Für mich hat sich diese verkürzte Ausbildung gelohnt. Es ist ein Einstieg, und ich werde auf jeden Fall das dritte Lehrjahr anschließen, um die Gesellenprüfung zu machen. In der Berufsschule komme ich gut mit. Zu arbeiten macht Spaß,“ ist sein Fazit.

Ksoll ist das anzumerken: Aus dem Effeff nennt er die sechs unterschiedlichen Stärken der Stahl- und Aluminiumbleche, die zu mächtigen „Coils“ aufgerollt in der Halle liegen. 10000 Tonnen davon werden pro Jahr bei Wiegmann an riesigen Maschinen nach Kundenwunsch verarbeitet, geschnitten, gekantet, gestanzt.

„Die Arbeit an den Maschinen ist schon anstrengend“, sagt Ksoll. „Frisch von der Schule waren die ersten Wochen schwer. Aber mit der Zeit ist es mit der Kondition besser geworden.“ Alle Mitarbeiter in der Produktion arbeiten im wöchentlichen Rotationsverfahren. So wechseln sich körperlich anspruchsvolle mit leichteren Arbeiten ab. Patryk Ksoll sieht sich am liebsten an der großen Stanzmaschine, an der die Löcher für die Montage ins Blech gedrückt werden.

Matthias Vossbrink ist 47 Jahre alt. Der Industriemeister Metall ist im Hastruper Werk der Wiegmann-Gruppe mit 60 Mitarbeitern für die derzeit neun Azubis in der Produktion zuständig: „Wir versuchen sowohl bei der Rekrutierung, als auch bei der Ausbildung viele Wege zu gehen. So ist die zweijährige Lehre zur Fachkraft für Metalltechnik eine gute Einstiegsausbildung im Metallhandwerk. Viele entscheiden sich, noch ein drittes Jahr dranzuhängen und die Gesellenprüfung zu machen.“

Was ein zukünftiger Azubi können sollte? Im Prinzip reicht uns ein ordentlicher Hauptschulabschluss. Wir begleiten alle Azubis, sofern gewünscht, während ihrer Ausbildung hier im Hause schulisch, damit sie die Berufsschule gut meistern. In der Produktion arbeitet keiner alleine – immer mindestens zu zweit. Deshalb brauchen wir Leute, die absolut zuverlässig sind, mit denen man menschlich klarkommen kann. Neben einem gewissen fachlichen Ehrgeiz braucht ein Azubi bei uns eine gute körperliche Konstitution, sonst ist die Arbeit nicht zu schaffen. Wir arbeiten in der Wiegmann Gruppe nicht im Schichtdienst, die Wochenenden sind in der Regel frei. Samstagsarbeit gibt es nur bei absoluten Auftragsspitzen. Die Berufsaussichten für Metaller sind sehr gut. Ein Praktikum vor der Ausbildung ist wünschenswert.“


Der Ausbildungsberuf: Metallbauer/innen der Fachrichtung Konstruktionstechnik ist ein anerkannter 3,5 jähriger dualer Aubildungsberuf. Es gibt zudem die Möglichkeit, in einer zweijährigen, verkürzten Ausbildung als Fachkraft Metalltechnik ohne Gesellenbrief zu arbeiten. Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik fertigen und montieren Überdachungen, Fassadenelemente für den Hallenbau, Tore, Fensterrahmen und dergleichen. Sie bearbeiten Metallplatten, -rohre oder –profile, schneiden und formen sie. Dann schweißen, nieten oder schrauben sie die einzelnen Bauteile zusammen.

Tarifliche Ausbildungsvergütung im niedersächsischen Metallhandwerk: 1. Ausbildungsjahr 648 Euro, 2. Ausbildungsjahr: 714 Euro, 3. Ausbildungsjahr: 871 Euro, 4. Ausbildungsjahr: 932 Euro.

Weitere Info unter: www.berufenet.arbeitsagentur.de

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