60 Poster zur Versteigerung 22. Ausstellung von Reggae-Kunst erstmals in Deutschland

Von Bjoern Thienenkamp

Rachel Kröger, Johanna Liedtke und Natalja Bernatovic (von links) interessieren sich für die Exponate der Ausstellung. Foto: ThienenkampRachel Kröger, Johanna Liedtke und Natalja Bernatovic (von links) interessieren sich für die Exponate der Ausstellung. Foto: Thienenkamp

Bersenbrück. 582 Designer aus 68 Ländern hatten 1060 Poster beim internationalen Reggae-Poster-Wettbewerb eingereicht. Von den 100 besten Exponaten haben 60 nun ihren Weg zum Reggae Jam Festival nach Bersenbrück gefunden und sind auf der 22. Ausstellung von Reggae-Kunst zu sehen – erstmalig in Deutschland.

Eine Ausstellung auf dem Reggae Jam Festival? Ja, das gab es doch schon einmal, vor fünf Jahren hatte Bernd Lagemann 2013 zum 20-jährigen Jubiläum seines Festivals doch zur Fotoausstellung in die Turnhalle am Platz eingeladen. Mit der Jubiläumszahl 25 ist dem auch als DJ Sheriff bekannten Musikfreund nun mit der Poster-Ausstellung wieder eine kleine Krönung seines Festivals gelungen.

Hilmar Keding vom Berliner Verein „Help Jamaica!“ war es, der den Kontakt zum IRPC herstellte, dem International Reggae Poster Contest. „Im November 2011 sind wir mit unserem ersten Wettbewerb gestartet, haben das bei Facebook verkündet, eine Webseite erstellt und meinen Blog graphicart-news.com genutzt“, schildert Maria Papaefstathiou.

Zwei gute Zwecke werden verfolgt

Zusammen mit ihrem Mitgründer Michael Thompson habe die Athenerin in der Szene Kontakte zu anderen Designern und Wettbewerben gehabt. Dadurch habe es schnell regen Zulauf gegeben, zumal gleich zwei gute Zwecke verfolgt würden: Einerseits solle mit „The Reggae Hall of Fame“ ein Museum in Kingston eröffnet werden, andererseits solle die Alpha Boys‘ School unterstützt werden, ebenfalls in Kingston. „Damit soll Geld wieder dorthin gehen, wo alles begann“, erläutert die 46-Jährige.

„Im ersten Jahr haben Michael und ich die Alpha Boys‘ School auch besucht, neben dem Unterricht wird dort geschnitzt und musiziert, mit einer Siebdruck-Maschine werden T-Shirt bedruckt, die dann verkauft werden“, schwärmt Papaefstathiou. Im August 2016 ist ihr Mitgründer im Alter von 58 Jahren leider verstorben.

Idee zum 25. Reggae Jam verwirklicht

„Michael Thompson war ein guter Künstler, sehr politisch, und er hat den Mofa-Fahrer auf unserem Logo, das Moped-Männeken, gestaltet“, sagt Bernd Lagemann. „Wir hatten schon vor zwei oder drei Jahren darüber nachgedacht, die Ausstellung hierhin zu holen, dann aber philosophiert, dass es zum 25. eine gute Idee ist“, schildert der 51-Jährige.

Drei junge Damen betreten die Ausstellung im Obergeschoss des Jugend- und Bildungshauses, preschen recht zügig an den ersten Postern vorbei, verharren dann abrupt an dem Exponat 38 von Rafaeł Rola aus Polen. „Das ist mir sofort ins Auge gesprungen, ein Poster dieser Größe passt auch gut in meine Wohnung“, sagt Natalja Bernatovic. „Ich schulde meinem Bruder noch ein Poster, weil eine Freundin mal eines malen wollte, woraus aber nichts wurde“, sieht Rachel Kröger eine Lösungsmöglichkeit, als sie von der Versteigerung ab 20 Euro hört.

Und schon entschwindet das Oldenburger Trio wieder, Richtung der beiden Bühnen, die letztendlich auch ein riesiges Denkmal an Thompson sind: „Das Backdrop, also der ganze Hintergrund, stammt auch von ihm“, sagt Lagemann.


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