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Nachlese Hettler-Ausstellung Bersenbrück: Franz-Hecker-Stipendium

Judith Hettler und ihre Bilder. Foto: Sigrid Schüler-JuckenackJudith Hettler und ihre Bilder. Foto: Sigrid Schüler-Juckenack

Bersenbrück. Drei Monate hat Judith Hettler, Künstlerin aus Stuttgart und 27 Jahre alt, auf Stift Börstel verbracht. Sie ist die diesjährige Gewinnerin des Franz-Hecker-Stipendiums der Kreissparkasse Bersenbrück. Von Juni bis September hat Judith Hettler Motive aufgespürt und sie in ihren Fotografien in Szene gesetzt. Die Abschlussausstellung ihrer Arbeiten, 25 Farbfotografien, trägt den Titel „Eigenlicht“ und war jetzt in der Kreissparkasse in Bersenbrück zu sehen.

Judith Hettler beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Räumen. Die Räume, die sie abbildet, sind alt. Der Zahn der Zeit hat deutliche Spuren hinterlassen. Wenn überhaupt, dann sind die Räume sparsam möbliert. Oft sind die wesentlichen Details nur die Risse in der Wand, die blätternde Farbe, ein Streifen Sonnenlicht auf dem Boden oder das alte Mauerwerk, das an einzelnen Stellen einer Wand sichtbar ist.

Räume sind für die junge Künstlerin aber auch außerhalb von Häusern zu finden. Einige Bilder zeigen Waldlichtungen, eine fast märchenhaft anmutende alte Eiche oder einen großen Baumstumpf. Immer wieder sieht man in den Bildern eine junge Frau, oft mit dem Rücken zum Betrachter, manchmal wie verwachsen mit der Umgebung und schon fast wie ein Gegenstand. „Man soll als Betrachter in das Bild hineinsehen, aber nicht vom Bild angesehen werden“, erklärt Judith Hettler auf die Frage, warum man auf keinem der Bilder das Gesicht der Frau erkennen kann.

Ihre Bilder sollen Geschichten erzählen, erklärt die junge Künstlerin weiter. Ihr ist aber wichtig, dass dem Betrachter überlassen bleibt, um welche Geschichten es sich handelt, damit er selber eigene Assoziationen entwickeln kann.

Ihre Zeit in Stift Börstel sei sehr interessant gewesen, so Judith Hettler. Es sei ein sehr abgelegener Ort, an dem sie natürlich viel Zeit für ihre Arbeit gehabt habe. „Ich war aber doch überrascht, dass so viele Bilder für die Ausstellung entstanden sind“, erklärt sie.

Für ihre zukünftige Arbeit hat sie schon Pläne. Zuerst werde sie ihr Referendariat als Kunst- und Deutschlehrerin absolvieren. Auf jeden Fall will sie sich künstlerisch weiterentwickeln und versuchen, sich mit ihrer Kunst zu etablieren.

Von den 25 Bildern, die Judith Hettler als Stipendiatin erarbeitet hat, werden sechs in der Region bleiben. Sie sind für die Kreissparkassenzentrale und die Geschäftsstelle in Quakenbrück gedacht. Alle Bilder gibt es in streng limitierter Auflage und können käuflich erworben werden. Weitere Informationen werden in Kürze dazu auch auf ihrer Homepage zu finden sein (www.judith-hettler.de).


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