Hafentour und Kneipenschau Eggermühlener entdecken Osnabrück

Von Georg Geers

„Na, denn Prost“: In der Ausstellung im Museum Industriekultur, das die Eggermühlener Heimatfreunde auf ihrer Osnabrück-Tour besuchten, gab es leider kein Bier. Foto: Georg Geers„Na, denn Prost“: In der Ausstellung im Museum Industriekultur, das die Eggermühlener Heimatfreunde auf ihrer Osnabrück-Tour besuchten, gab es leider kein Bier. Foto: Georg Geers

Eggermühlen. Osnabrück aus ungewöhnlichen Blickwinkeln lernten Eggermühlener Heimatfreunde auf einem Ausflug kennen.

Etliche Male waren viele Teilnehmer mit dem Auto am Osnabrücker Hafen vorbeigefahren. Sich das Hafengelände von der Wasserseite aus ansehen, dazu bot sich eine Fahrt mit dem Ausflugsschiff Lyra an. Gestartet wurde am Wendebecken direkt am Werksgelände der Spedition Hellmann. Auf einer Länge von mehreren Kilometern reihen sich hier an beiden Hafenseiten güterträchtige Unternehmen aneinander. Der 14,5 Kilometer lange Stichkanal, der den Osnabrücker Hafen mit dem Mittellandkanal in Bramsche verbindet, wurde zwischen 1910 und 1915 gebaut. Schleusen in Haste und Hollage gleichen den Höhenunterschied von acht Metern zwischen Hafen und Mittellandkanal aus.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen war die St. Johannes-Kirche in Rulle mit ihren vier charakteristischen Türmen das nächste Ziel. Die Wurzeln der Klosterkirche gehen zurück auf das Jahr 1180. 50.000 Pilger besuchen jährlich den Wallfahrtsort im Osnabrücker Land.

Kühler Stollen

Die Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert wird im Museum Industriekultur am Piesberg in Osnabrück lebendig. Neben Exponaten aus dem Bergbau und der Stahlproduktion ist hier eine Fülle von Arbeits- und Handwerksgerät zu sehen.

Mit einem gläsernen Fahrstuhl ging es anschließend 30 Meter in die Tiefe, wo wohltuende Kühle die Besucher an einem glutheißen Tag empfing. Durch einen 300 Meter langen Bergwerkstollen erreichten sie den Zechenbahnhof mit Magazingebäude.

„Na, denn Prost“ lautet der Titel einer Ausstellung über die Osnabrücker Kneipenkultur, die zur Zeit im Magazingebäude zu sehen ist. Rund 70 Ausflugslokale gab es im 19. Jahrhundert rund um Osnabrück. Meist sonntags machte man sich auf, um einen netten Nachmittag in einem der zahlreichen Biergärten zu verbringen. Die typischen Ausflugslokale lagen zumeist vor den Toren der Stadt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts stieg ihre Zahl, doch heute sind nur noch wenige von ihnen erhalten. Zu sehen ist in der Ausstellung unter anderem eine alte Kneipeneinrichtung.

In einer alten noch heute funktionierenden Gaststätte, dem Piesberger Gesellschaftshaus, wo sich vor hundert Jahren die Arbeiter nach Schichtende zu einem Feierabendbier trafen, kehrten die Eggermühlener Ausflügler zum Abschluss ihres Tagesausflugs zu Kaffee und Kuchen ein.


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