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"Glück im Unglück gehabt" Feuer auf Recyclinghof in Ankum: Keine Anzeichen für Brandstiftung

Von Patrick Siebrecht und Christian Lang

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Feuerwehrleute löschen einen Brand auf einem Recyclinghof in Ankum. Foto: Patrick SiebrechtFeuerwehrleute löschen einen Brand auf einem Recyclinghof in Ankum. Foto: Patrick Siebrecht

Ankum. Feuerwehrleute sind bei Löscharbeiten auf einem Recyclinghof in Ankum durch explodierende Spraydosen gefährdet worden. Müll aus gelben Säcken war am Mittwochabend in Brand geraten. Es konnten keine Hinweise auf eine Brandstiftung festgestellt werden.

Am Mittwoch wurden die Feuerwehren aus Ankum, Bippen und Kettenkamp um 17:58 Uhr wegen eines Feuers auf dem Gelände eines Recyclinghofes der Awigo-Abfallwirtschaft  an der Bippener Straße in Ankum alarmiert.  

Als die ersten Einsatzkräfte an der Einsatzstelle eingetroffen waren, brannte ein Teil eines etwa 100 Kubikmeter großen Haufens, bestehend aus dem Müll von gelben Säcken. Das Feuer hatte bereits Holzbalken des Hallendaches in Brand gesetzt. Explodierende Spraydosen gefährdeten zudem die Einsatzkräfte.

Explodierende Spraydosen gefährdeten die Feuerwehrleute. Foto: Patrick Siebrecht

Einsatz unter Atemschutz

Zur Brandbekämpfung wurden im gesamten Einsatzverlauf acht Trupps unter schwerem Atemschutz eingesetzt. Mit zwei Hohlstrahlrohren wurde das Feuer schnell eingedämmt. Dem Löschwasser wurde Schaummittel hinzugefügt, um einen besseren Löscherfolg zu erzielen. Mit einem Bagger wurde der qualmende Müllhaufen abgetragen, um diesen ablöschen zu können. Im Anschluss an die Löscharbeiten wurde der Müll mit einem Schaumteppich abgedeckt. 

Um die Löschwasserversorgung aufrechtzuerhalten, rückte das derzeit bei der Feuerwehr Ankum stationierte Treckergespann mit 30.000 Litern Löschwasser aus. Rund 60.000 Liter Löschwasser konnten so genutzt werden, ohne das Hydrantennetz zu belasten.

Das Treckergespann hatte reichlich Löschwasser im Tank. Foto: Patrick Siebrecht

Während die Feuerwehr Bippen die Einsatzstelle schnell wieder verlassen konnte, waren die 55 Kameraden der Feuerwehren Ankum und Kettenkamp, die mit zehn Fahrzeugen ausgerückt waren, bis in die späten Abendstunden im Löscheinsatz. 

Bis in die Abendstunden dauerte der Löscheinsatz. Foto: Patrick Siebrecht

Nach Angaben der Awigo hätte der Brand auch deutlich schlimmer enden können. „Wir hatten wahrlich Glück im Unglück“, wird Alexander Babbel, Niederlassungsleiter am Awigo-Standort Ankum, in einer Mitteilung zitiert. „Das Feuer ist nach Betriebsschluss entfacht, es war also kein Mitarbeiter auf dem Gelände. Glücklicherweise hat ein vorbeifahrender Autofahrer den Brand frühzeitig bemerkt und sofort den Notruf gewählt. Die Einsatzkräfte waren binnen weniger Minuten vor Ort und konnten ein Übergreifen der Flammen auf das umliegende Areal verhindern.“ 

Keine Brandstiftung

Am Donnerstagmorgen nahm ein Brandermittler den Ort, an dem das Feuer ausbrach, in Augenschein. Es konnten keine Spuren von Brandstiftung festgestellt werden. Die Awigo geht daher von einem Fehlwurf in die gelbe Tonne beziehungsweise den gelben Sack als Brandursache aus, der sich selbst entzündete.

Wie hoch der Schaden durch den Brand ist, ist derzeit noch unklar. „Wir müssen zum Beispiel die Untersuchungen abwarten, inwieweit der sogenannte Umschlagsplatz wieder instand gesetzt werden muss und wie die verbrannten Abfälle zu entsorgen sind. Ich rechne mit Kosten in niedriger fünfstelliger Höhe“, wird Babbel in der Mitteilung zitiert.


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