Interview mit Ortsbrandmeister Brandschutzplan für Bersenbrücker Reggae Jam steht

Von Martin Schmitz

Was verboten ist und was nicht, zeigt anschaulich diese Tafel auf dem Festivalgelände. Das Grillsymbol wurde rot übermalt, um auf die Brandgefahr hinzuweisen. Foto: Rolf KamperWas verboten ist und was nicht, zeigt anschaulich diese Tafel auf dem Festivalgelände. Das Grillsymbol wurde rot übermalt, um auf die Brandgefahr hinzuweisen. Foto: Rolf Kamper

Bersenbrück. Die Brandgefahr ist wegen der Trockenheit enorm gestiegen. Die Bersenbrücker Feuerwehr lässt sich Einiges einfallen, um die Besucher der Reggae Jam zu schützen, berichtet ihr Brandmeister Christian Kessens. Manches wie der Krisenstab oder das Minilöschfahrzeug für den Campingplatz sind aber seit Jahren schon Routine.

Herr Kessens, wie wird das Wetter am Wochenende?

Es soll trocken bleiben, erwartet werden Temperaturen bis zu 34 Grad. Das ist optimales Festivalwetter, aber die Brandgefahr auf dem Campinggelände steigt natürlich.

Wie bereitet sich die die Feuerwehr auf diese Gefahrenlage vor?

Das Technische Hilfswerk Quakenbrück stellt zwei Tanks auf, die je 5000 Liter Löschwasser als Reserve fassen können. Das Wasser dafür dürfen wir aus der Hase pumpen, dafür hat uns der Landkreis Osnabrück eine Sondererlaubnis gegeben. Die drei Tanklöschfahrzeuge der Bersenbrücker Feuerwehr fassen noch einmal 10.000 Liter. Zusätzlich rückt über die Festivaltage ein viertes Tanklöschfahrzeug ins Bersenbrücker Feuerwehrhaus ein. Es handelt sich um eines unserer ehemaligen Einsatzfahrzeuge, das jetzt zur Betriebsfeuerwehr von Wurst Stahlbau gehört. Als Löschwasserreserve für die Feuerwehren der Region steht beim Ankumer Feuerwehrhaus ein Sattelzugauflieger mit 30.000-Liter-Tank bereit, der von einem Traktor gezogen wird.

Was tut der Veranstalter?

Wegen der Trockenheit gilt in Absprache mit dem Veranstalter grundsätzlich Grillverbot auf den Campingplätzen, damit keine Flächenbrände entstehen.

Wie stellt die Feuerwehr sicher, dass sie auf dem weit verzeigten Campingplatz rechtzeitig zum Brandherd gelangt?

Dafür stehen Einsatzfahrzeuge an bestimmten Punkten auf dem Festivalgelände bereit. Außerdem haben wir seit Jahren einen Gator zur Verfügung, das ist eine Art Quad mit Ladefläche, auf die ein 250-Liter-Tank und eine Motorpumpe passen. Damit kommen wir rasch überall hin. Im übrigen arbeiten die Feuerwehren Bersenbrück, Talge und Gehrde auf dem Festival zusammen. Sobald ein Fahrzeug aus seiner Bereitstellungsposition zu einem Einsatz ausrückt, rückt ein anderes Fahrzeug nach.

Wie warnt man die Festivalbesucher, wenn etwas passiert?

Dazu nutzen wir unter anderem die Katwarn-App, die sich im Landkreis Osnabrück als Warn- und Informationssystem bewährt hat, zum Beispiel, wenn bei Glätte im Winter die Schule ausfällt. Auf dem Festivalflyer ist ein Code, mit dem man diese App auf sein Smartphone herunterladen kann. Mit Katwarn könnte man bei Bedarf auf dem Festivalgelände eine Warnung an alle Besucher herausgeben, sie informieren und auffordern, das Gelände zu verlassen. Die App ist sehr nützlich, man kann sie auch über die Website des Landkreises herunterladen.

Sind die Rettungskräfte vorbereitet auf einen großen Unglücksfall?

Es gibt seit Jahren ein Sicherheitskonzept, das ständig weiterentwickelt wird. Dazu gehört ein Krisenstab, der im Feuerhaus zusammengerufen wird, wenn es eine besondere Situation gibt. Ihm gehören die Bürgermeister der Stadt und der Samtgemeinde Bersenbrück an, Vertreter des Technischen Hilfswerks, des Deutschen Roten Kreuzes, das sich um den Sanitätsdienst auf dem Festival kümmert, der DLRG für die Rettung aus dem Wasser und der Feuerwehren. Der Krisenstab trat vor einigen Jahren zusammen, als ein Sturm einen Baum im Klosterpark hinter der Bühne umstürzen ließ und das Festival für einige Stunden unterbrochen werden musste.


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