zuletzt aktualisiert vor

Festival in Bersenbrück Altmeister Leroy Sibbles begeistert das Publikum beim Reggae Jam

Von Reinhard Fanslau


Bersenbrück. Viel schöner als am Samstag in Bersenbrück bei der Reggae Jam kann es in Kingston auf Jamaika auch nicht gewesen sein. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad feierten die Fans den zweiten Tag ihres dreitägigen Festivals. Friedlich, fröhlich harmonisch – wie es sich für eine große Reggaefamilie gehört.

Einen langgezogenen Sandstrand wie die jamaikanische Hauptstadt hat die Stadt im Osnabrücker Nordkreis zwar nicht zu bieten, dafür aber das Haseufer. Wer am Samstag dort und in der Camping Area entlangschlenderte, traf auf ausnahmslos gut gelaunte, Party machende, nicht nur junge Menschen – ganz viele von ihnen in Badekleidung. Zentrum der Partystimmung war das I-Revelation Roots Center an der Hase. Begehrt war die Wasserrutsche, die für ein kleines bisschen Action und den direkten Weg in das kühlende Nass der Hase sorgte. Wer nicht gerade badete, der jonglierte, spielte Frisbee, machte Musik oder tanzte zu den in jeder Ecke zu hörenden karibischen Rhythmen.

Einige der Reggaefans kommen Tage vor dem Festival und bleiben danach noch länger, um hier Stimmung und Feeling rund um das Festival ihren Jahresurlaub zu verbringen. Dazu gehört zwar nicht Marco aus Dortmund, aber er sagt: „Ich kann dieses Mal nur vier Tage hier sein und ich fliege mit meiner Freundin noch zehn Tage in den Süden, aber dieses hier ist für mich Haupturlaub.“ (Weiterlesen: Reggae Jam in Bersenbrück: So war der Samstag)

Bereits zum dritten Mal in Bersenbrück

Auch auf dem Festivalgelände im Klosterpark vor den zwei Bühnen war die Stimmung wieder hervorragend und musikalisch einiges los. Den Anfang am Samstag machte traditionell Sänger und Festivalmoderator Ganjaman am frühen Nachmittag, gefolgt von Illbilly Hitec, die bereits zum dritten Mal in Bersenbrück waren und extrem tanzbaren Reggae mit Hip Hop servierten. Ein früher erster Höhepunkt war die Show von Macka B. Der seit Mitte der 80er Jahre erfolgreiche britische Reggae-Künstler war auch einer der begehrtesten Interview- und Selfie-Wunschpartner. „Das mache ich aber gerne, denn so kann ich meine Botschaft herüberbringen. Die lautet: Macht eure Augen auf und seht, was ihr tun könnt, damit diese Welt friedlicher wird“, sagte der 52-Jährige in einem Interview für einen Radiosender. (Weiterlesen: Reggae Jam 2018 - Der Auftakt)

Altmeister zeigt sich dynamisch

Einen grandiosen Auftritt lieferte am frühen Abend Altmeister Leroy Sibbles. Der 69-jährige ehemalige Sänger der legendären Band The Heptones bediente den Geschmack der Oldtime-Reggae-Fans und zeigte sich äußerst dynamisch, gut zufrieden und kräftig bei Stimme.

Noch einen drauf legte später Skarra Mucci, ein Vertreter der neueren Generation. Der jamaikanische DJ und Sänger wurde schon von einer Fanfraktion mit Riesenflagge („Skarra Mucci, we love you“) erwartet. Mit seinem Dancehall durchsetzten Reggae begeisterte er. Die nachfolgenden Fantan Mojah, Bunny General und Wickerman taten sich dagegen teilweise etwas schwerer, enttäuschten aber nicht.

Mit großer Spannung erwartet wurde der Auftritt von Klub Kartell. Für dieses Projekt zusammengeschlossen haben sich die erfolgreichen Solokünstler Ganjaman, Dellé, Jahcoustix und Sebastian Sturm. Zu vorgerückter Stunde zeigten sich die vier und ihre Band hellwach und setzten einen würdigen musikalischen Schlusspunkt des Tages.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN