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Tripelkonzert zum Finale Reggae Jam: Heiße Tage in Bersenbrück

Von Reinhard Fanslau undMartin Schmitz


Bersenbrück. „Nach drei in jeder Hinsicht heißen Tagen ging am Sonntagabend die 25. Reggae Jam zu Ende. Bei tropischem Wetter feierten 15000 Besucher ein harmonisches Fest fast ohne Störungen, 3000 mehr wie im vergangenen Jahr, wie Festivalchef Bernhard Lagemann bekanntgab.

Ihr könnt im nächsten Jahr hinfahren, wo und wie lange ihr wollt. Aber auf jeden Fall müsst ihr wieder drei Tage nach Bersenbrück kommen“, verabschiedete Bürgermeister Christian Klütsch am Sonntagabend auf der Bühne das Publikum. Veranstalter Bernd Lagemann zog Resümee: „Wir haben hier im Ort inzwischen eine Akzeptanz von 90 Prozent für die Reggae Jam. Und darauf sind wir richtig stolz.“

Als DJ tritt Lagemann unter dem Künstlernamen „Sheriff“ auf. Ihm zu Ehren spielte die Musikkapelle „Rote Heide“ zum Schluss Bob Marleys Klassiker „I shot the sheriff“ in einer Bigbandversion. „Sheriff“ führt ein Team von 1500 ehrenamtlichen Helfern an. „Es sind gute Vibes hier draußen“, sagt der Vielgefragte, als er sich mal bei einem kühlen Getränk eine kurze Pause gönnte. „Es gab natürlich Probleme wegen der Trockenheit“, ergänzt er, „wir hatten aber vorgesorgt. Jedes Jahr ist irgendetwas anderes.“

Die musikalische Dramaturgie des Finales wirkte unglücklich. Während in den Vorjahren Alborosie und Ky-Mani Marley mit druckvollem, tanzbaren Reggae den Schlusspunkt setzen, gab es in diesem Jahr mehr zum Zuhören, weniger zum Tanzen.

Seltsame Messerattacke

Das Rhythmus-Duo Sly & Robbie, Robbie Shakespeare und Sly Dunbar, lieferte einen soundtechnisch beeindruckenden, verhaltenen, durch eher schleppende Rhythmen geprägten Klangteppich für die drei nacheinander auftretenden Sänger Junior Natural, Bitty McLean und Johnny Osbourne.

Die Stimmung klang ab, an Abtanzen war für viele nicht zu denken. Am Ende konnte die 70-jährige Reggae-Legende Osbourne mit Hits wie „Ice Cream Love“ wieder für Schwung sorgen und das typische Reggae-Jam-Feeling wiederherstellen.

Die Findigkeit des Technischen Hilfswerks war wieder sehr gefragt, es half, Löschwasserreserven aufzubauen, und einen in der Nacht zu Samstag in den Mühlarm der Hase gefallenen Baum zu bergen. Feuerwehr, DRK und DLRG hatten ebenfalls viel zu tun, sprechen aber nur von Routineeinsätzen.

Auch die Polizei registrierte kaum Zwischenfälle, abgesehen von Diebstählen, unter anderem wurde aus einem Transporter eine Geldkassette gestohlen. Es gab einen kuriosen Zusammenstoß zweier Männer, bericht Hubert Kortland von der Polizei Bersenbrück. Weil der eine dem anderen auf den Fuß getreten haben soll, griff der ihn mit einem Messer an und verletzte ihn leicht. Der Täter ist flüchtig.

Bei den Anreisekontrollen mit Drogenspürhunden am Bersenbrücker Bahnhof wurde die Polizei 41mal fündig. Am Montag gab es Verkehrskontrollen unter Abreisenden. 82 Fahrer wurden kontrolliert, elf von ihnen mussten zur Blutprobe. In einem Fall, berichtet Kortland, mischte sich eine Passantin ein. Sie erhielt einen Platzverweis, weigerte sich, sollte schließlich weggetragen werden und wehrte sich. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft musste auch sie eine Blutprobe akzeptieren. Ein Bekannter unterstützte die Frau, seine Personalien wurden aufgenommen. Die Polizei Vechta hatte an der Autobahnabfahrt Holdorf kontrolliert.


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