Trainingslager von GWD Minden Für Frank von Behren ist Ankum ideal

Von Bernard Middendorf

Nicht zimperlich ging es bei den GWD-Trainingseinheiten mit Coach Frank Carstens zu. Foto: Bernard MiddendorfNicht zimperlich ging es bei den GWD-Trainingseinheiten mit Coach Frank Carstens zu. Foto: Bernard Middendorf

Ankum. Wer in diesen Tagen die Ballsporthalle Am Kattenboll betrat, geriet schon beim Zuschauen ins Schwitzen: Zwanzig athletische Sportler holten trotz tropischer Hitze alles aus sich heraus.

Mit und ohne Ball, individuell oder kollektiv wurde die Mannschaft des Handball-Erstligisten GWD Minden fit gemacht für eine erfolgreiche Saison. Trainingseinheiten auf dem Parkett, Teambuilding auch im „Trainingslager“ des See- und Sporthotels: Der Aufenthalt in Ankum schweißte zusammen, war kräftezehrend – und baute auf.

Intensive Einheiten

„Are you tired?“, fragt Frank von Behren, Geschäftsführer Sport beim GWD und langjähriger Nationalmannschaftskapitän des DHB, den Neuzugang Savvas Savvas am Rande des Feldes. Klar, erschöpft sind sie alle ein Stück weit nach intensiven Trainingseinheiten – aber motiviert bis in die Fingerspitzen, das spürt man bei jeder Aktion. Trainer Frank Carstens lässt, so könnte man sagen, das Team nach dem Prinzip „Fordern und fördern“ arbeiten. Das Fördern gilt vor allem den Jüngeren.

Strakeljahn ist Riesentalent

Von Behren erläutert die Ziele: „Dass unser Konzept verstärkt auf Nachwuchs basiert und Frank Carstens dahinter steht, ist bekannt. So ist Simon Strakeljahn vom TV Bissendorf ein Riesentalent. Junge Spieler dürfen Fehler machen. Natürlich zählt auch bei uns der Erfolg. Deswegen haben wir Top-Spieler wie Shooting Star Marian Michalczik engagiert.“ Zunehmende Professionalisierung erschwere allerdings vieles. „Die Top-8-Clubs sind finanziell einfach zu weit weg.“ GWD Minden sei jedoch als frühere Fahrstuhlmannschaft seit 2017 aktuell auf einem guten Weg ins Mittelfeld.

Dank an SV Quitt

Frank von Behren spricht den Ankumern, speziell auch dem SV Quitt, ein großes Dankeschön aus. „Die helfen, wo sie können, und haben für uns sogar auf Trainingszeiten verzichtet. Wir sind das erste Mal hier, und die Bedingungen sind ideal. Das See- und Sporthotel ist traumhaft gelegen, wir haben unsere Ruhe.“ Die Eiswannen würden fleißig genutzt – genau wie die mitgebrachten Fahrräder. „Damit fahren wir heute zum Wasserski an den Alfsee.“

Internationales Team

Echte Profis, aber Stars zum Anfassen – so beschreibt von Behren seinen Kader: „Handball lebt von der Nähe zu den Fans. Bei uns laufen sie nach jedem Schlusspfiff aufs Spielfeld.“

Da muss man einfach optimistisch sein, dass „Grün-Weiß Dankersen“ so bodenständig bleibt wie zu goldenen DM-Zeiten, auch wenn der Bundesliga-Dino mit seiner 4000er-Halle sehr kämpfen muss: „Der Trend geht in Großstädte mit Top-Arenen, zum Beispiel Berlin oder Stuttgart. Aber wir stellen ein internationales Team.“ Dass sich Weltklassespieler wie Michalczyk, Christoffer Rambo (Norwegen) oder Dalibor Doder (39), Top-Altinternationaler aus Schweden, für GWD entschieden haben, beweist, dass die Botschaft aus Minden ankommt – und überzeugt.

Mehr über den Handball erfahren Fans immer wieder in der „Handballwoche“.


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