Neueröffnung im Oktober 2018 Das Museum in Bersenbrück setzt sich ganz neu in Szene

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Bersenbrück. Als „Museum im Kloster“ wird das frühere Kreismuseum in Bersenbrück Ende Oktober mit einem Festakt wiedereröffnet. Mehr als eine Million Euro werden Sanierung und Umgestaltung dann gekostet haben. Es soll die Geschichte des Altkreises Bersenbrück ganz neu in Szene setzen.

Als Landrat Michael Lübbersmann gemeinsam mit Vertretern der Kreisverwaltung und Kreistagsabgeordneten auf der Baustelle auf der Bersenbrücker Klosterinsel vorbeischaut, sind Handwerker gerade dabei, die gelb gestrichene Fassade des ehemaligen Klostergebäudes zu entfernen. Vier bis sechs Wochen wird es dauern, den Putz aufzuarbeiten und neu zu streichen. „So kriegen wir ein einheitliches Äußeres“, erläutert Architekt Ejnar Tonndorf, dass auch ein Teil des Amtsgerichtsgebäudes in die Sanierung einbezogen wird. Es ist eben nicht nur die Fassade, die Außendarstellung, die das Museum optisch verändern wird. „Wir wollen es mit Leben füllen, es soll ein Teil des Nordkreises werden, kein reines Anschauungsobjekt“, stellt Landrat Michael Lübbersmann klar. Also ein Ort, der sich mit der Geschichte der Region beschäftigt, ihrem Wachsen und Werden.

1,25 Millionen Euro in Umgestaltung investiert

Am Ende wird der Landkreis Osnabrück mehr als 1,25 Millionen Euro in das Gebäude investiert haben, in dem nicht nur Zisterzienserinnen lebten, sondern einst auch der rührige und geschichtsbewusste Landrat Hermann Rothert den Kreis Bersenbrück formte. Rund 900.000 Euro gab der Kreis, 173.000 Euro gab das Amt für regionale Landesentwicklung, weitere 50.000 Euro die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Kreissparkasse Bersenbrück.

Modernität in historischen Räumen

Tonndorf ist der Mann, der die auf dem Papier entwickelten Zukunftskonzepte in die Tat umsetzt – und dies mit den im gewährten Finanzmitteln ganz ansehnlich löst. Dass er dank der Zuschüsse mehr Geld zur Verfügung hatte, freute ihn. „Dass hatte ich Ihnen aber gleich gesagt, dass 900.000 Euro nicht reichen werden“, wandte er sich mit einem Augenzwinkern an den Landrat. Der verstand, gab später zu, dass durchaus „knapp kalkuliert worden ist“. Lübbersmann ließ sich während der einstündigen Führung erklären, warum die Baustelle dem Architekten überwiegend Spaß gemacht hat. Er sorgte dafür, dass in das „neue“ Museum im Kloster Modernität einzog und historische Räume in alter Schönheit erstrahlen. Das Ursprüngliche dominiert das Aussehen, dazu gehören die an einigen Stellen freigelegten historischen Ausmalungen und Fliesen, der alte Wandputz, die gemauerten Gefache oder die behauenen Eichendielen. Nicht alles habe freigelegt und restauriert werden können. „Wenn Sie mal wieder Geld haben, kann das auch später noch erfolgen“, erläutert der Architekt. Der berichtet seinen Begleitern, darunter auch Vertretern der Kreissparkasse Bersenbrück, der Stadt Bersenbrück und des Kreisheimatbundes Bersenbrück (KHBB) kopfschüttelnd über die Bausünden bei Renovierungen vergangener Jahre an dem Gebäude, dessen ältester Teil aus dem Jahr 1683 stammt. „Krumme und schiefe Fußböden“ in den Räumen im Obergeschoss wurden freigelegt, die einst mit Platten ausgelegt worden waren, um ebene Flächen zu erhalten. Diese seien aber kein Problem, der beauftragte Ausstellungsgestalter werde angesichts des welligen Bodens gewiss die Unebenheiten auszugleichen wissen. Verschwunden sind die Vinyltapeten an den Wänden „und alles andere, was das Baumarkt-Herz einst begehrte“, teppichbefreit ist die Treppe nach oben, die leise knarrt, wie es sich für einen Museumsbau gehört. Erhalten bleibt die nachgebaute Bauerndiele im ersten Stock, die sich aufgeräumter präsentieren soll als früher. „So etwas gehört nicht in ein Obergeschoss, aber bitte“, schmunzelt Ejnar Tonndorf über diesen Kompromiss.

KHBB will für den laufenden Betrieb sorgen

Alles in allem werde das künftige Museum im Kloster den Ansprüchen gerecht, sind sich die Besucher des Ortstermins einig. Ein Aufzug bis ins Dachgeschoss und eine Rampe am Eingang sorgen für Barrierefreiheit, fast jeder Raum ist ohne Hindernis zu erreichen. Im Erdgeschoss gibt es eine Cafeteria und genügend Räume, die für museumspädagogische Angebote genutzt werden können, wie der frühere Versammlungssaal.

Nun kommt es darauf an, das Museum im Kloster als Regionalmuseum zu vermarkten und als Ausflugsorte bekannt zu machen. Das will der KHBB besorgen in Zusammenarbeit mit seinen 31 Mitgliedsvereinen und Ehrenamtlichen, die den täglichen Museumsbetrieb aufrechterhalten sollen. Vorsitzender Franz Buitmann ist „guten Mutes“, es hätten sich bereits viele Helfer gemeldet. Wichtig sei aber, immer wieder zu vermitteln, dass das Kloster zwar die Keimzelle Bersenbrücks darstelle, „das darin eingerichtete Museum aber eine Einrichtung für alle Gemeinden des Altkreises Bersenbrück ist“.

(Weiterlesen: KHBB kümmert sich um das Museum im Kloster in Bersenbrück.)


Wiedereröffnung am 27. Oktober

Zur feierlichen Wiedereröffnung am Samstag, 27. Oktober, um 15 Uhr wird Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, erwartet. Am Freitag, 26. Oktober, sind die Mitgliedsvereine des Kreisheimatbundes Bersenbrück (KHBB) und weitere Gäste ab 17 Uhr zur „Voreröffnung“ eingeladen. Am Sonntag, 28. Oktober, findet ein „Museumsfest“ rund um das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster statt. An allen drei Tagen soll es Führungen unter fachkundiger Leitung durch das wiedereröffnete Museum in Bersenbrück geben.

Folgende Öffnungszeiten sind vorgesehen: mittwochs von 9 bis 12 Uhr, donnerstags von 14 bis 17 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr. cg

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