Zugticket während der Fahrt lösen Schnellbus Fürstenau-Bersenbrück startet am 9. August

Von Ulrike Havermeyer

Freuen sich auf den Start der neuen Schnellbuslinie (von links): Busunternehmer Karl Hülsmann, Thomas Schniedermann von der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück, Ankums Bürgermeister Detert Brummer-Bange, Bersenbrücks Samtgemeindebürgermeister Horst Baier, Ewald Beelmann (Geschäftsführer Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn), Busunternehmer Wilhelm Nieporte und Fürstenaus Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken. Foto: Ulrike HavermeyerFreuen sich auf den Start der neuen Schnellbuslinie (von links): Busunternehmer Karl Hülsmann, Thomas Schniedermann von der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück, Ankums Bürgermeister Detert Brummer-Bange, Bersenbrücks Samtgemeindebürgermeister Horst Baier, Ewald Beelmann (Geschäftsführer Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn), Busunternehmer Wilhelm Nieporte und Fürstenaus Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken. Foto: Ulrike Havermeyer

Ankum. Am Donnerstag, 9. August, startet die neue Schnellbuslinie im Pendelverkehr zwischen Fürstenau und dem Bahnhof Bersenbrück über Schwagstorf und Ankum. Im Stundentakt. Die Verantwortlichen haben jetzt damit begonnen, die Werbetrommel anzukurbeln.

Denn nun gilt es, das neue Angebot – „Von Fürstenau bis nach Osnabrück in nur einer Stunde“ – unter den potenziellen Fahrgästen bekannt zu machen. Die Idee des Schnellbusses sei nicht zuletzt aus der Kritik vonseiten der Berufspendler heraus entstanden, erläutert Ankums Bürgermeister Detert Brummer-Bange. Diese hätten immer wieder bemängelt, dass besonders in den Abendstunden, zumal wenn der Zugverkehr von Osnabrück in Richtung Altkreis Verspätung habe, die Verbindung vom Bersenbrücker Bahnhof ins nahe gelegene Umland nicht gesichert sei.

Hier ist jetzt Abhilfe in Sicht: In den vergangenen zwölf Monaten haben Landkreis, Samtgemeinden, Kommunen und Busunternehmen immer wieder zusammengesessen und gemeinsam überlegt, wie sie den öffentlichen Nahverkehr im Nordkreis verbessern könnten. Das Ziel der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück Nord: Schneller, regelmäßiger und zuverlässiger sollte der Weg nach Osnabrück und von dort aus zurück in den Altkreis werden. Außerdem sollen die Busse künftig bis in die Abendstunden sowie auch am Samstag und Sonntag verkehren.

Wermutstropfen

„Mit der neuen Linie 650 ist uns eine Supersache gelungen, von der alle Bürger – vor allem die  Berufspendler, profitieren werden“, zeigte sich Samtgemeindebürgermeister Horst Baier bei der Vorstellung des erweiterten Busplanes auf dem Neuen Markt in Ankum zufrieden. Um die vom Landkreis geforderte schnelle Verbindung  „Von Fürstenau nach Osnabrück in nur einer Stunde“ einzuhalten, habe man allerdings einen Wermutstropfen hinnehmen müssen: Auf dem Neuen Markt wird der Schnellbus nur aus Richtung Bersenbrück nach Fürstenau Station machen. Für die Gegenrichtung ist bereits gegenüber an der Bundesstraße 214 die provisorische Bushaltestelle „Am See“ eingerichtet und auch bereits genehmigt worden. Die Fahrgäste der Linie 630, die vorher ohne Unterbrechung durchfahren konnten, müssen nun einmal umsteigen. „Alles andere hätte uns zu viel Zeit gekostet“, räumt Baier ein.

Als gute Nachricht hält die Verkehrsgemeinschaft Nord jedoch auch eine besondere Attraktion für ihre Kunden bereit: Die Bersenbrücker können voraussichtlich demnächst als erste Busfahrgäste in Niedersachsen den Komfort nutzen, bereits während der Busfahrt ihre Tickets für die Nordwestbahn zu lösen. „Weil dieser Service eine Premiere in Niedersachsen ist, muss allerdings noch die Niedersächsische Tarifgesellschaft zustimmen“, erklärt Busunternehmer Karl Hülsmann. Er und seine Mitstreiter gehen aber davon aus, dass deren Aufsichtsrat, der Ende August tagt, grünes Licht für das Kombi-Ticket geben wird.

Kleinbusse

„Von Bersenbrück in die weite Welt hinaus“, beschreibt Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken augenzwinkernd die Perspektiven, die das Kombi-Ticket eröffnet und verweist darauf, dass dann auch Fahrkarten bis nach Cloppenburg, Bielefeld, Bremen – und sogar bis in die Landeshauptstadt nach Hannover bequem im Schnellbus erworben werden können. „Aber das ist erst der zweite Schritt“, tritt er sachte auf die Bremse. Zunächst sei es wichtig, dass die Bürger den neuen Schnellbus annähmen – „nur dann funktioniert unsere Idee“, gibt Baier zu bedenken.

 „Wir rechnen nicht wirklich damit, dass sofort hundert Mann in den ersten Schnellbus einsteigen“, geht Karl Hülsmann die Sache gelassen und mit einer gesunden Portion Realismus an. Daher werden auf der Linie 650 neben den normalen Linienbussen des Busunternehmens Nieporte auch verstärkt die Kleinbusse der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn eingesetzt. Alle Fahrzeuge seien klimatisiert und behindertengerecht ausgestattet. Und was passiert, wenn doch mehr Fürstenauer und Ankumer als erwartet die schnelle Verbindung nach Osnabrück nutzen und die Plätze knapp werden? „In diesem Fall können wir selbstverständlich sofort umplanen“, versichert Hülsmann mit einem zuversichtlichen Nicken, „und umgehend größere Fahrzeuge einsetzen. Wir sind auf alles vorbereitet.“


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