Nun doch Schnellbus? Bahnhalt Alfhausen: Baier und Rolfes widersprechen

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Denkwürdige Begegnung: Mit einem Sonderzug demonstrierten Alfhausener 2013 für ihre Haltestelle. Foto: Christian Geers/ArchivDenkwürdige Begegnung: Mit einem Sonderzug demonstrierten Alfhausener 2013 für ihre Haltestelle. Foto: Christian Geers/Archiv

Alfhausen Mit Verwunderung reagieren Stefan Rolfes und Horst Baier auf die Diskussion im Alfhausener Gemeinderat über den Bahnhalt. Dass es dauern würde, in Alfhausen wieder eine Haltestelle einzurichten, sei schon länger absehbar gewesen.

In einer Gemeinderatssitzung vergangene Woche hatte Bürgermeisterin Agnes Droste mitgeteilt, die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) gehe davon aus, dass die DB Netz AG die Strecke erheblich aufrüsten müsse, bevor eine Haltestelle in Alfhausen möglich sei . Bürgermeisterin und Gemeinderat zeigten sich enttäuscht, Alfhausen werde hingehalten.

„Man kann weder der LNVG noch der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) unterstellen, dass sie das Thema nicht ernsthaft bearbeiten würden“ entgegnet nun Horst Baier, Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück. Anders als in den Jahren zuvor gebe es seit der Bahnoffensive Ende 2014 in Hannover die politische Absicht, Alfhausen wieder ans Bahnnetz zu bringen. Daran habe sich nichts geändert, es werde weiter am Bahnhalt gearbeitet, und viele wirkten daran mit. Baier nannte namentlich Alfhausens Altbürgermeister Karl-Heinz Bittner.

Auch Stephan Rolfes sieht in der Bahnoffensive des damaligen niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies von 2014 den entscheidenden Durchbruch. „Damals haben wir das Land als Verbündeten gewonnen“, erklärt der Geschäftsführer der Planos.

Die Planos hatte daraufhin das OS-Bahnkonzept 2025 entwickelt, das Zugverkehr im Halbstundentakt vorsieht, neue Bahnhöfe in Osnabrück-Rosenplatz und Belm-Vehrte und die Wiedereinrichtung des Bahnhalts in Alfhausen, der 2000 aufgegeben wurde, weil andernfalls die Strecke Osnabrück-Oldenburg nicht in 90 Minuten Fahrzeit zu bewältigen gewesen wäre.

Pünktliche Züge

Das Bahnkonzept 2025 sei aber nur „ein Wunschkonzert“, dessen Verwirklichung unterschiedliche Probleme im Weg stünden. Die Bahnlinie Osnabrück-Oldenburg sei 2000 „die pünktlichste in Niedersachsen gewesen, als die Nordwestbahn dort ihren Betrieb aufnahm. Die Passagierzahlen vervielfachten sich, aus Sicherheitsgründen wurden die Züge mit ausfahrbaren Trittbrettern nachgerüstet. Ein- und Aussteigen nehme jetzt so viel Zeit in Anspruch, dass Bahnlinie „heute zu den unpünktlichsten in Niedersachsen“ zähle. An der Strecke gebe es kaum noch Ausweichmöglichkeiten, sodass je Fahrtrichtung immer nur ein Zug unterwegs sein könne. Wenn die Züge aber den Fahrplan nicht einhalten, verpassten die Fahrgäste Anschlusszüge in den Endbahnhöfen, die Strecke verliere an Attraktivität.

Sämtliche Berechnungen hätten gezeigt, dass kleinere Maßnahmen das Problem nicht lösen könnten. Deshalb werde nun nachgedacht über zweigleisigen Ausbau oder Elektrifizierung zumindest eines Teils der der Strecke.

Das ginge aber nicht ohne die Deutsche Bahn oder den Bund. Deshalb sei jetzt wieder „Lobbyarbeit“ angesagt.

Droste hatte im Gemeinderat auch ein Konzept der Planos für einen Schnellbus zum Bramscher Bahnhof kritisiert, die Fahrzeiten seien nicht mit den Zügen abgestimmt. Laut Rolfes sollte der Schnellbus aus Kostengründen in eine neue Buslinie durch die Samtgemeinde Bersenbrück einbezogen werden. Die Planos hingegen empfehle einen „Shuttlebus“ zwischen Dorf und Bahnhof. Der könne zur Not das Eintreffen eines verspäteten Zuges abwarten.


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