Gutachter soll Klärung bringen Pflaster an der Bramscher Straße in Bersenbrück ein Dauerproblem

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Bersenbrück. Gesprungene Steine, abgesackte Pflasterung und kaputte Fugen – die sogenannten Angebotsstreifen an der Bramscher Straße in Bersenbrück sind kein schöner Anblick. Doch eine Reparatur der Schäden ist teuer.

Der Ausschuss für Bauen und Planen der Stadt Bersenbrück beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem maroden Zustand der gepflasterten Angebotsstreifen an der Bramscher Straße im Bereich zwischen Lindenstraße und Bahnhofstraße. Obwohl die Schutzstreifen für Fahrradfahrer erst zwischen 2006 und 2009 angelegt worden sind, wurde die Pflasterung an einigen Stellen bereits mehrfach ausgebessert. Ohne nachhaltigen Erfolg – denn schon wieder sind die Angebotsstreifen in einem desolaten Zustand. „Für eine neu ausgebaute Straße ist das schon ziemlich ekelig, was da passiert ist“, fasste der Ausschussvorsitzende Rolf Gelinsky (CDU) zusammen.

Warum an den gepflasterten Streifen immer wieder an einigen Stellen Schäden entstehen und wie man die Mängel langfristig beseitigen kann, sollte das Ingenieurbüro IPW klären, das seinerzeit bei der Einrichtung der Angebotsstreifen für die Planung und Bauleitplanung verantwortlich war. Und so gab Stephanie Janning einen umfassenden Überblick über die Schadenshistorie.

Janning berichtete, dass die ersten Schäden bereits wenige Monate nach Fertigstellung des Angebotsstreifens, der zwischen 2006 und 2009 in drei Bauabschnitten angelegt worden ist, aufgetreten seien. Hatten die ausführenden Firmen in den ersten fünf Jahren nach Bauabnahme im Zuge der Gewährleistung noch die Schäden repariert, wurden die Angebotsstreifen zuletzt im September 2015 im Auftrag und auf Kosten der Stadt Bersenbrück instand gesetzt. Doch mittlerweile sind wieder neue Schäden aufgetreten, die meisten an den zuletzt reparierten Stellen, wie Stephanie Janning hervorhob.

Als mögliche Ursache dafür, dass immer wieder Pflastersteine kaputtgehen und reißen, hat die Diplom-Ingenieurin die Bewegungsfugen ausgemacht. „Die Schäden sind immer da, wo die Fugen sind.“ Da der Angebotsstreifen in gebundener Bauweise gepflastert ist, sollen die dauerelastischen Dehnungsfugen dafür sorgen, dass sich die Pflasterung je nach Temperatur zusammenziehen oder ausdehnen kann, ohne dass die Steine kaputtgehen.

•Durch die kaputten Fugen können Dreck und Feuchtigkeit in die Pflasterung dringen. Foto: Mirko Nordmann

Zum einen seien zu kurze Fugenplatten verbaut worden, so Janning. Und zum anderen seien die Fugen nicht gepflegt worden. „Keine einzige Fuge ist dicht“, resümmierte die Expertin. Die Folge: Es dringt Feuchtigkeit in die Pflasterung, und wenn es friert, sprengt es die Steine auf. „Da sind die Schäden vorprogrammiert“, erklärte Stephanie Janning. Die Absackungen des Pflasters an einigen Stellen führte Janning auf eine nicht ausreichende Verdichtung zurück, als die Fernwärmeleitung unter der Bramscher Straße hindurchgeführt wurde.

Janning riet dazu, die Schäden großflächig zu reparieren. Die Kosten würden sich ersten Schätzungen zufolge zwischen 173.000 und 217.000 Euro belaufen. Sie empfahl, dass die Stadt ein Gutachten von einem Experten für gebundene Pflasterung einholt, der klären soll, wie eine Sanierung erfolgen kann, was sie kostet und wer möglicherweise für die Schäden haftbar zu machen ist.

Denn sollte der Gutachter einen „verdeckten Mangel“ feststellen, könnten möglicherweise die ausführenden Baufirmen zur Kasse gebeten werden. Auch das Ingenieurbüro sah Johannes Koop als Verwaltungsvertreter des Bürgermeisters möglicherweise mit im Boot. Es müsse geklärt werden, ob das Ingenieurbüro die Stadt darauf hingewiesen habe, dass die Dehnungsfugen regelmäßig zu warten seien.

Die langjährigen Ausschussmitglieder konnten sich nämlich nicht daran erinnern, davon gehört zu haben, dass die Dehnungsfugen gewartet werden müssten. „Sie haben uns das damals als das Nonplusultra vorgestellt. Wir waren begeistert“, erinnerte sich Gelinsky, während Heike Menslage (CDU) die Pflasterung als eine Prinzessin bezeichnete, die gepflegt werden will. Ihr Fraktionskollege Michael Strehl war sich sicher, dass man sich gegen eine gebundene Pflasterung entschieden hätte, wenn man Kenntnis von dem Pflegeaufwand gehabt hätte.

Einigkeit herrschte im Ausschuss darüber, dass man Jannings Vorschlag aufgreifen wolle und nun ein unabhängiger Gutachter beauftragt werden solle. Der soll prüfen, wie die Angebotsstreifen hergerichtet werden sollten, dass sie dauerhaft hielten, und wer möglicherweise für die Schäden haftbar zu machen sei.


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