Funktional und pfiffig Schürmann Rehamode mit neuem Standort in Gehrde

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Pfiffig und funktional: Brigitta (links) und Charlott-Maria Schürmann zeigen mit Robert Kampmann Stücke aus der aktuellen Kollektion. Foto: Wigos/Kimberly LübbersmannPfiffig und funktional: Brigitta (links) und Charlott-Maria Schürmann zeigen mit Robert Kampmann Stücke aus der aktuellen Kollektion. Foto: Wigos/Kimberly Lübbersmann

Gehrde. Das Unternehmen Schürmann Rehamode hat jetzt am Mühlenweg in Gehrde einen neuen Standort bezogen. Mit 800 Quadratmetern bietet die Produktionsstätte dreimal so viel Platz wie die alte.

Leuchtende Farben, edle Funktionsstoffe, fröhliche Applikationen: Die Jacken, Hosen oder Fußsäcke, die bei Schürmann Rehamode in Gehrde in Einzelproduktion hergestellt werden, sind ausgesprochen schick. Doch nicht nur das: Sie sind passgenau auf das jeweilige körperliche Problem des künftigen Trägers abgestimmt – egal, ob es sich dabei um einen Rollstuhlfahrer handelt, ein behindertes Kind in einer Sitzschale oder einen Menschen mit Multipler Sklerose. Die Nachfrage ist groß und eine räumliche Expansion war notwendig: Der neue Standort am Mühlenweg bietet dem Unternehmen jetzt mit 800 Quadratmetern fast dreimal so viel Platz.

Brigitta Schürmann ist seit 30 Jahren selbstständig. Begonnen hat sie ihre berufliche Laufbahn als Kinderkrankenschwester: „Ich habe in Bielefeld-Bethel mit schwerstbehinderten Kindern gearbeitet. Die Kleidung war immer wieder ein Problem: Dicke Nähte verursachten Druckgeschwüre, das Anziehen und vor allem auch Warmhalten der kleinen Patienten war eine echte Herausforderung“, erinnert sich die Unternehmenschefin. Auch die Optik der Kleidung spielte keine Rolle: Für Brigitta Schürmann eine nicht hinnehmbare Situation. Sie absolvierte ein Studium als Modedesignerin, gründete ihr Unternehmen und stellt seit 1988 Bekleidung für Menschen mit Behinderung her.

Modische Bekleidung für Menschen mit Behinderungen

Die einzigartige Kombination von medizinischem Fachwissen und Designkompetenz spiegelt sich in der Schürmann-Kollektion wider: So verhindern etwa hochwertige beschichtete Stoffe im Frontbereich der Kinderjacken für Sitzschalen, dass die kleinen Patienten durch permanenten Speichelfluss nass und damit auch kalt werden. Und durchdachte Passformen sorgen für hohe Funktionalität beim Anziehen, ohne auf den modischen Pfiff zu verzichten.

Ein Konzept, das ankommt: Aus ganz kleinen Anfängen wuchs die Firma kontinuierlich: „Wir sind der einzige Hersteller in diesem Segment in Deutschland“, erklärt die Unternehmerin, die zwölf Mitarbeiter beschäftigt. Auch zwei Flüchtlinge haben bei ihr eine berufliche Perspektive gefunden. Große Maschinen sucht man in den neuen Produktionsräumlichkeiten vergeblich: Jedes Kleidungsstück, jeder Fußsack und jedes Lätzchen sind reine Handarbeit. Und die ist international gefragt: Schürmann-Rehamode wird auch in Russland, Schweden, England oder der Schweiz getragen.

Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück

In Deutschland arbeitet das Unternehmen eng mit Sanitätshäusern zusammen, präsentiert seine Kollektionen aber auch regelmäßig auf Fachmessen, wie der Rehacare Düsseldorf und in seinem neuen Onlineshop. Damit die Abläufe auch im digitalen Zeitalter reibungslos laufen, stellte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Wigos) Osnabrücker Land den Kontakt zur Hochschule Osnabrück her. „Professor Marcus Seifert vom Institut für Produktion und Logistik Logis.Net begleitet die Digitalisierung von Prozessen“, erläutert Wigos-Mitarbeiter Robert Kampmann. Im April hatte es ein erstes Treffen zwischen Unternehmen und Hochschule gegeben.

Viel Zeit kostet das Unternehmen jedoch auch die Abstimmung mit den Krankenkassen: Denn die Ansprüche auf die notwendige Spezialbekleidung für behinderte Menschen sind je nach Kasse und Bundesland oft sehr unterschiedlich. „Das ist manchmal schon bitter, wie da etwa um die Kostenübernahme für einen Wintermantel oder einen Fußsack verhandelt werden muss“, weiß Heinz-Werner Schürmann, der zwar in einer ganz anderen Branche tätig ist, das Unternehmen seiner Frau aber kaufmännisch mit viel Begeisterung begleitet.

Unternehmensnachfolge ist bereits gesichert

Auch die beiden Töchter sehen ihre Zukunft bei Schürmann Rehamode: Charlott-Maria kümmert sich als Betriebswirtin bereits teilweise um die wirtschaftliche Seite des Unternehmens, ist jedoch auch als international erfolgreiche Dressurreiterin stark eingebunden. Ihre Schwester Johanna tritt in die Fußstapfen der Mutter: Nach einer klassischen Schneiderlehre studiert sie zurzeit BWL. „Es ist wunderbar, dass unsere Kinder die Leidenschaft für die Rehamode teilen“, strahlt Brigitta Schürmann. Und in den neuen Räumlichkeiten kann diese Leidenschaft jetzt noch besser umgesetzt werden.


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