Funkelndes Blech und bullige Ackertiere Alttraktorenfans schwelgen in Rüsfort in Erinnerungen

Von Gabriele Grund

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Gerde. Eine solch große Bandbreite an betagten Traktoren und historischen Landmaschinen bekommt man nur selten zu Gesicht. Das, was die Alttraktorenfreunde Berge-Hekese am vergangenen Wochenende auf dem Hof Landwehr in Rüsfort aufgeboten hatten, begeisterte nicht nur die Besucher. Auch die mehr als 200 Teilnehmer aus dem gesamten norddeutschen Raum und Westfalen schwelgten mit Gleichgesinnten in Erinnerungen.

Schon das Strahlen im Gesicht von Horst Landwehr verriet am Samstagnachmittag, dass er mit einer solch hohen Teilnehmerzahl hoch zufrieden war. Mit seinen Vereinskollegen hatte Landwehr das Treffen organisiert. Bereits am frühen Morgen waren Karawanen von betagten Dieselrössern in Richtung Rüsfort unterwegs, um ihre alten Schätzchen auf dem Veranstaltungsgelände rund um den Hof Landwehr zur Schau zu stellen. Hatten Traktorenfreunde aus Leer oder Paderborn ihre Ackertiere huckepack ins Artland verfrachtet, waren Bernhard Heller und seine Oldtimer-Treckerfreunde Berßen in dem emsländischen Dörfchen schon beizeiten gestartet, um in Rüsfort dabei zu sein. Es sei nicht nur Zusammenkommen mit vielen Gleichgesichten, so die junge Crew aus dem Emsland, das das Treffen in Rüsfort auszeichne. Schon das Frühstück war deftig und kaum zu toppen gewesen, Rührei mit Schinken und Speck.

Wie sehr sich die Technik in der Landwirtschaft in einem halben Jahrhundert verändert hat, zeigte ein eindrucksvoller Vergleich. Das Mähdrescher-Flaggschiff aus dem Jahre 1960, ein Claas Matador mit zwei Metern Schnittbreite, Kostenpunkt 34.000 D-Mark, verfügte über einen zwei Kubikmeter fassenden Korntank. Direkt neben dem alten Claas präsentierten die Alttraktorenfreunde einen Case 8240 mit gigantischen Schneidwerk von fast 11 Metern Breite, 15 Kubikmeter Korntankvolumen, 700 Pferdestärken und fast eine halbe Million Euro teuer.

Das Herz höher schlagen allerdings ließen die vielen, teils sehr seltenen alten Traktoren, deren Besitzer dem Publikum gern Rede und Antwort standen. Einen der kleinsten Traktoren zeigte Felix Möllmann aus Gehrde. 1949 lief sein Deutz F1M 414 in Köln vom Band. In einer Scheune in Holdorf war der 19-Jährige auf den Oldtimer gestoßen. „Den habe ich günstig „geschossen“ und dann restauriert“, strahlt der Hobbybastler. Ein behäbiger Schlepper mit einem Zylinder, elf Pferdestärken und gut zwei Meter lang.

Ebenfalls mit einem Deutz F1M stellte Alois Heile aus Groß Drehle das älteste Fahrzeug. Nur eine begrenzte Anzahl dreiräderige Traktoren wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in den Moorburger Treckerwerken Karl Rischer GmbH gebaut. Einer der wenigen Dreiräder erwies sich beim Treffen als Besuchermagnet.

Wie Feld- und Erntearbeit früher vonstattengingen, wurde bei einigen Vorführungen demonstriert, Gabendreschen, Pflügen oder das Verladen eines Baumstämmen mit alter Technik, interessierte nicht nur das junge Publikum.


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