Zwischen Eigenheim und Altenheim Apartments für WG-ähnliches Seniorenleben in Alfhausen

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Bersenbrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Alfhausen. Ein „Haus für gemeinschaftliches Wohnen“ schlägt das Stephanswerk für Alfhausen vor. Elf Apartments auf dem Gelände des St. Antoniusstifts könnten Senioren einen neuen Lebensstil möglich machen: Selbstständig, aber als Teil einer Gemeinschaft, die sie selbst gestalten, mit dem nahen Alten- und Pflegeheim als Absicherung für alle Fälle.

Gemeinschaftliches Wohnen sei in der Altenpflege auf dem Vormarsch, erklärte Ulrich Saremba, als er das Projekt am Dienstagabend dem Planungs-, Wirtschafts- und Fremdenverkehrsausschuss des Gemeinderates vorstellte. Der Geschäftsführer des Stephanswerkes erinnerte an den Neubau des St. Josef-Stiftes in Bersenbrück, in dem je acht apartmentähnliche Zimmer zu einer Hausgemeinschaft zusammengefasst werden. Die Baugesellschaft des Osnabrücker Bistums, die auch Baugebiete erschließt und 3100 Wohnungen bewirtschaftet, 810 davon im Eigenbesitz, baut gerade ein Altenheim in Bad Iburg, in dem ein Stockwerk eigens nach diesem Prinzip gestaltet ist.

Sinnvoll sei gemeinschaftliches Wohnen aber nur in der Nähe einer Altenpflegeeinrichtung, die bei Bedarf ihre Dienstleistungen einbringen kann, von der Hauswirtschaft über das Essen bis zur Pflege. Aber eben nur bei Bedarf, so Saremba, denn die Bewohner übernähmen vieles selbst, füllten ihr Leben damit aus. Und sie helfen sich gegenseitig.

Platzieren möchte das Stephanswerk seinen Bau parallel zum Altbauflügel des Antoniusstifts, mit der Schmalseite zur Straße Am Buschbach, dahinter bliebe Platz genug für die Verwirklichung der Pläne eines Mehrgenerationengartens, den die katholische Kirchengemeinde beim Altenheim schaffen möchte.

Zwischenstation

Unter einem Pultdach sollen in diesem Haus im Erdgeschoss und im ersten Stock insgesamt elf Apartments entstehen, mit Raumteilern zwischen Schlaf- und Wohnbereich, kleiner Küche und Bad. Drei davon sind für Paare gedacht und 43 Quadratmeter groß, die für Singles 33 Quadratmeter.

Ein Fahrstuhl macht sie barrierefrei erreichbar. Beide Stockwerke verfügen über einen Gemeinschaftsbereich. Saremba sieht das Haus als eine „Zwischenstation zwischen eigener Wohnung und der Pflegestation“.

Die Apartments sollen großenteils im Besitz des Stephanswerkes bleiben. „Die Bewirtschaftung unterscheidet uns von anderen“ sagte Saremba, auswärtigen Investoren etwa. Die Pläne seien mit dem Kuratorium des Altenheims, der Kirchengemeinde als Träger und der Caritas Nordkreis Pflege GmbH abgestimmt. Wohnen im Zentrum, mit einem Pflegeheim in der Nähe: „Wir glauben schon, dass Alfhausen so etwas brauchen könnte.“

Mitgliedern des Ausschusses schien die Idee einer „Alten-WG“ für den Ort noch gewöhnungsbedürftig. Sie forderten eine Klärung mit dem direkten Grundstücksnachbarn ein, bevor der Gemeinderat über eine Anpassung der Baugebietssatzung an das Projekt entscheide.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN