Gemeinde schafft zusätzliche Stellplätze Ankum Hotspot für Wohnmobilisten

Von Margarete Hartbecke

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Bersenbrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Ankum Seit November 2016 gibt es in Ankum auf dem Neuen Markt im Zentrum sechs Stellplätze für Wohnmobile. Sie wurden von Anfang an gut angenommen. Jetzt sind drei Plätze für Wohnwagen und zwei für übergroße Wohnmobile hinzugekommen.

Die Gemeinde Ankum ist die Betreiberin der Stellplätze. Initiiert und vorangetrieben hat das Projekt Joachim Bosse, der als Bürgervertreter im Ankumer Ausschuss für Wirtschaft, Marketing und Tourismus mitarbeitet.

Er hat von Anfang an erkannt, welches wirtschaftliche Potenzial im derzeitigen Boom des Reisemobil-Tourismus steckt. „Die Leute fahren durch den Ort und lassen das Geld nicht in der Gemeinde“, stellte er damals fest. Das habe ihn geärgert und angespornt, sich für die Stellplätze einzusetzen. Die Lage ist bestens, nah an der B 214 und zugleich zentral im Ort gelegen. Strom und Trinkwasser werden über Geldautomaten geliefert, die Abwasser- und Fäkalienentsorgung ist geregelt. Platzgebühren erhebt die Gemeinde nicht, der Aufwand stünde in keinem Verhältnis zu den Erträgen, so Bosse.

Wichtiger ist für ihn, dass die Besucher schnell über Ankum Bescheid wissen. Ein Hinweisschild gibt schnelle Information über Ärzte, Apotheken, Gasflaschentausch und touristische Ziele. Zusätzlich informiert ein Faltblatt mit Ortsplan über weitere Angebote.

Ein umgerüsteter Briefkasten ist für die Touristen aufgestellt worden mit der Bitte, Einkaufs- und Kassenbelege einzuwerfen. Er werde genutzt, sagt Joachim Bosse. Die Rückläufe zeigten, dass sowohl große als auch kleinste Geschäfte frequentiert würden. Gern zitiert Bosse Studien, die besagen, dass ein Wohnmobilist durchschnittlich 49 Euro pro Tag ausgebe. Bei geschätzten zwei Wohnmobilen pro Tag sei das eine beträchtliche Summe, die der Ankumer Wirtschaft über das Jahr zugutekommen können.

Platz für XXL-Mobile

Diese Einnahmen sowie die gute Auslastung und ebenfalls gute Bewertungen in deutschen und niederländischen Internetforen waren Anlass, um auch Stellplätze für Wohnanhänger und für übergroße Wohnmobile hinzuzufügen. Am Wochenende wurden sie mit Bürgermeister Detert Brummer-Bange, Ausschussmitglied Theo Dückinghaus, Joachim Bosse und vielen Wohnmobilisten offiziell eingeweiht.

Die Gäste hatten es sich mit Gartenstühlen auf dem überdachten Parkplatz für Fahrräder schon gemütlich gemacht. Die gute Lage sei sicherlich nicht allein dafür verantwortlich, dass die Plätze gerne angenommen würden, so Brummer-Bange. Wesentlich sei auch, dass Bosse oft nach dem Rechten schaue, sich kümmere und den Kontakt zu den Wohnmobilisten halte.

Nur scheinbar ist der Stellplatz ein Ort, an dem Fremde kommen und gehen. An diesem Wochenende haben sich viele in Ankum getroffen, die dem Reisemobilclub Osnabrück angehören. Sie erzählen von ihren Reisen in andere Länder, schätzen aber auch kurze Ausflüge.

Gisela und Wolfgang aus Wallenhorst zum Beispiel. Sie haben im Wohnort zwar ein Eigenheim mit Garten, aber Abschalten gehe besser, wenn man nicht zuhause sei. Das bestätigen auch Erika und Manfred aus Dissen. Und Karl-Heinz aus Hunteburg hat vor Jahren sein Radiogeschäft verpachtet und tourt seitdem leidenschaftlich gerne als Wohnmobilist. Sein vorheriges Modell hat er nach Nordamerika überführt und reist damit regelmäßig durch Mexiko.

Und mittendrin steht meist Joachim Bosse und plaudert mit den Gästen wie mit alten Bekannten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN