Samstag und Sonntag Führungen Menslager Gerrit Öhm nimmt an UN-Konferenz teil

Von Martin Schmitz

Gerrit Öhm nimmt als Jugenddelegierter an der Biodiversitätskonferenz der Vereinten Nationen im November in Ägypten teil. Foto: Nathalie RodenwaldGerrit Öhm nimmt als Jugenddelegierter an der Biodiversitätskonferenz der Vereinten Nationen im November in Ägypten teil. Foto: Nathalie Rodenwald

Menslage/Berlin Gerrit Öhm aus Menslage (25), im Artland für sein Naturschutzengagement bekannt, nimmt als Jugenddelegierter an der Biodiversitätskonferenz der Vereinten Nationen (CBD COP) im November in Ägypten teil. Am Samstag und am Sonntag lädt er zu naturkundlichen Führungen in Quakenbrück und Menslage ein.

Herr Öhm, worum geht es in der Biodiversitätskonferenz?

Darum, die Vielfalt der Natur zu erhalten. 196 Staaten, also fast die ganze Welt, kommen zusammen und entwickeln Strategien, wie man dem Verlust der biologischen Vielfalt entgegenwirken kann. Dabei geht es nicht nur um den Schutz von Tier- und Pflanzenarten, sondern auch um den Erhalt vielfältiger Lebensräume und der genetischen Vielfalt. Letztendlich geht es darum zu sichern, dass wir Menschen die biologische Vielfalt nachhaltig nutzen, ohne sie zu zerstören. Wenn wir dies schaffen, können auch nachfolgende Generationen von der Biodiversität profitieren.

Welche Aufgabe haben die Jugenddelegierten in dieser Konferenz? Was wollen sie beitragen?

Wir bringen die Meinung der jungen Generation in den politischen Prozess ein – denn wir sind es, die mit den Entscheidungen, die getroffen werden, leben müssen. Und gleichzeitig erinnern wir die Staaten nach der Konferenz daran, dass die Ergebnisse der Konferenz auch auf nationaler Ebene umgesetzt werden müssen, um Wirkung zu erzeugen. Auf der Konferenz in diesem Jahr wird ein wichtiges Thema der Umgang mit der synthetischen Biologie sein, die es möglich macht, Organismen zielgerichteter genetisch zu verändern als bisher. Da ist es uns als Jugenddelegation wichtig, dass neben den Vorteilen unbedingt auch auf die Risiken für Umwelt und Gesellschaft Rücksicht genommen wird.

Kommenden Samstag und Sonntag laden Sie zu naturkundlichen Führungen im Artland ein. Worum geht es da?

Wenn wir die biologische Vielfalt schützen wollen, müssen wir auch begreifen, was diese ausmacht. Ich freue mich immer wieder, zusammen mit anderen Menschen die Vielfalt der Natur im Artland zu entdecken und diesen dabei eine neue Sichtweise auf die Natur vor Ort zu ermöglichen. Unter anderem werden wir uns der Frage widmen, wie man den Insekten etwas unter die Arme – oder besser gesagt unter die Flügel – greifen kann, um dem Insektensterben entgegenzuwirken.

Was tut sich denn sonst gerade im Leben des Gerrit Öhm? Was machen Sie?

Ich habe gerade meine Bachelorarbeit in Göttingen geschrieben und mich in diesem Rahmen intensiv mit Ackerblühstreifen auseinandergesetzt. Nun bin ich den Sommer über in Berlin. Hier arbeite ich im Rahmen eines Praktikums beim WWF im Bereich der internationalen Biodiversitätspolitik. Als Ausgleich entdecke ich in meiner Freizeit Berlin: Mal um den Mauerweg mit dem Rad zu erkunden, eine Kunst-Ausstellung zu besuchen und natürlich, um die Natur in der Großstadt besser kennenzulernen.


Zur Person

Gerrit Öhm (25) wuchs auf dem Hof seiner Eltern in Menslage-Wasserhausen auf. Mit seinem Bruder Hannes zusammen besuchte er das Artland-Gymnasium Quakenbrück und leitete das Natur-Ranger Team Wasserhausen der Heinz Sielmann Stiftung. Öhm studiert Biodiversität und Ökologie in Göttingen.

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