Ausschuss dafür – Suche nach Investor Nahwärmenetz für neues Baugebiet in Gehrde?

Von Sigrid Schüler-Juckenack

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Ein Blick auf das neue Baugebiet Felleckenesch in Gehrde von der Straße Schevenriede. Foto: Sigrid Schüler/ArchivEin Blick auf das neue Baugebiet Felleckenesch in Gehrde von der Straße Schevenriede. Foto: Sigrid Schüler/Archiv

Gehrde. Die Wärmeversorgung des geplanten Wohnbaugebiets Felleckenesch in Gehrde soll über ein Nahwärmenetz mit Anschluss- und Nutzungspflicht für Bauherren erfolgen. So lautet die Empfehlung des Ausschusses für Finanzen, Infrastruktur und Wirtschaft der Gemeinde Gehrde an den Rat.

In der jüngsten Sitzung hatten die Ausschussmitglieder intensiv über das Thema beraten. Wilfried Oeverhaus aus Quakenbrück war als Experte für Nahwärmekonzepte zu Wort gekommen und hatte den Ausschussmitgliedern erklärt, welche Überlegungen für Investoren, eine Kommune und Bauwillige wichtig sind. Der Landkreis Osnabrück sehe ein solches Konzept mit Sicherheit wohlwollend, da ein Nahwärmenetz durch Einsparung von Kohlendioxid ökologisch sinnvoll sei. Bauherren reiche das aber nicht aus. Neben Argumenten für den Umweltschutz sei für die künftigen Hausbesitzer vor allem die Wirtschaftlichkeit der Wärmeversorgung wichtig.

Versorgungssicherheit gewährleistet

Ein Investor, der das Netz betreibt, könne damit keine Reichtümer verdienen, aber stimmen müssten die Zahlen für ihn auch, so Oeverhaus. Und für eine Kommune sei sicherlich wichtig, dass man sich, wenn möglich, für einen Investor vor Ort entscheide, damit die Wertschöpfung im Ort bleibe. Ein Hausbesitzer, der an ein Wärmenetz angeschlossen ist, müsse zwar eine Anschlussgebühr bezahlen, spare sich aber die Investition in eine Heizungsanlage, erklärte Oeverhaus. Auf die Frage nach der Versorgungssicherheit erklärte Oeverhaus, dass das Konzept mehrere Wärmequellen vorsehe und deshalb niemand befürchten müsse, bei einem Ausfall im Winter im Kalten zu sitzen. Die Preisgestaltung der Nahwärme orientiere sich an den Preisen für Gas, Strom und Öl und sei marktgerecht. Laut Gesetzgeber müsse die Preisgestaltung über einen Verbraucherpreisindex nachvollziehbar sein. Das gebe Verbrauchern Sicherheit.

Über Anschlusspflicht nachdenken

Für einen Investor müsse aber ein klares Signal von der Politik kommen, dass ein Fernwärmenetz gewollt sei, stellte Oeverhaus fest. Ein solches Signal sei, wenn der Rat beschließe, dass der Anschluss und die Nutzung der Nahwärme in besagtem Baugebiet verpflichtend seien. Gerade bei einem kleinen Baugebiet – der Felleckenesch wird 24 Grundstücke haben – sei wichtig, dass alle mitziehen. Werde das Nahwärmenetz mit Anschlusspflicht beschlossen, so könne sich ein Investor mit der Kalkulation befassen und einen Vertrag entwerfen, den man den Bauwilligen vorlegen könne. Schön wäre, bestehende Wohnbaugebiete mit ins Boot zu nehmen, erklärte Bürgermeister Günther Voskamp. Immerhin sei das zum Felleckenesch nächstgelegene Baugebiet auch schon 20 Jahre alt, sodass damit zu rechnen sei, dass Hauseigentümer vielleicht über ein alternatives Konzept zu Wärmeversorgung nachdenken.

Gemeinde Gehrde soll Investor suchen

Die Abstimmung für ein Nahwärmenetz fassten die Ratsmitglieder einstimmig mit einer Enthaltung, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Gemeinde bis November einen Investor gefunden hat. Die erste Wärme müsste wahrscheinlich im Herbst 2019 geliefert werden.

Erschließung im Wohngebiet verzögert sich

Der Bürgermeister teilte mit, dass sich die Erschließungsarbeiten im Felleckenesch verzögerten. Dies liege an der angespannten Situation für Bau- und Handwerksbetriebe, die ihre Aufträge derzeit nicht so zügig abarbeiten können wie gewünscht. Die Bauwilligen will die Gemeinde über den Stand der Dinge informieren. Der Baubeginn werde wahrscheinlich im Frühsommer sein, hieß es.


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